Motorsport Formel1
BMW Sauber trennt sich von Villeneuve

BMW Sauber und Pilot Jacques Villeneuve gehen ab sofort getrennte Wege. Wie der Formel-1-Rennstall mitteilte, wurde der Vertrag mit dem Kanadier am Montag gelöst.

Seine ersten beiden WM-Punkte hat Robert Kubica zwar nachträglich verloren, dafür aber das Rennen um den Stammplatz bei BMW-Sauber gewonnen. Einen Tag nach der Aberkennung des siebten Platzes bei seinem WM-Debüt in Ungarn ist der 21 Jahre alte Pole von BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen vom Testfahrer zum zweiten Einsatzpiloten neben dem Mönchengladbacher Nick Heidfeld befördert worden. Der Vertrag mit dem Kanadier Jacques Villeneuve wurde in beiderseitigem Einvernehmen vorzeitig aufgelöst. Damit ist die Formel-1-Karriere des Weltmeisters von 1997 aller Voraussicht nach beendet.

"Jacques hat in diesem Jahr gute Leistungen gezeigt und einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung des Teams und des Fahrzeugs geleistet", sagte Theissen. Die Entscheidung, nach Villeneuves Unfall in Hockenheim Kubica im Renneinsatz beobachten zu wollen, habe aber auch die Position des Kanadiers beeinflusst. "Wir haben volles Verständnis dafür, dass es für Jacques schwierig ist, in dieser ungewissen Situation sein Engagement aufrechtzuerhalten", meinte Theissen.

Kubica erste Pole in der Formel 1

Kubica, der als erster Pole ein Formel-1-Rennen bestritt, war in Budapest als Ersatzmann für Villeneuve zum Einsatz gekommen. Der Kanadier hatte nach seinem Unfall eine Woche zuvor in Hockenheim über Kopfschmerzen geklagt. Theissen hatte bereits in Ungarn erklärt, dass das Team nach der Analyse des Rennwochenendes eine Entscheidung für den Rest der Saison treffen wolle, die unabhängig von Villeneuves Gesundheitszustand sei.

Der Kanadier, der 1997 bei Williams Weltmeister wurde und von insgesamt 165 Grand Prix elf gewann, wird möglicherweise ebenso wie der bei Mclaren-Mercedes gescheiterte Juan Pablo Montoya (Kolumbien) in die populäre Nascar-Serie in den USA wechseln. In Amerika hat der frühere Indy-500- und Cart-Champion noch einen guten Namen.

Villeneuve war Ende 2003 nach fünf wenig erfolgreichen Jahren bei BAR ausgemustert worden. Ende 2004 fuhr er drei Rennen als Aushilfspilot bei Renault, bevor er 2005 für zwei Jahre bei Sauber anheuerte. BMW übernahm mit dem Schweizer Rennstall auch Villeneuves Vertrag, zögerte aber lange, ihn als zweiten Fahrer neben Heidfeld zu bestätigen. Danach hatte der 35 Jahre alte Kanadier aber gute Leistungen gebracht. Bei zwölf Starts holte er sieben WM-Punkte für das Team, in den Trainingsduellen mit Nick Heidfeld hatte er die Nase mit 7:5 vorn.

Von BMW-Sauber verabschiedete sich Villeneuve nicht unbedingt bester Laune. "Ich bin sehr enttäuscht", sagte der Sohn des legendären Gilles Villeneuve: "Ich hatte mich darauf gefreut, langfristig mit BMW zusammenzuarbeiten und in der kommenden Saison von der gemeinsamen Erfahrung zu profitieren." Immerhin, so Villeneuve weiter, habe er jetzt ausreichend Zeit, um sich auf künftige Projekte zu konzentrieren.

© SID

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