Motorsport Formel1
Alonso startet von der Pole, Schumacher Dritter

Michael Schumacher hat beim "Auswärtsspiel" in Barcelona einen kleinen Dämpfer hinnehmen müssen. Der siebenmalige Weltmeister fuhr im Qualifying zum Großen Preis von Spanien (Sonntag 14 Uhr/live bei Premiere und RTL) in die zweite Startreihe. Der Ferrari-Star war in 1:14,970 Minuten Drittschnellster. Bezwungen wurde Schumacher von dem Renault-Duo: Schnellster war Weltmeister und Lokalmatador Fernando Alonso. Der 24-Jährige sicherte sich in 1:14,648 zum zweiten Mal in dieser Saison und zum insgesamt elften Mal in seiner Karriere die Pole Position vor seinem Teamkollegen Giancarlo Fisichella aus Italien (1:14,709).

In der WM-Wertung führt Alonso vor dem sechsten von 18 Saisonrennen mit 13 Punkten Vorsprung vor Schumacher, der die letzten beiden WM-Läufe in Imola und auf dem Nürburgring gewonnen hatte.

"Generell können wir ganz zufrieden sein mit dem dritten Platz. Wir haben unsere Reifenentscheidung mehr auf das Rennen ausgerichtet und mussten deshalb im Qualifying ein bisschen Federn lassen", sagte Schumacher: "Aber mit meiner Position kann ich sehr gut leben. Ich stehe als Dritter auf der sauberen Seite und kann vielleicht den Windschatten von Fernando ausnutzen."

Deshalb war Schumacher, der mit seiner Leistung in seiner besten Runde (1:14,970 Minuten) nicht ganz zufrieden war, auch nicht allzu enttäuscht, dass sich neben Alonso (1:14,648) auch noch dessen Renault-Teamkollege Giancarlo Fisichella (1:14,709) vor ihn geschoben hatte.

"Es kommt alles auf die Strategie an. Wir setzen auf unsere Geschwindigkeit im Rennen", meinte Schumacher. Der 37-Jährige hatte bei seinen Siegen in Imola und zuletzt auf dem Nürburgring jeweils die bessere Taktik und in der Eifel im Rennen auch das schnellere Auto als sein Renault-Konkurrent aus Spanien. In der Gesamtwertung hat Schumacher, der in Barcelona schon sechsmal (1995, 1996, 2001, 2002, 2003, 2004) gewonnen hat, den Rückstand auf Alonso auf 13 Punkte (31:44) reduziert.

Vorfreude bei Alonso

Der Spanier freut sich nach der 11. Pole Position seiner Karriere auf das Rennen am Sonntag vor 130 000 Zuschauern, unter ihnen auch König Juan Carlos, auf dem ausverkauften Circuit de Catalunya. Beim 50. Großen Preis von Spanien will er sich und seinen Fans nach der ersten Heim-Pole auch den ersten Heimsieg eines Spaniers schenken.

"66 Runden werden nicht genug sein, um das alles richtig zu genießen", meinte Alonso, der mit Blick auf das Titelrennen aber auch wie vor Wochenfrist auf dem Nürburgring mit Rang zwei leben könnte. "Wenn die Ferrari zu stark sind, müssten wir auch mit Platz zwei zufrieden sein", meinte der 24-Jährige, fügte aber hinzu: "Diesmal können wir aber gewinnen."

Eine starke Leistung in der Qualifikation zeigte Ralf Schumacher im Toyota, der in 1:15,885 Minuten auf Startplatz sechs fuhr. "Es lief gut, und ich denke, dass wir auch für das Rennen gut dabei sind", sagte der Kerpener. Ebenfalls in die letzte Runde der Qualifikation kam Nick Heidfeld, der im BMW-Sauber Zehnter wurde (1:17,144).

"Ich bin sehr froh, dass ich es in die Top Ten geschafft habe. Die Zeiten lagen sehr eng zusammen", sagte der Mönchengladbacher. Williams-Pilot Nico Rosberg aus Wiesbaden, der auf dem Nürburgring von Startplatz 22 auf Rang sieben vorgefahren war, steht diesmal auf Position 13, hatte die letzte Qualifikations-Runde aber erneut verpasst.

Enttäuschung bei Mercedes

Überhaupt nicht zurecht kamen in Barcelona die Silberpfeile von Mclaren-Mercedes. Der WM-Dritte Kimi Räikkönen (Finnland/1:16,015) wurde nur Neunter. Teamkollege Juan Pablo Montoya schied schon in der vorletzten Runde aus und musste sich mit Rang zwölf zufrieden geben. "Ein enttäuschendes Ergebnis", gab auch Mercedes-Sportchef Norbert Haug zu.

Michael Schumachers Manager Willi Weber hat unterdessen gefordert, Fans und Medien sollten seinen Schützling in Ruhe die Entscheidung über seine Zukunft treffen lassen. "Was die Fans und was die Weltpresse jetzt tun sollten: uns in Ruhe lassen, uns nicht jeden Tag mit der Entscheidung bombardieren", sagte Weber am Samstag dem Pay-TV-Sender Premiere. "Ich glaube, wir sollten eigentlich gar nicht mehr auf diese Daten einsteigen. Mitte des Jahres, Ende des Jahres, nach dem Rennen, vor dem Rennen - für mich ist ganz wichtig, dass wir jetzt den Kopf für andere Dinge frei haben, nämlich Rennen zu gewinnen und letzten Endes auch den Titel, die Weltmeisterschaft. Das ist das Entscheidende, das Wichtigste", sagte Weber.

© SID

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