Motorsport Formel1
Betonte Lässigkeit vor dem ersten Showdown

Kurz vor dem Start zur neuen Formel-1-Saison haben sich die Top-Piloten wieder lieb. Selbst Fernando Alonso und Lewis Hamilton lassen ihre Feindschaft ruhen.

Das Wiedersehen fiel ungewohnt harmonisch aus. Selbst Lewis Hamilton und Fernando Alonso vergaßen für einen kurzen Augenblick ihre alte Feindschaft. Beide lachten in die Kameras, nahmen Weltmeister Kimi Räikkönen in die Mitte und legten fast schon freundschaftlich die Arme um den verdutzten Finnen. Da huschte sogar dem "Iceman" ein seltenes Grinsen übers Gesicht.

Doch mit der Harmonie beim Formel-1-Gipfeltreffen in Melbourne dürfte es ganz schnell vorbei sein. Spätestens wenn beim WM-Auftakt die Motoren dröhnen, werden die drei besten Rennfahrer der Welt keinen Millimeter nachgeben - und das bei spektakulären Rad-an-Rad-Duellen mit Tempo 300 im Albert Park.

Keine Spur von Rivalität

Es sei eine große Ehre gewesen, 2007 mit Alonso in einem Team zu fahren, sagte Mclaren-Mercedes-Pilot Hamilton auf die Frage, ob er den Spanier vermisse. "Wenn du gleich in deiner ersten Saison in ein Team kommst, bei dem du mit jemandem zusammenarbeitest, den du so viele Jahre bewundert hast, ist das ein echtes Privileg", sagte der 23-Jährige. Von daher sei es schon schade, dass Alonso nicht mehr da sei.

Alonso gab die Komplimente artig zurück. Die Begeisterung, mit der Hamilton in der Formel 1 aufgetreten sei, habe ihn beeindruckt. "Lewis hat frischen Wind ins Team gebracht. Seine Ideen und die Art und Weise, wie er die Dinge angepackt hat, haben mir gefallen. Man lernt ja immer irgendetwas dazu, so ging es mir jedenfalls", sagte der Spanier.

Alonso fühlt sich wieder zuhause

Alonso gab sich betont lässig. Für ihn sei das Rennen ein Spaß, denn er brauche niemandem etwas zu beweisen, sagte der Spanier. Der zweimalige Weltmeister hatte Mclaren-Mercedes nach dem Dauerstreit mit seinem jungen Teamkollegen Hamilton nach nur einem Jahr wieder verlassen und war zu Renault zurückgekehrt.

Dort erwartet niemand Wunderdinge von ihm. "Das ist eine tolle Aufgabe, dieses Team wieder nach vorn zu bringen", sagte Alonso vor dem Saisonstart am Sonntag (5.30 Uhr MEZ/live bei Premiere und RTL) in Australien. Er habe sich bei Renault sofort wieder wie zuhause gefühlt, so gut sei er aufgenommen worden, plauderte der Spanier drauflos.

Mit dem Rennstall von Teamchef Flavio Briatore habe er seine größten Erfolge gefeiert, so Alonso. Dort gewann er 2005 und 2006 den WM-Titel. Einen Seitenhieb auf Ex-Arbeitgeber Mclaren-Mercedes konnte er sich nicht verkneifen: "Ich denke, dass Ferrari in den ersten Rennen das Team sein wird, das es zu schlagen gilt."

Für Hamilton zählt nur der Sieg

Doch da will Alonsos Intimfeind Hamilton nicht mitspielen. Er sei in Melbourne, um zu gewinnen, sagte der Vize-Weltmeister: "Das ist mein Plan, und das ist auch der Plan meines Teams." Dass er ein Siegertyp ist, zeigte der 23-jährige Engländer schon mal bei einem Kajak-Wettbewerb Down Under, wo er als Paddler nicht zu schlagen war. Auch fürs Rennen ist er guter Dinge: "Ich denke, dass wir an diesem Wochenende eine bessere Chance haben als vor einem Jahr."

Favorit ist allerdings Räikkönen, der auch im Vorjahr im Albert Park triumphierte, vor Alonso und Hamilton. "Wir haben ein starkes, konkurrenzfähiges und zuverlässiges Paket. Wir sollten in jedem Rennen um den Sieg und letztlich um beide Titel fahren können", sagte der Finne.

Räikkönen: "Es fühlt sich großartig an"

Der 28-Jährige wirkte entspannter als sonst, redete mehr und lächelte sogar ein paar Mal. "Es fühlt sich großartig an, endlich den WM-Titel gewonnen zu haben. Vor allem, dass ich das in meinem ersten Jahr bei Ferrari geschafft habe, ist toll", meinte Räikkönen. Das war selbst Rekord-Weltmeister Michael Schumacher seinerzeit bei den Roten nicht gelungen. Schumi leiste aber laut Räikkönen als Berater und "Testfahrer" immer noch einen enormen Beitrag zum Ferrari-Erfolg.

Über Weihnachten sei er in Finnland und anschließend im Urlaub in Dubai gewesen, wo er Silvester mit seiner Frau Jenny und einigen Freunden gefeiert habe, sagte Räikkönen: "Es ist schön, nach einer so harten Saison eine Pause zu haben und einfach nur auszuspannen." Doch jetzt freut sich der "Iceman" darauf, dass es endlich losgeht: "Wir sind bereit."

© SID

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