Motorsport Formel1
Budapest: Button feiert ersten Formel-1-Sieg

Nur wenige Runden vor der Zieleinfahrt war der Traum von der großen Aufholjagd in der Formel-1-WM 2006 für Michael Schumacher vorerst ausgeträumt: Der siebenmalige Weltmeister schied nach dem Ausfall von Titelverteidiger Fernando Alonso im spektakulären Großen Preis von Ungarn drei Runden vor dem Ende ebenfalls aus. Über einen WM-Punkt darf sich "Schumi" im Nachhinein aber doch noch freuen. Da der BMW-Sauber des siebtplatzierten Robert Kubica nach dem Rennen zwei Kilo unter dem Mindestgewicht von 600 kg lag, wurde der Pole disqualifiziert. Der nach seinem Ausfall auf Rang neun geführte Schumacher rückte somit auf Platz acht vor.

Schumacher, der nach zuletzt drei Siegen hintereinander einem scheinbar sicheren vierten Platz entgegenfuhr, wurde offenbar durch einen Defekt an der Vorderrad-Aufhängung aus der verregneten Bahn geworfen. "Das ist beim Manöver mit Heidfeld passiert, das Heck seines Autos ist dabei gegen mein Vorderrad geknallt." Das sei zwar nicht so hart gewesen, "es hat aber gereicht, dass sich die Spurstange aufgelöst hat".

"Das ist sehr, sehr schade, denn ich hatte ja schon viel Boden gutgemacht", so Schumacher, der trotz der verpassten Chance gefasst wirkte: "Jetzt geht s erstmal in Urlaub, danach greifen wir wieder an." Er habe sich in der spannenden Schlussphase für Trockenreifen entschieden, um noch aufs Podium zu fahren, meinte der 37-Jährige: "Die Frage war: Podium oder nur Punkte, und wir haben auf Risiko gesetzt."

Anstatt fünf holte der Deutsche letztlich nur einen Punkt auf WM-Spitzenreiter Alonso auf und liegt bei fünf noch ausstehenden Rennen zehn Zähler hinter dem führenden Spanier zurück. "Wir sind noch mit einem blauen Auge davongekommen, es hätte ja viel schlimmer für uns kommen können - wenn Alonso heute gewonnen hätte", sagte Ferrari-Technikchef Ross Brawn.

Alonso beklagt ersten Ausfall der Saison

Alonso hatte wenige Minuten zuvor den ersten Ausfall der Saison beklagt. Der Renault-Pilot rutschte ohne Bedrängnis klar in Führung liegend in die Reifenstapel, nachdem er kurz zuvor voll auf Risiko gesetzt hatte und Trockenreifen aufziehen ließ. "Vorne rechts ist irgendetwas davongeflogen", erklärte Alonso und begründete seinen Ausrutscher mit einem Defekt, was Renault-Technikchef Pat Symonds bestätigte: "Es war ein Fehler am Auto, was genau, das müssen wir noch untersuchen". Offenbar hatte sich eine Radmutter gelöst, zudem brach wohl die Antriebswelle.

Die Gunst der Stunde nutzte Honda-Pilot Jenson Button, der im 114. Grand Prix seiner Karriere den ersten Sieg feierte. Der Brite verwies Pedro de la Rosa (Spanien) im Mclaren-Mercedes auf Platz zwei. Als Dritter holte der Mönchengladbacher Nick Heidfeld sechs Zähler für BMW-Sauber. Ralf Schumacher rettete im Toyota einen sechsten Platz ins Ziel.

"Was für ein Tag. Wir haben in den letzten Rennen so hart für diesen Erfolg gearbeitet", sagte Triumphator Button: "Es hat viel Spaß gemacht. Die letzten zehn Runden waren fantastisch. Es ist toll, so seinem ersten Sieg entgegenzufahren."

Überglücklich war auch Heidfeld: "Jetzt aufs Podium zu fahren und mit dem zweiten Auto in die Punkte, gibt eine Riesen-Motivation. Ich habe am Ende schnell auf Michael aufgeholt, weil seine Reifen gegen Null abgebaut haben. Ich habe dann gleich die erste Chance genutzt, ihn zu überholen."

Für Neuling Nico Rosberg (Wiesbaden) war das Rennen schnell beendet. Der Sohn des früheren Formel-1-Weltmeisters Keke Rosberg schied nach einem Ausrutscher in der 21. Runde aus. Riesenglück hatte Kimi Räikkönen, der am Sonntag seinen 100. Grand Prix fuhr. Der Finne krachte beim Überrunden ins Heck des vor ihm fahrenden Italieners Vitantonio Liuzzi im Toro-Rosso-Cosworth.

In der Box stockte dem gesamten Mclaren-Mercedes-Team der Atem, Räikkönen vermied wie durch ein Wunder einen Überschlag, doch sein "Silberpfeil" besaß nur noch Schrottwert. Wegen der Bergungs- und Aufräumarbeiten wurde das Safety Car für fünf Runden auf die Strecke geschickt. "Er wurde langsamer, da habe ich ihn gerammt", sagte der "Iceman". Liuzzi, der am Sonntag seinen 25. Geburtstag feierte, meinte, er sei vom Gas gegangen, um Räikkönen überholen zu lassen: "Das war wohl ein Missverständnis."

© SID

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