Motorsport Formel1
BMW und Mercedes werden "Schumi" vermissen

Ferrari-Pilot Michael Schumacher kehrt der Formel 1 am Sonntag den Rücken. Nach dem 250. Grand Prix ist für den Kerpener definitiv Schluss. Die Konkurrenz aus Deutschland beaduert "Schumis" Rücktritt.

Michael Schumacher verabschiedet sich nach 250 Formel-1-Rennen aus der "Königsklasse" des Motorsports. Die Tatsache, dass der Rekord-Weltmeister und Ferrari-Pilot abtritt, löst bei der Konkurrenz aus Deutschland jedoch keine Jubelarien aus - ganz im Gegenteil. "In der Tat geht die erfolgreichste Fahrerkarriere in der Geschichte der Formel 1 zu Ende. Michael Schumacher hat mehr als 15 Jahre den Maßstab gesetzt", sagte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen dem Sport-Informations-Dienst (sid). Auch Mercedes-Sportchef Norbert Haug bedauert "Schumis" Schritt.

Von der Fitness und seiner fahrerischen Klasse her hätte Schumacher laut Theissen ohne weiteres noch zwei Jahre fahren können. Natürlich hinterlasse sein Rücktritt eine große Lücke, aber es werden neue Champions nachkommen, meint der Sportchef der Münchner.

Haug glaubt an rückläufiges Interesse

Theissens Stuttgarter Kollege Norbert Haug, der mit dem siebenmaligen Weltmeister seit vielen Jahren befreundet ist, geht davon aus, dass kein deutscher Fahrer umgehend in Michaels Rolle schlüpfen kann. Die Zahlen werden im nächsten Jahr vielleicht anfangs rückläufig sein, "aber auch wenn fünf und nicht mehr zehn Mill. zuschauen, ist dies immer noch eine stolze und konkurrenzlose Zahl", sagt der Mercedes-Sportchef.

Theissen ist sicher, dass es weiterhin deutsche Stars zu sehen gibt. Außerdem sei die Formel 1 ein weltumspannendes Sportereignis. In Spanien habe Fernando Alonso einen Boom ausgelöst, dort habe die Formel 1 den Motorradrennsport überflügelt und Zuwachsraten in der TV-Berichterstattung im zweistelligen Bereich erzielt, meint der BMW-Motorsportdirektor.

Theissen muss aber auch zugeben, dass es einen Piloten, der die Erfolgsstatistik von Michael Schumacher übertrumpft, wahrscheinlich nie geben wird: "Großartige Fahrer, die die Fans ebenso begeistern wie Michael es getan hat, hingegen schon." Für Haug ist die Frage nach einem Schumacher-Nachfolger bereits geklärt: "Der, der die meisten Rennen und Titel gewinnt, und ich hoffe, er sitzt im silbernen Auto."

WM für Theissen und Haug noch nicht gelaufen

Nach Einschätzung der Sportchefs ist das Titelrennen noch nicht gelaufen, auch wenn Schumacher angesichts eines Zehn-Punkte-Rückstands auf Weltmeister Fernando Alonso bereits aufgegeben hat. "So lange es noch eine Chance gibt, und sei sie noch so gering, darf man nicht aufgeben. Das werden Schumacher und Ferrari auch nicht tun", sagt Theissen. Laut Haug könne es Schumacher noch schaffen, es sei in diesem Jahr schon so viel Unerwartetes passiert, da wäre es der Höhepunkt, wenn Alonso beim Finale ohne Punkte bliebe und Schumi gewänne: "Möglich ist das, wahrscheinlich nicht."

Die eigene Bilanz sehe eindeutig positiv aus, erzählt Theissen: "Wir haben mehr erreicht, als wir in unserer ersten Saison erwarten konnten." Man sei im Qualifying schon 16-mal unter die schnellsten Zehn gekommen, einmal gar bis in die zweite Startreihe vorgestoßen. In den 17 bisher ausgetragenen Rennen habe man 15 Punkteränge und sogar zwei Podiumsplätze erzielt. "Und damit liegen wir klar vor unserem Plan", betont der BMW-Motorsportdirektor.

Mercedes-Sportchef Norbert Haug gesteht, dass sein Team hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist: "Wir wollten Erster werden und sind Dritter geworden. Wir müssen uns konsequent steigern." Deshalb sei die Zielsetzung für 2007 klar, zumal Weltmeister Alonso dann im Silberpfeil sitzen wird. Haug: "Wir wollen um beide Titel kämpfen."

© SID

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