Motorsport Formel1
Button sichert sich frühzeitig den WM-Titel

Brawn-Pilot Jenson Button hat als Fünfter beim Großen Preis von Brasilien frühzeitig den WM-Titel geholt. Sieger in Sao Paulo ist der Australier Mark Webber im Red Bull.

Aus und vorbei: Als sich Jenson Button zum neuen Formel-1-König krönte, blieb Kronprinz Sebastian Vettel nur die Rolle des fairen Gratulanten. Trotz erfolgreicher Aufholjagd vom 15. bis auf den vierten Platz reichte es für den Red-Bull-Piloten aus Heppenheim nicht mehr, um Button noch in ein echtes Finale am 1. November in Abu Dhabi zu zwingen. Der 29 Jahre alte Brite machte mit Platz fünf alles klar, nachdem sein Teamkollege Rubens Barrichello nach einem Reifenschaden kurz vor Schluss nur Achter wurde.

"We are the champions", brüllte Button den Queen-Klassiker in den Boxenfunk, nachdem er vom verletzten Ferrari-Piloten Felipe Massa abgewunken worden war: "Wir sind Weltmeister, Weltmeister!" Später bei seiner ersten Pressekonferenz als neue Nummer eins meinte er: "Das war das wichtigste Rennen, das ich je gefahren bin. Ich weiß gar nicht, wieviele Punkte ich jetzt Vorsprung habe, aber das gefühl ist irre."

Auch sein Teamchef Ross Brawn war überglücklich. "Es hat alles geklappt. Unglaublich, das muss jetzt alles erstmal sacken", sagte das "Superhirn". Brawn hatte das Team nach dem Ausstieg von Honda erst in letzte Minute vor dem Saisonbeginn gerettet.

Vettel: "Ich musste das erst einmal verdauen"

Vettel blieb nach dem Rennen erstmal im Auto sitzen. "Es gibt halt einen, dem es heute besser geht als mir. Ich musste das erst einmal verdauen", gab er später zu, bevor er dem neuen Weltmeister zunächst über das Fernsehen gratulierte: "Glückwunsch an Jenson, er hat halt die meisten Punkte gesammelt. Für uns war es dennoch ein extrem positives Jahr, aber unterm Strich waren wir nicht konstant genug. Wir haben zu viele Fehler gemacht. Das sind Dinge, die man lernen muss, wenn man auf dem Weg nach oben ist."

In einem phasenweise turbulenten Rennen hatte Button die Nerven behalten und die nötigen Punkte geholt, um beim 16. von 17 WM-Läufen sich seinen WM-Traum zu erfüllen. Der Brite war als 14. einen Platz vor Vettel gestartet, in den letzten Runden fuhr er seinen Titel problemlos nach Hause. Button tritt damit die Nachfolge seines Landsmann Lewis Hamilton an, der sich im Vorjahr in Sao Paulo den Titel gesichert hatte.

Tränen gab es dagegen bei Barrichello, der zwischenzeitlich das Rennen angeführt hatte, dann aber schon vor dem Reifenschaden auf Rang drei zurückgefallen war. Damit verpasste er nicht nur seine letzte Chance auf die WM-Krone, sondern auch im 17. Anlauf den ersten Sieg in seiner Heimatstadt.

Brawn holt Konstrukteurs-WM

In der Gesamtwertung fiel Barrichello sogar mit 72 Punkten noch hinter Vettel (74) auf Rang drei zurück. Nur ein kleiner Trost für den Brasilianer war der Gewinn der Konstrukteurs-WM für Brawn, gemeinsam mit dem neuen Formel-1-König Button.

Am Triumph des Teams von Ross Brawn, dem nur ein einziger Punkt gefehlt hatte, änderte auch der zweite Grand-Prix-Sieg von Vettels Red-Bull-Kollege Mark Webber nichts mehr. Der Australier gewann vor dem Polen Robert Kubica beim vorletzten Auftritt von BMW-Sauber, Dritter wurde Hamilton. Nico Rosberg (Wiesbaden/Williams-Toyota), Nick Heidfeld (Mönchengladbach/BMW-Sauber) und Adrian Sutil (Gräfelfing/Force-India-Mercedes) schieden vorzeitig aus.

Beim Start hatte Barrichello seine Pole Position behauptet, dahinter gab es aber gleich mehrere Unfälle. In die war unter anderem auch Sutil verwickelt, der von Rang drei auf Rang vier zurückgefallen war, dann aber früh ausschied. Durch die Unfälle rückte das Safety Car aus und in der Boxengasse erlebte Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen eine Schrecksekunde. Der Finne fuhr in der Boxengasse unbeschadet durch einen Feuerball, ausgelöst durch auslaufendes Benzin, das sein Landsmann Heikki Kovalainen verteilt hatte. Der Silberpfeil-Pilot hatte den Tankschlauch mitgeschleift.

Button und Vettel arbeiten sich nach vorne

Nach der erneuten Freigabe des Rennens arbeiteten sich Button und Vettel von den zwischenzeitlichen Plätzen neun und elf erfolgreich nach vorne, während Barrichello zunächst vorneweg fuhr. Buttons Vorwärtsdrang endete zunächst erst auf Rang sieben, der von Vettel auf Position sieben. Nach Barrichellos erstem Boxenstopp in Runde 21 kam der Brasiliener zwar direkt vor dem Heppenheimer zurück auf die Piste, Vettel schaffte es aber nach wenigen Kurven, den Brawn-Piloten außen zu überholen. Vettels Teamkollege Webber schaffte es durch einen schnelleren Boxenstopp, ebenfalls an Barrichello vorbeizugehen.

Bei seinem eigenen ersten Stopp in Runde 37 gab es ein kleines Problem am linken Vorderrad, wodurch Vettel knapp hinter Button wieder auf die Piste kam, der acht Runde vorher getankt hatte. Barrichello kam in Runde 51 auch als Erster zum zweiten Stopp, Webber tankte eine Runde später nach und blieb deutlich vor dem Brasilianer, der auch an Kubica nicht herankam.

Vettel absolvierte seinen zweiten Stopp in Runde 56 und schaffte es zumindest, Button noch hinter sich zu lassen, der eine Runde vorher an der Box war und auch hinter Kovalainen auf Rang sieben zurückfiel. Am Ende profitierte er aber noch vom zweiten Stopp des Finnen und dem Pech von Barrichello.

© SID

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