Motorsport Formel1
BMW-Sauber will in der neuen Saison angreifen

Etabliert hat sich BMW-Sauber in der letzten Formel-1-WM als dritte Kraft, nun will man Mclaren-Mercedes und Ferrari attackieren. "Im nächsten Jahr wollen wir das erste Rennen gewinnen", sagt BMW-Motorsportchef Theissen.

Das WM-Jahr 2007 ist in der Formel 1 passé und hat dem BMW-Sauber-Rennstall mächtig Auftrieb für die kommende Saison gegeben. Die Ziele werden nun höher gesteckt, wie BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen verspricht. "Im nächsten Jahr wollen wir das erste Rennen gewinnen", fordert er in einem vom Team verbreiteten Interview und nimmt für das kommende Jahr in der Formel 1 die beiden Top-Teams Ferrari und Mclaren-Mercedes ins Visier.

Weil diese vier Autos auf der Strecke in diesem Jahr noch schneller waren als die Münchner, bedeutet Theissen auch der zweite Platz in der Konstrukteurs-WM hinter Ferrari "nicht wirklich etwas", weil er am grünen Tisch durch den Ausschluss der Silberpfeile zustande kam. "Es sind noch vier Autos schneller als wir, und die wollen wir auf der Strecke schlagen", erklärt der 55-Jährige.

Stolz auf in der letzten Saison Erreichtes

Gefühlt waren die Weiß-Blauen dritte Kraft, und darauf sind sie auch stolz. "Es war eine starke Saison, an deren Ende wir sogar noch die 100-Punkte-Marke geknackt haben", meint Theissen, der vor Beginn der Saison Platz vier mit deutlich mehr als den 36 WM-Punkten von 2006 als Pflicht ausgegeben hatte.

"Es war überraschend, dass wir uns von Anfang an als dritte Kraft präsentiert haben und diese Position praktisch in jedem Rennen unter Beweis stellen konnten", sagt der Teamchef: "Die Ingenieure sehen also: Unsere Ideen schlagen an. Das schafft Vertrauen in die eigene Strategie. Sie können ableiten: Der Weg, den wir gehen, ist richtig."

Bessere Aerodynamik als Schlüssel

Das Potenzial, um die Lücke nach ganz vorne schließen zu können, sieht Theissen vor allem in der Aerodynamik. "Es geht nicht darum, 2008 eine spezielle Schwäche zu eliminieren, sondern darum, die drei bis fünf Prozent in allen Bereichen zu finden, die noch zur Spitze fehlen. Das ist der Feinschliff", sagt er: "Dass dies nicht von selbst passiert, wissen wir."

Der Aufbau des Teams nach der Übernahme von Sauber zur Saison 2006 ist inzwischen abgeschlossen. Neben den wie zuvor 300 Mitarbeitern in der Zentrale in München wurde die Personalstärke in der Fabrik in Hinwil/Schweiz von 275 auf 420 ausgebaut.

Suche nach Testfahrer läuft auf Hochtouren

Nachdem die Verträge mit den beiden Stammpiloten Nick Heidfeld (Mönchengladbach) und Robert Kubica (Polen) nach starken Leistungen schon frühzeitig in diesem Jahr verlängert worden waren, ist BMW-Sauber jetzt auf der Suche nach einem neuen Test- und Ersatzfahrer. Sebastian Vettel (Heppenheim) hatte schon während der abgelaufenen Saison den Sprung zum Stammpiloten bei Toro Rosso geschafft. GP2-Champion Timo Glock (Wersau) fährt 2008 für Toyota.

In Kürze werden mehrere Kandidaten getestet, erklärt Theissen, der am Wochenende am Rande des Tourenwagen-WM-Finales in Macau ein besonderes Auge auf den traditionsreichen Formel-3-GP geworfen hatte. "Für mich ist diese Veranstaltung die beste, um den aktuellen Stand der weltbesten Formel-3-Piloten zu beobachten. Ich sehe vier oder fünf Kandidaten, die ein großes Potenzial besitzen", sagte er in Macau dem sid: "Wenn diese dann noch aus unserem Nachwuchsprogramm mit der Formel BMW stammen, können sie sich Hoffnungen auf einen Vertrag als Testfahrer bei BMW-Sauber machen."

Einer, auf den diese Beschreibung passen könnte, ist der 20-jährige Nico Hülkenberg (Emmerich), der von Michael Schumachers Manager Willi Weber betreut wird. Auf der Kandidatenliste steht auch der ebenfalls von Weber beratene 18-jährige Christian Vietoris (Lissendorf), der am Donnerstag in Valencia erstmals im Formel-1-Auto sitzen wird. Diesen Test hatte er sich durch den Sieg beim Weltfinale der Formel BMW 2006 erkämpft. Konkurrenz kommt aber auch aus dem Ausland, etwa durch den britischen Formel-3-Champion Marko Asmer (Estland) oder GP2-Pilot Adam Carroll (Großbritannien).

© SID

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