Motorsport Formel1
Der "General im Rollstuhl" wird 65 Jahre

Aus der Formel 1 ist der "General im Rollstuhl" nicht mehr wegzudenken. Sir Frank Williams wird heute 65 Jahre alt - wie immer begeht der Teamchef seinen Geburtstag ohne Feier.

Ohne Frank Williams würde der Formel 1 ein Urgestein fehlen. In der "Königsklasse" wird der Teamchef ehrfurchtsvoll "General im Rollstuhl" genannt. Heute wird Sir Frank Williams 65 Jahre. Seinen eigentlichen Ehrentag verbringt der General auf der Heimreise nach England - wie immer ohne große Party. "Ich hasse alle Feiern", sagt der Brite, der die Formel 1 in den letzten Jahrzehnten maßgeblich mitgeprägt hat. Beim gestrigen Großen Preis von Bahrain konnten ihm seine Fahrer allerdings kein Geburtstagsgeschenk machen. Nico Rosberg belegte den zehnten Rang, Alexander Wurz fuhr auf Position elf.

"Dieser Mann ist einfach zu bewundern"

"Dieser Mann ist einfach zu bewundern. Er hat eine Riesen-Leistung gebracht", erklärt Nico Rosberg, der seit Beginn der vorigen Saison als vierter Deutscher nach Heinz-Harald Frentzen, Ralf Schumacher und Nick Heidfeld für Williams fährt, und meint damit nicht nur die Erfolge des Rennstalls.

Viel bemerkenswerter ist die Tatsache, wie Williams seit mehr als 20 Jahren mit seinem schweren persönlichen Schicksal fertig wird. Am 6. März 1986 hatte sich der erfolgreiche Teamchef mit einem Leihwagen in Frankreich überschlagen, seitdem ist er querschnittsgelähmt. Williams braucht zwar die ständige Hilfe eines Pflegers, die Fäden hält er dennoch weiter in der Hand und regiert seinen Rennstall mit der gleichen eisernen Disziplin, die er selbst vorlebt. "Er ist immer noch ein Riesen-Fan, manchmal aber auch etwas schwierig", erklärt Nico Rosberg: "Bei einem schlechten Training ist die Stimmung schon mal verhagelt. Das erkennt man dann schon an seinem Gesichtsausdruck."

Auch der frühere Formel-1-Pilot Gerhard Berger, der als einstiger BMW-Motorsportdirektor einige Jahre eng mit Williams zusammenarbeitete, hat wie die gesamte "Königsklasse""unheimlichen Respekt" vor dem Briten: "Mit welcher Disziplin er sein Leben mit dem Handicap meistert, und wie er sein Team vorantreibt, ist nicht nur ein Bespiel für behinderte Menschen."

Formel 1 als große Leidenschaft

Die Formel 1 ist auch nach 38 Jahren immer noch die große Leidenschaft von Sir Frank, der 1999 von Königin Elisabeth II. in den Adelsstand erhoben wurde, und die gibt ihm die Kraft für die Arbeit als Teamchef. Und nach einer enttäuschenden Saison 2006 sieht es in diesem Jahr auch auf der Strecke wieder deutlich besser aus für das einstige Weltmeisterteam, das insgesamt neunmal den Konstrukteurstitel gewann und für das Alan Jones (1980), Keke Rosberg (1982), Nelson Piquet (1987), Nigel Mansell (1992), Alain Prost (1993), Damon Hill (1996) und Jacques Villeneuve (1997) siebenmal die Fahrer-Krone holten. Mit Motoren von Toyota waren die Briten in den ersten beiden Rennen deutlich schneller unterwegs als die Japaner selbst.

1961 fuhr der stolze Brite mit einem winzigen Austin A35 sein erstes Autorennen, doch das Business hinter dem Motorsport reizte ihn noch mehr. 1969 betrat er erstmals die Bühne der Formel 1 und investierte die für damalige Verhältnisse stolze Summe von 55 000 Pfund. 1979 schenkte ihm Clay Regazzoni in Silverstone den ersten Sieg. Es folgten 112 weitere, der bislang letzte am 24. Oktober 2004 in Sao Paulo durch Juan Pablo Montoya (Kolumbien).

Neben Erfolgen gehörten aber auch Tragödien zu Williams´ Leben. 1970 starb sein Fahrer Piers Courage in einem Williams, 1994 in Imola der legendäre Ayrton Senna. Aufgegeben hat Sir Frank jedoch nie.

© SID

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