Motorsport Formel1
BMW in Barcelona ohne Kers und Doppel-Diffusor

Weiterhin ohne Doppel-Diffusor und erstmals komplett ohne Kers wird BMW beim Großen Preis von Spanien an den Start gehen. Dafür soll es ein umfangreiches Aerodynamik-Update geben.

Formel-1-Rennstall BMW wird beim Großen Preis von Spanien am Sonntag erstmals in dieser Saison ohne das Energie-Rückgewinnungs-System Kers und weiter ohne Doppel-Diffusor fahren. Diese überraschenden Entscheidungen bestätigte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen beim traditionellen Medien-Stammtisch in München.

Zugleich kündigte er für den Europa-Auftakt den Einsatz eines neuen Aerodynamik-Pakets an, das pro Runde einen Zeitvorteil von einer halben Sekunde bringen soll. Der Rückstand der beim Großen Preis von Bahrain auf den beiden letzten Plätzen gelandeten BMW-Boliden betrug zuletzt allerdings mehr als eine Sekunde.

Entwicklung des Doppel-Diffusors begann zu spät

"Beim Thema Doppel-Diffusor hätte ich mir im Nachhinein gewünscht, dass wir früher aufgesprungen wären", sagte Theissen. WM-Spitzenreiter Brawn fährt bereits seit Saisonbeginn wie Toyota und Williams mit dem Aerodynamik-Wunderbauteil, Mclaren-Mercedes und Renault haben inzwischen nachgerüstet, und Ferrari will den Diffusor in Barcelona ebenfalls einsetzen. Wann und ob das Bauteil bei BMW am Auto auftauche, ist laut Theissen ungewiss: "Red Bull mit Sebastian Vettel ist ohne den Diffusor das schnellste Auto."

Noch überraschender ist der Verzicht auf Theissens Lieblingskind Kers, das BMW in den ersten vier Saisonrennen zumindest im Auto von Nick Heidfeld (Mönchengladbach) immer eingesetzt hatte. "Die Abstimmzeit am Freitag mit unserem neuen Aerodynamik-Paket wäre zu kurz", begründete Theissen den Ausbau.

Kers bringt wegen des hohen Gewichts offenbar nicht den Zeitvorteil, den sich die Münchner vor der Saison ausgerechnet hatten. Das als Titelanwärter angetretene BMW-Team hat nach den ersten vier Rennen nur vier Zähler auf dem Konto.

In Barcelona erwartet Theissen, dass beide Fahrer unter die Top Ten in der Qualifikation kommen: "Wir wollen uns aus dem hinteren Mittelfeld nach vorn arbeiten."

© SID

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