Motorsport Formel1
BMW und Williams mit ersten Tests in Barcelona

Nach sechsjähriger Ehe sind BMW und Williams bei Tests in Barcelona erstmals als zwei eigenständige Formel-1-Rennställe gegeneinander gefahren. Dabei kam es zum deutschen Duell zwischen Nick Heidfeld und Nico Rosberg.

Eine neue Ära ist eingeläutet worden: Am Dienstag sind BMW und Williams bei den ersten Formel-1-Testfahrten für die Saison 2006 in Barcelona erstmals nach sechsjähriger blau-weißer Ehe gegeneinander gefahren. Das neue BMW-Sauber-Team trat mit dem von Williams mitgenommenen Mönchengladbacher Nick Heidfeld und weißen Teamtrucks an, die Briten mit dem vom Test- zum Stammfahrer beförderten Nico Rosberg und in Dunkelblau. Beide Teams waren mit Interims-Autos unterwegs, allerdings schon jeweils mit den neuen V8-Motoren.

Rosberg, 2006 neben Heidfeld und den Schumacher-Brüdern Michael und Ralf vierter Deutscher in der Königsklasse, hat sich mit der Bestätigung als Stammfahrer bereits einen Traum erfüllt. "Jetzt muss ich sehen, dass ich das Beste daraus mache, dass ich meinen Wert beweisen kann", sagt der 20 Jahre alte Sohn von Ex-Weltmeister Keke Rosberg (Finnland), der im Oktober Meister in der GP2-Serie wurde.

Rosberg will Webber schlagen

Seine ersten Ziele formuliert Rosberg dabei ganz klar: gegen seinen Teamkollegen Mark Webber so gut wie möglich auszusehen, "ihn vielleicht sogar zu schlagen". Und natürlich auch seine Qualitäten als Entwickler und technisch kompetenter Fahrer zu beweisen.

Nick Heidfeld hatte bereits am Montag seine unfreiwillige Pause beendet. Seit dem Training zum Italien-GP in Monza Anfang September hatte er nicht mehr im Formel-1-Auto gesessen, erst wegen Nachwirkungen der Gehirnerschütterung seines Testunfalls in Monza, dann wegen eines Fahrradunfall mit dem Bruch des rechten Schulterblatts. Deshalb machte dem Mönchengladbacher die Premiere mit dem BMW-Sauber doppelten Spaß.

Heidfeld gibt sich bescheiden

Auch wenn er weiß, dass viel Arbeit vor ihm liegt, bis die Münchner zum erhofften Top-Team werden. Für 2006 ist Heidfeld eher bescheiden in seinen Ansprüchen. "Das klingt vielleicht erst einmal nach einem ziemlich niedrigen Ziel - aber ich hoffe, dass wir unter die Top Sechs in der Teamwertung kommen", sagt "Quick Nick". Sauber war 2005 Achter.

"Es wird einfach Zeit brauchen. Für mich ist nicht das wichtigste, nächstes Jahr erfolgreich zu sein, sondern wo wir in drei Jahren sind, dass wir 2008 Rennen gewinnen können. Natürlich hoffe ich, dass wir nächstes Jahr eine gute Saison haben und alle überraschen können. Aber es wäre unrealistisch, zu glauben, dass man einfach ein Team kaufen und auf Anhieb gewinnen kann", erklärte Heidfeld.

Dass 2006 für viele Fans und Experten vor allem das Prestigeduell zwischen den alten Partnern BMW und Williams interessant sein wird, ist Heidfeld klar, auch wenn er selbst das nicht so sieht: "Ich werde sie zwar ein bisschen genauer beobachten, das ist normal. Aber ich lege nicht mehr Wert darauf, sie zu schlagen, als jeden anderen Gegner auch."

Toyota mit guten Zeiten

Deshalb störte es ihn auch überhaupt nicht, dass Rosberg im Willlams am Dienstag ein Stückchen vor ihm in der Zeitenliste stand, zumal BMW-Sauber am Nachmittag wieder einige Probleme hatte und nicht viel fahren konnte. Gute Zeiten registrierte auch Toyota, das als einziges Team bereits mit einem komplett neuen Auto antrat. Ralf Schumacher wird allerdings erst am Donnerstag in Barcelona erwartet.

BMW-Sauber stellt sein neues Auto am 16. und 17. Januar in Valencia vor, es wird möglicherweise im Laufe der Saison noch einmal renoviert. Heidfeld geht jedenfalls davon aus, "dass es während des Jahres noch einmal ein neues Auto geben wird, zumindest, was die Aerodynamik angeht."

© SID

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