Motorsport Formel1
Barcelona: Alonso gewinnt Heimrennen

Michael Schumacher hat den Hattrick verpasst. Nach seinen Siegen zuletzt in Imola und auf dem Nürburgring belegte der Ferrari-Pilot beim Großen Preis von Spanien den zweiten Platz hinter Lokalmatador und Weltmeister Fernando Alonso. Dadurch baute der Renault-Pilot seine Führung in der WM-Wertung wieder auf 15 Punkte vor Schumacher aus.

131 200 Zuschauer verwandelten nach Alonsos Triumph den Circuit de Catalunya in Barcelona in ein Tollhaus, auch Spaniens König Juan Carlos huldigte Fernando I., der seinen blauen Rennwagen in wilden Schlangenlinien spektakulär über die Ziellinie fuhr. Dritter nach insgesamt 66 Runden wurde Alonsos Teamkollege Giancarlo Fisichella (Italien) vor Ferrari-Pilot Felipe Massa (Brasilien) und dem Finnen Kimi Räikkönen im Mclaren-Mercedes.

Lange Zeit schien es, als könnte Schumacher seinen Rivalen wie vor sieben Tagen in der Eifel abermals mit der besseren Strategie austricksen. Der 37-Jährige legte zwei Boxenstopps ein und blieb jeweils länger als Alonso auf der Strecke.

Daher deutete alles darauf, dass der Spanier kurz vor Rennende noch ein drittes Mal zum Nachtanken an die Box kommen musste. Doch den Gefallen tat der "Hausherr" den Ferrari-Fans nicht: Alonso kam mit vermeintlich weniger Benzin über die Runden und feierte im 50. Großen Preis von Spanien den ersten Heimsieg. Gleichzeitig war es der elfte Grand-Prix-Erfolg seiner Karriere.

`Wir waren heute einfach nicht schnell genug. Das Wochenende hatte gut angefangen, ist uns dann aber aus der Hand geglitten. Das ist schon erstaunlich", meinte der etwas ratlose Schumacher, der sich mit der Niederlage schon nach seinem letzten Boxenstopp abgefunden hatte: "Mit den acht Punkten müssen wir zufrieden sein und es sportlich sehen. Es wird noch ein ganz langes Jahr", sagte er.

Alonso gewinnt überlegen

Am Ende lag Alonso sogar deutliche 18 Sekunden vor Schumacher, dessen zuletzt aufkeimende Hoffnungen auf den Gewinn seines achten WM-Titels in diesem Jahr einen kleinen Dämpfer erhielten. Während Schumacher den zweiten Platz sicher nach Hause schaukelte, winkte Alonso auf der letzten Runde seinen Fans siegessicher zu - und genoss das spanische Formel-1-Märchen in vollen Zügen. "Wenn man vor diesen ganzen blauen Tribünen fährt, ist das ganz anders als bei allen anderen Rennen", meinte der 25-Jährige. "Das war mein schönstes Erlebnis in der Formel 1. Das ist nur vergleichbar mit Brasilien, als ich Weltmeister wurde. 66 Runden reichen gar nicht, um das richtig zu genießen", meinte Alonso: "Das Rennen lief einfach perfekt, so wie wir es geplant hatten."

Der Mönchengladbacher Nick Heidfeld erkämpfte im BMW-Sauber auf Rang acht einen WM-Zähler, Neuling Nico Rosberg (Wiesbaden) ging im Williams-Cosworth auf Platz elf leer aus. Ein Rennen zum Vergessen erlebte Ralf Schumacher. Erst kollidierte der Kerpener mit seinem Toyota-Teamkollegen Jarno Trulli (Italien) im Kampf um Platz acht, dann musste er mit Elektronikproblemen an seinem Auto aufgeben.

Beim Start hatte Alonso seine Pole Position vor Fisichella und Michael Schumacher behauptet. Räikkönen katapultierte sich mit einem Super-Auftakt vom neunten auf den fünften Platz nach vorne, Ralf Schumacher verlor dagegen zwei Positionen und fiel auf Platz acht zurück und musste im weiteren Verlauf der ersten Runde auch noch seinen Teamkollegen Trulli passieren lassen - was sich später bei der Kollision der beiden in Runde 16 für den Kerpener rächte.

Schumacher überholt Fisichella an der Box

An der Spitze setzte sich Alonso mit mehreren schnellen Runden ein wenig von Fisichella ab, der Michael Schumacher aufhielt. In Runde 17 musste Alonso aber zum ersten Mal an die Box, nachdem er bis zu diesem Zeitpunkt rund zwölf Sekunden Vorsprung auf den Kerpener herausgefahren hatte.

Als Fisichella eine Runde später ebenfalls nachtankte, übernahm Schumacher dann erstmals die Führung. Der Ferrari-Pilot steuerte in Runde 23 erstmals die Box an und kam nach dem Stopp zumindest vor Fisichella wieder auf die Strecke zurück.

In der Folgezeit hielt Alonso zunächst einen Vorsprung von rund zehn Sekunden auf Schumacher, den er bis zu seinem zweiten Stopp in Runde 40 auf knapp 13 Sekunden ausbaute. Nach dem Nachtanken lag Alonso dann wieder knapp neun Sekunden hinter dem Kerpener, der seinen Vorsprung bis zu seinem zweiten Stopp in Runde 46 um eine weitere Sekunde ausbaute. In der ersten Runde nach dem Boxenstopp lag Schumacher 12,1 Sekunden hinter Alonso auf Rang zwei.

© SID

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