Motorsport Formel1
De la Rosa steigt für Montoya ins Cockpit

Eine Ära geht vorzeitig zu Ende: Juan Pablo Montoyas schillernde Formel-1-Karriere ist noch schneller zu Ende gegangenen als erwartet. Mit sofortiger Wirkung haben das englisch-deutsche Mclaren-Mercedes-Team und der Kolumbianer am Dienstag ihren am Saisonende auslaufenden Vertrag aufgelöst.

"Rodeo-Einlage" ausschlaggebend

Die vorzeitige Trennung ist die Konsequenz aus der Missstimmung nach der Rodeo-Einlage des Südamerikaners beim vergangenen US-Grand-Prix in Indianapolis gegen seinen Teamkollegen Kimi Räikkönen (Finnland) sowie der Ankündigung seines Wechsels in die US-Nascar-Serie. Ab dem Großen Preis von Frankreich am Sonntag (14.00 Uhr/live bei RTL und Premiere) übernimmt der bisherige Testfahrer Pedro de la Rosa (Spanien) bis zum Saisonende Montoyas Cockpit.

Mit einem Tag Verzögerung nutzten Mclaren-Mercedes und Montoya den am Sonntag vom Heißsporn angekündigten Abschied gen Amerika zum beiderseitigen Rückzug mit möglichst wenig Gesichtsverlust. "Wir glauben, dass Juan Pablos Entscheidung für einen Wechsel in die Nascar-Serie für ihn beruflich wichtig ist, und wir werden ihm alle Unterstützung geben, damit es ein gelungener Übergang wird", erklärte Mercedes-Sportchef Norbert Haug. Noch am Montag hatte Mclaren-Geschäftsführer Martin Whitmarsh ungeachtet der allgemeinen Unzufriedenheit noch erklärt, dass Montoya in der laufenden Saison der Königsklasse weiter für den Rennstall fahren sollte.

Der Pilot selbst, der seit der Verpflichtung von Weltmeister Fernando Alonso (Renault) für 2007 durch sein Team aus seinem Frust trotz einer Jahresgage von neun Mill. Euro kein Hehl gemacht hatte ("Was bringt es mir, mehr Geld zu verdienen, wenn ich den ganzen Tag schlecht gelaunt bin"), gab sich erleichtert über die Einigung: "Ich habe die meiste Zeit in der Formel 1 genossen und bin dankbar, dass ich mich nun auf die Ordnung meines Lebens und meine künftige Karriere konzentrieren kann." Montoya wird nach Team-Angaben die kommenden Monate mit seiner Familie in Miami/Florida verbringen, wo seine Frau Connie im September das zweite Kind des Paares erwartet.

Die Vertragsauflösung ist ein passender Schlusspunkt hinter seine Laufbahn in der Königsklasse mit mehreren kläglich gescheiterten Anläufen auf den Titel und immer wieder aufkommender Kritik an seiner Person. In der laufenden WM-Saison belegt Montoya mit 26 Punkten lediglich Platz sechs der Gesamtwertung. In seinen 95 Grand Prix feierte der 30-Jährige sieben Siege. Vor seinen drei Erfolgen für Mclaren-Mercedes seit 2005 war Montoya in den Jahren 2001 bis 2004 auch viermal für das BMW-Williams-Team als Erster über die Ziellinie gefahren.

Rückkehr wohl ausgeschlossen

Eine spätere Rückkehr in die Formel 1 scheint ausgeschlossen. "Dieses Kapitel ist für mich abgeschlossen", hatte Montoya schon zu Wochenbeginn erklärt. Sein Nachfolger de la Rosa sitzt in Magny Cours zum zweiten Mal im Mclaren-Mercedes-Boliden. Der frühere Arrows- und Jaguar-Pilot hatte im Vorjahr in Bahrain den verletzten Kolumbianer ersetzt und dabei den fünften Platz belegt.

© SID

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