Motorsport Formel1
BMW zieht sich aus der Formel 1 zurück

Der Automobilhersteller BMW beendet zum Jahresende überraschend sein Engagement in der Formel 1. Grund für den Ausstieg ist offiziell nach ein Strategiewechsel innerhalb des Unternehmens. Vermutlich spielt aber auch die Erfolglosigkeit des Teams eine gewisse Rolle.

Vollbremsung statt Hinterherfahren: Für BMW schalten die Ampeln in der Formel 1 am Saisonende auf Rot. Um 10.06 Uhr am Mittwoch verkündete Vorstandschef Norbert Reithofer in der Münchner Konzernzentrale den überraschenden wie umstrittenen Abschied aus der "Königsklasse" wegen der "strategischen Neuausrichtung des Unternehmens". Ein Verkauf des BMW-Sauber-Teams mit dem deutschen Fahrer Nick Heidfeld und 740 Mitarbeitern ist möglich, der Einstieg in die DTM als Ersatz für die "Königsklasse" eine Option.

"Diese Woche steht die Unterschrift unter ein neues Concorde Agreement in der Formel 1 an. Wir haben uns die Frage gestellt: Wollen wir uns über drei Jahre bis 2012 binden? Wir haben entschieden, dass wir das nicht über einen so langen Zeitraum tun wollen", sagte Reithofer. Die damit gesparten etwa 280 Mill. Euro sollen in die Bereiche "neue Antriebstechnologien und Nachhaltigkeit gesteckt" werden. Das gesamte Team und BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen wurden von der am Dienstag im Vorstand getroffenen Entscheidung überrollt. Theissen war erst zu Beginn der Woche informiert worden.

Theissen "persönlich enttäuscht"

"Natürlich bin ich persönlich enttäuscht, die zehn Jahre in der Formel 1 waren aber für mich eine phantastische Zeit. Aus rein sportlicher Sicht hätte einiges für den Verbleib in der Formel 1 gesprochen", sagte Theissen sichtbar bewegt. Nick Heidfeld begibt sich jetzt auf Arbeitsplatzsuche: "Die Entscheidung kommt für mich unerwartet. Es tut mir speziell für das Team und alle Mitarbeiter, mit denen ich über Jahre hinweg das Projekt aufbauen durfte, sehr leid."

Die Weiß-Blauen haben nach drei Jahren des stetigen Aufstiegs seit der Übernahme des Sauber-Teams im Jahr 2006 mit dem Höhepunkt des Doppelsieges im Vorjahr in Montreal das Ziel Titel in diesem klar schon früh verfehlt. Mit nur acht Punkten steht das Team auf dem drittletzten WM-Platz. Zwar dementierte Reithofer einen Zusammenhang zwischen der schlechten Performance und dem Ausstieg, aber BMW-Entwicklungsvorstand Klaus Draeger meinte: "Wir haben immer gesagt, dass sich die Formel 1 rechnet, wenn wir unter den Ersten fahren."

Nicht nur RTL-Experte Christian Danner findet den Ausstieg in der derzeitigen Situation "blamabel: In einer Zeit der völligen Erfolglosigkeit den Schwanz einzuziehen, ist nicht besonders clever."

Verkauf "natürlich ein denkbares Szenario"

Draeger schloss trotzdem definitiv aus, dass BMW in Zukunft als Motorenlieferant in der "Königsklasse" zur Verfügung stehen wird. Bis September solle eine Entscheidung fallen, was aus Mitarbeitern des Formel-1-Projekts in den Standorten Hinwil/Schweiz, München und Landshut werde. "Wir prüfen derzeit alle Optionen für die Zukunft des Teams und bewerten sie", sagte Theissen. Ein Verkauf des Rennstalls nach dem Vorbild von Honda - das Nachfolgeteam Brawn-GP ist mit Jenson Button (Großbritannien) derzeit die Nummer 1 - sei "natürlich ein denkbares Szenario".

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