Motorsport Formel1
Button sichert sich die Pole, Vettel auf Rang drei

Jenson Button (Brawn GP) hat sich beim Qualifying in Melbourne die Pole Position vor Teamkollege Rubens Barrichello gesichert. Von Rang drei startet Sebastian Vettel im Red Bull.

Lausbub Sebastian Vettel strahlte mit der Abendsonne in Melbourne um die Wette und freute sich über seinen gelungenen Streich. Der 21-Jährige raste mit seinem Red Bull zum Saisonstart 2009 in die zweite Startreihe. "Ich bin überglücklich, denn mit diesem dritten Platz hatte ich nach unseren Problemen am Freitag nicht gerechnet", sagte Vettel, seit dem Husarenritt in Monza 2008 der jüngste Sieger der Formel-1-Geschichte.

Button auf der Pole vor Barrichello

Nur Jenson Button (Großbritannien) und Rubens Barrichello (Brasilien) waren im Qualifying zum Großen Preis von Australien (Sonntag 8.00 Uhr Mesz/live bei Premiere und RTL) schneller als Vettel. Allerdings soll der Brawn-Mercedes der Wintertest-Könige illegal sein. Eine Entscheidung in der "Diffusor-Affäre" fällt erst am 14. April, dann tagt das Berufungsgericht des Automobil-Weltverbandes FIA in Paris.

Button und Barrichello spielten mit der Konkurrenz, es schien, als würden sie sogar nur mit angezogener Handbremse fahren. Button sicherte sich in 1:26,202 Minuten die vierte Pole Position seiner Karriere. "Es ist wirklich wahnsinnig, dass du kein Cockpit und keine Zukunft hast und dann hier auf die Pole Position fährst", sagte Button: "Das ist der Platz, den wir nach der harten Zeit verdient haben."

Barrichello machte in 1:26,505 auf dem zweiten Patz den Doppelschlag des Honda-Nachfolgeteams perfekt. "Das ist absolut sensationell, wenn man bedenkt, dass wir im Winter ja überhaupt nicht wussten, ob wir überleben werden", sagte Teambesitzer Ross Brawn.

Rosberg startet als Fünfter

Williams-Pilot Nico Rosberg (Wiesbaden), der das freie Training dominiert hatte, landete auf dem fünften Platz. Nick Heidfeld (Mönchengladbach) kam im BMW-Sauber nicht über Platz neun hinaus, Adrian Sutil (Gräfelfing) war im Force-India-Mercedes auf dem 16. Rang sportlich das deutsche Schlusslicht. Drei Plätze hinter ihm muss aber trotz der sechstbesten Zeit Timo Glock (Wersau) starten. Der Toyota-Pilot und Teamkollege Jarno Trulli (Italien) wurden auf die letzten beiden Plätze zurückgestuft, da Elemente am oberen Heckflügel beider Autos zu flexibel gewesen seien.

"Das ist ein großer Fortschritt, wenn man sich jetzt schon über einen fünften Platz ärgert", meinte Rosberg. Auch Glock hatte sich mehr ausgerechnet, man habe jedoch im letzten freien Training Zeit verloren: "Da hatten wir das Setup erst auf den letzten Drücker hingebogen." Heidfeld gab zu, das Ergebnis sei nicht das, was er sich nach den Wintertests gewünscht habe. Der Mönchengladbacher registrierte auch positive Dinge: "Wir haben das Auto in jedem Training verbessert."

Probleme bei Mclaren-Mercedes

Weltmeister Lewis Hamilton wurde von einem Getriebeproblem am Mclaren-Mercedes gestoppt. Da am "Silberpfeil" des Briten im Anschluss das Getriebe gewechselt werden musste, wurde Hamilton sogar von Platz 15 auf den 20. und damit letzten Platz zurückgestuft. Durch die Toyota-Disqualifikation rückte er aber wieder um zwei Startplätze vor. "Unser Speed war natürlich nicht grandios, allerdings sind die Ferrari, Heidfeld und auch Alonso in unmittelbarer Nähe. Gleichwohl müssen wir uns weiter dramatisch steigern", sagte Mercedes-Sportchef Norbert Haug.

Die Ergebnisse der ersten beiden Rennen in Melbourne und eine Woche später in Kuala Lumpur sind wegen der Berufungsverhandlung allerdings ohne Gewähr. Die Teams Ferrari, Renault und Red Bull hatten am Donnerstag in Melbourne offiziell Protest gegen den Heck-Diffusor der drei Rivalen Brawn-Mercedes, Toyota und Williams-Toyota eingelegt.

Dieses Bauteil ist nach Ansicht der drei Kläger illegal und bringt einen Vorteil von etwa fünf Zehntelsekunden pro Runde. Die FIA-Sportkommissare in Melbourne wiesen den Protest aber zurück, der beanstandete Diffusor sei regelkonform, hieß es kurz und knapp in der Begründung.

Sollte das FIA-Berufungsgericht dem Einspruch jetzt stattgeben, könnten die sechs Autos von Brawn, Toyota und Williams nachträglich disqualifiziert werden. In diesem Fall würden die Ergebnisse der ersten beiden Rennen am grünen Tisch neu festgelegt.

Mclaren hat an FIA-Rennleiter Charlie Whiting in einem Brief um Klarstellung gebeten. Man will eine Einschätzung darüber, ob die FIA an der Interpretation zu den Diffusoren festhält. Argument: Wenn man gezwungen ist, die Diffusortechnik zu kopieren, kostet das viel Geld. Das berichtet das Fachmagazin auto, motor und sport. Mclaren verweist in dem Schreiben darauf, dass man mit einem solchen Diffusor gegen den Geist des Reglements verstoßen würde.

Doch der Samstag gehörte dem Brawn-Team, das auch neben der Strecke einen Coup landete. Virgin wird künftig als Sponsor auf den beiden Autos von Ross Brawn auftreten. Zusammen mit dem Unternehmer, Abenteurer und Milliardär Richard Branson bestätigte der Rennstall in Melbourne den Deal. "Es ist für uns eine extrem wichtige Partnerschaft. Virgin liebt es, in großartige Ingenieure zu investieren", sagte Branson, der danach die "Doppel-Pole" mitfeierte.

© SID

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