Motorsport Formel1
Brawn muss um Geld und Posten zittern

Ross Brawn kämpft um seine Zukunft und um 30 Mill. Euro. Am 6. Mai geht es bei einem Meeting der Fota nicht nur um seinen Posten, sondern auch um viel Geld.

Noch liegt das Team von "Superhirn" Ross Brawn vor China-Triumphator Sebastian Vettel, aber am 6. Mai muss der WM-Spitzenreiter um seine Zukunft kämpfen. Es geht um Macht und Mill. in der Formel 1.

Bei einem Meeting der Teamvereinigung Fota vor dem Großen Preis von Spanien in Barcelona wird entschieden, ob dem Nachfolgeteam von Honda 30 Mill. Euro Vermarktungseinnahmen zugestanden werden. Die Zeichen stehen eher schlecht, denn Brawn wird wegen seiner zweifelhaften Rolle in der Diffusor-Affäre von den anderen Formel-1-Rennställen heftig kritisiert.

"Brawn ist unser Technischer Delegierter. Er benutzt ein Auto, das uns verboten wurde. Er zwingt mich dazu, Geld auszugeben, das ich nicht im Budget habe", sagte Renault Teamboss Flavio Briatore: "Brawn ist reicher als alle anderen. Honda kommt komplett für seine Kosten auf, und er hat auch noch 130 Mill. auf die Hand bekommen." Der Chef des Siegers der ersten beiden Rennen muss offenbar auch um seinen wichtigen Posten als Vorsitzender der technischen Arbeitsgruppe der Fota fürchten.

Theissen: "In Sachen Geld ist noch nichts unterschrieben"

BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen bestätigte, dass beim kommenden Fota-Meeting über diese beiden Punkte gesprochen werde. "In Sachen Geld ist noch nichts unterschrieben", sagte Theissen beim Großen Preis von China in Shanghai. 70 Prozent der Teams müssten zustimmen, dass Brawn-Mercedes die Millionenspende bekommt. Danach sieht es momentan nicht aus, was auch Vettel einen Vorteil bringen könnte. Knackpunkt ist, ob sie als Nachfolgeteam von Honda oder als neuer Rennstall eingestuft werden.

Briatore: "Ich bin dafür, Brawn als neues Team einzustufen und drei Jahre kein Geld zu geben - keine Transportkosten, überhaupt nichts." Neben Renault und BMW sind wohl auch Vettels Red Bull, Toro Rosso und Ferrari dagegen. Mercedes - Brawn ist Motorenkunde der Stuttgarter - ist dagegen für den warmen Geldregen.

"Brawn wäre in den ersten beiden Rennen nie auf Platz eins gefahren, wenn Honda nicht so viel Geld reingesteckt hätte", sagte Mercedes-Sportchef Norbert Haug: "Die haben einfach einen verdammt guten Job gemacht, und die anderen Teams müssen sich an die eigene Nase fassen."

Der Diffusor als Kernproblem des Streits

Hintergrund des Streits sind angeblich vor der Saison unter den Teams getroffene Absprachen, den Diffusor nicht einzusetzen. Daran hatte sich Brawn nicht gehalten. Das wichtige Aerodynamik-Bauteil, das pro Runde einen Zeitvorteil von mindestens einer halben Sekunde bringen soll, war vom Berufungsgericht des Automobil-Weltverbandes FIA vor einigen Tagen als legal eingestuft worden. Somit müssen alle Teams ohne Diffusor nun mit Millionenaufwand nachrüsten.

Ross Brawn sieht den Streit, in dem es immerhin um 30 Mill. Euro und seinen Posten geht, nach außen gelassen: "Flavio sollte mal neue Medikamente nehmen."

© SID

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