Motorsport Formel1
BMW geht selbstbewusst in Wüsten-Grand-Prix

Nach zwei guten Platzierungen in der aktuellen Formel-1-Saison geht BMW-Sauber gestärkt in das Rennen in Bahrain. Im freien Training dominierte jedoch Ferrari.

Zwischen den beiden deutschen Rennställen Mercedes und BMW kommt es am Wochenende zum dritten großen Duell. Die Silberpfeile mit WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton müssen beim Großen Preis in Manama am Sonntag (13.30 Uhr Mesz/RTL und Premiere live) erstmals ihre Strafposition am Ende der Boxengasse beziehen, während Verfolger Nick Heidfeld zur Jagd auf den ersten Sieg bläst.

Ferrari im Training stark

Dem deutschen Duo die Tour vermasseln will indes Ferrari - anscheinend mit Erfolg: Felipe Massa fuhr am Freitag im freien Training Bestzeit. In 1:31,420 Minuten verwies der Brasilianer seinen Teamkollegen Kimi Räikkönen (Finnland/1:32,327) auf Platz zwei. Einen glänzenden dritten Platz in der Kombination beider Trainingssitzungen belegte der beste Deutsche Nico Rosberg (Wiesbaden) im Williams-Toyota in 1:32,415 Minuten.

WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton (Großbritannien/1:32,705) überstand einen schweren Unfall zum Ende des Trainings unverletzt und landete im Mclaren-Mercedes auf Rang vier. Der Hesse Timo Glock (Wersau/1:33,856) belegte im Toyota Position 15. Heidfeld (1:34,023) hielt sich im BMW-Sauber als 17. im Training zurück.

Haug: "BMW-Sauber hat sich stark in Szene gesetzt"

Das deutsche Team-Duell ist allerdings weiter ein Thema. "BMW-Sauber hat sich stark in Szene gesetzt und gehört zweifellos zu den Teams, die aus eigener Kraft um den Sieg fahren können", meint selbst Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug. Auch wenn die Weiß-Blauen aus München noch tiefstapeln, ist das Selbstbewusstsein nach zwei zweiten Plätzen enorm gewachsen. "Unser Saisonziel ist der erste Sieg. Es gab in beiden Rennen jeweils noch ein Auto, das schneller war. Dementsprechend müssen wir uns noch weiter steigern, um die Lücke zu schließen", sagt Heidfeld dem Sport-Informations-Dienst (sid).

Vielleicht klappt das schon in der Hitze von Bahrain, wo der 30-Jährige im Vorjahr mit einem grandiosen Überholmanöver gegen den damals noch im Silberpfeil fahrenden Weltmeister Fernando Alonso (Spanien) glänzte. In der Fahrer-WM liegt Heidfeld gemeinsam mit Ferrari-Mann Kimi Räikkönen (Finnland) nur drei Zähler hinter Hamilton, in der Konstrukteurswertung fehlen BMW nur fünf Zähler zu Mercedes an der Spitze. Die Silbernen gehen mit dem Handicap der Hinterbänkler-Boxen 33 bis 35 in das erneute Kräftemessen der deutschen Kraftprotze.

"Wir werden uns auch von dort aus auf den Sport konzentrieren und alles daransetzen, die Saison so erfolgreich fortzusetzen, wie wir sie begonnen haben", sagte ein Teamsprecher lapidar. Die Folgen der Spionage-Affäre von 2007, nach der Mclaren-Mercedes alle Punkte aberkannt wurden, könnten wegen der möglichen Behinderung durch Hinterbänkler-Teams zum Nachteil werden. Als zusätzliche Motivation setzte Mclaren-Boss Ron Dennis einen vier Mill. Dollar teuren Sportwagen als Belohnung für Hamilton aus, falls sein Musterschüler dem Team beide WM-Titel schenkt.

"Ferrari hat die beste Fahrerpaarung der Welt"

Der junge Brite absolvierte in Thailand nach dem letzten Rennen ein spezielles Fitnessprogramm für die Herausforderungen von Hitze, Sand und Wind. "Der Grand Prix von Bahrain gehört zu den Saisonrennen, auf die ich mich am meisten freue", sagt Hamilton. Favorit beim Wüstenrennen ist für ihn genau wie für Jäger Heidfeld jedoch Ferrari, das im Winter hier ausgiebig getestet hatte. Allerdings kam die Scuderia wegen der Diskussionen um die Motorrad-Rennfahrten von Michael Schumacher und eine mögliche Verpflichtung von Fernando Alonso (Spanien) ab 2009 jedoch nach Malaysia nicht zur Ruhe.

"Ferrari hat die beste Fahrerpaarung der Welt. Ich gehe davon aus, dass wir in Bahrain ein tolles Rennen von Felipe sehen werden", erklärte Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo. Es gebe keine Zweifel an dem mit zwei Nullnummern in die Saison gestarteten Brasilianer Felipe Massa. "Wir haben ein außergewöhnlich gutes Team und ein hervorragendes Auto, aber wir werden dennoch kämpfen müssen. Wir treten gegen die größten Automobilhersteller der Welt an", sagte der Ferrari-Mann mit Blick auf BMW und Mercedes respektvoll.

Joker Rosberg will auch stechen

Als deutscher Joker will allerdings auch Nico Rosberg im Williams wie bei seinem grandiosen dritten Platz beim Auftaktrennen in Australien wieder eine Hauptrolle spielen. "Bahrain ist eine meiner Lieblingsstrecken. Nach dem extremen Saisonstart mit Hochs und Tiefs soll es wieder nach oben gehen", sagt Rosberg, der bei seiner Formel-1-Premiere 2006 in Bahrain gleich die schnellste Runde fuhr.

Die anderen Deutschen, Timo Glock (Toyota), Sebastian Vettel (Toro Rosso) und Adrian Sutil (Force-India), wollen nach ihrem kollektiven Aus beim letzten Rennen in Malaysia um die Punkteränge kämpfen - das wäre ein weiterer Meilenstein für die "Formel Deutsch".

© SID

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