Motorsport Formel1
Budget-Obergrenze für Formel 1 bei 44 Millionen

In der Formel 1 soll die Budget-Obergrenze ab der Saison 2010 bei rund 44 Mill. Euro liegen. Die Teams haben jedoch auch die Möglichkeit sich diesem Limit zu entziehen.

Die FIA hat ihren Sparkurs durchgedrückt, ist aber den Formel-1-Teams ein Stück entgegengekommen: Die künftige freiwillige Budget-Obergrenze für die Saison 2010 wird bei rund 44 Mill. Euro liegen und dabei nicht die Fahrergehälter beinhalten. Das teilte der Automobil-Weltverband am Donnerstag mit. Das World Motor Sport Council der FIA hatte am Tag zuvor in Paris beschlossen, die Summe von den ursprünglich geplanten 33 Mill. Euro zu erhöhen.

Bei der offiziellen Einschreibung für die WM 2010, die zwischen dem 22. und 29. Mai 2009 erfolgt, müssen die Teams entscheiden, ob sie unter den bisherigen Regeln weitermachen oder sich der neuen Obergrenze unterwerfen wollen. Als Leistungsausgleich dürften sie dafür verstellbare Front- und Heckflügel sowie Motoren ohne Drehzahllimit verwenden. Dazu dürften sie innerhalb ihres Finanzrahmens unter anderem unbegrenzte Testfahrten außerhalb der Saison sowie unbegrenzte Windkanalzeit nutzen, was für die anderen Teams beschränkt bleibt.

"Wenn wir das nicht machen würden, dann würden wir viele Teams verlieren", hatte FIA-Präsident Max Mosley bereits am Mittwoch in Paris erklärt und seine Hoffnung geäußert, dass die Teams die Pläne "attraktiv finden".

Vor allem bei der Ausgrenzung der Fahrergehälter ist die FIA auf die Top-Teams zugegangen, die die ursprünglichen Pläne von FIA-Chef Max Mosley kritisiert hatten. Neben allen Zahlungen an Fahrer- und Testfahrer sind auch Gelder für Marketing und Hospitality, Strafen durch die FIA, nachweisbar nicht leistungssteigernde Maßnahmen sowie für 2010 auch Motorenkosten ausgeklammert. Überwachen soll die Obergrenze eine unabhängige Kommission mit je einem rennsport-erfahrenen Vorsitzenden und Beisitzer sowie einem zweiten Beisitzer, der ein Finanzexperte ist.

Kritik aus Italien

Vor der offiziellen Bekanntgabe hatte es in italienischen Medien am Donnerstag noch einen Sturm der Entrüstung gegen die Budgetgrenze gegeben, die Mosley schon am Tag zuvor angedeutet hatte. "Ferrari ist wütend und überlegt den Austritt aus der Formel 1. Der Verbündete Mosley wird zum Erzfeind", schrieb der Corriere dello Sport.

"Revolution und Provokation. Mosley macht weiter und ignoriert die Warnungen Montezemolos", meinte die Gazzetta dello Sport und mutmaßte, dass die neue Regel zwar kleine Teams anlocken, aber die Hersteller vertreiben könnte. "Mosley gegen Ferrari, der Krieg geht weiter", titelte La Repubblicca: "Ferrari kann die FIA-Regeln nicht akzeptieren. Sollte es zu einem Bruch kommen, könnte sich Maranello aus der Formel 1 verabschieden und Mclaren-Mercedes, Toyota, Renault und BMW mitnehmen."

Die Höchstzahl von Startern für die Saison 2010 wird um zwei auf maximal 26 (zwei pro Team) erhöht. Um Neu-Einsteigern den Start zu erleichtern, sollen sie sofort an den kommerziellen Einnahmen beteiligt werden. Das soll eine jährliche Zahlung von zehn Mill. Dollar für jedes Team, den freien Transport von zwei Autos und zusätzlich zehn Tonnen Fracht sowie 20 Flugticktes für jedes Rennen außerhalb Europas umfassen.

Zuletzt hatten unter anderem der Rennwagenbauer Lola, die Firma Prodrive des früheren Benetton - und BAR-Teamchefs David Richards - vielleicht mit Unterstützung von Aston Martin - und ein neues Team aus den USA Interesse an einem Einstieg bekundet. Auch das eine oder andere GP2-Team liegäugelt mit dem Aufstieg in die Formel 1.

Formel-1-Saison 2010: Nachtanken verboten

Unterdessen hat die FIA für die Saison 2010 das Nachtanken und die Benutzung von Reifenwärmern verboten. Mit dem Tankverbot verfolgt der Weltverband zwei Ziele. Zum einen sollen die Kosten für Transport und Betrieb der Tankanlagen eingespart werden, zum anderen Anreize für die Motorenhersteller gesetzt werden, um verbrauchsgünstigere Motoren zu entwickeln. Ein Auto, das weniger Benzin für ein ganzes Rennen mitnehmen müsste, wäre leichter, so die Rechnung der FIA.

Schwerer werden müssen dagegen die Autos, die anstatt bislang 605 künftig mindestens 620 Kilo schwer sein müssen. Damit müssen die Fahrer nicht mehr übermäßig Gewicht abhungern, um das Mehrgewicht des Energierückgewinnungssystems Kers auszugleichen.

© SID

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