Motorsport Formel1
Die Formel 1 spricht (fast) deutsch

In der am Wochenende mit dem Großen Preis von Bahrain startenden neuen Formel-1-Saison nimmt die deutsche Komponente mit vier Piloten, zwei Herstellern, zwei Rennen und zwei Testfahrern einen immer größeren Raum ein.

Die Formel 1 ist 2006 so deutsch wie noch nie: Vier Fahrer, zwei Hersteller, dazu zwei Rennen und zwei Testpiloten bilden die deutsche Komponente der neuen Saison. Nico Rosberg erweitert das Trio mit Michael und Ralf Schumacher sowie Nick Heidfeld zu einem Quartett, BMW kämpft ab sofort in Eigenregie gegen Mercedes und den Rest der Welt um Punkte und WM-Titel, die Fans freuen sich über Rennen auf dem Nürburgring (14. Mai) und in Hockenheim (30. Juli) und Markus Winkelhock und Adrian Sutil träumen als Testfahrer bei Midland vom großen Karrieresprung.

Mehr als vier deutsche Fahrer haben noch nie gemeinsam eine komplette Saison bestritten. Zuletzt gab es 2003 ein deutsches Quartett. Damals war neben Michael Schumacher, Ralf Schumacher und Nick Heidfeld noch der heutige DTM-Pilot Heinz-Harald Frentzen am Start. In der Saison 2004 war Timo Glock (Wersau) bei Jordan zumindest für vier Rennen als vierter Deutscher unterwegs.

Winkelhock hofft auf seine Chance

In dieser Saison könnte aus dem Quartett vielleicht sogar ein Quintett werden. Markus Winkelhock (25/Berglen-Steinach), dessen 1985 tödlich verunglückter Vater Manfred (47 Grand Prix) ebenso wie Onkel Joachim (keine Qualifikation) Formel 1 fuhren, wurde vom Midland-Team als offizieller Ersatzpilot für den Saisonauftakt am Sonntag in Bahrain (12.30 Uhr MEZ/live bei Premiere und RTL) nominiert. Damit wird er am Freitag am freien Training teilnehmen und könnte sogar zu einem Renneinsatz kommen, falls einer der beiden Stammpiloten Tiago Monteiro (Portugal) und Christijan Albers (Niederlande) ausfällt.

Der frühere DTM-Pilot Winkelhock hatte sich über die Renault World Series, in der er 2005 mit vier Siegen Dritter in der Gesamtwertung war, für den Job bei Midland empfohlen. Bei dem Jordan-Nachfolgerennstall, bei dem der Ingolstädter Zahnarzt Colin Kolles Teamchef ist, heuerte auch Adrian Sutil aus Gräfelfing an. Der 23-Jährige war 2005 Zweiter in der Formel-3-Euroserie.

Einen Schritt weiter ist bereits Nico Rosberg bei Williams, der in Rekordzeit von gerade mal vier Jahren den Aufstieg in die Formel 1 geschafft hat. Nach dem souveränen Gewinn der Formel BMW mit neun Siegen fuhr er zwei Jahre in der Formel-3-Euroserie (4 Siege), bevor er 2005 in eindrucksvoller Manier mit acht Saisonsiegen den Titel in der neu geschaffenen GP2-Serie holte.

Jetzt will er in die Fußstapfen seines erfolgreichen Fahrers treten und "irgendwann Weltmeister werden". Keke Rosberg holte 1982 den Formel-1-Titel und war nach seiner erfolgreichen Karriere in der Königsklasse (114 GP, fünf Siege) noch in der DTM aktiv. Heute berät er seinen Sohn in allen Bereichen, die die Formel 1 betreffen. Nicos Vorbild ist allerdings nicht der eigene Papa, sondern Mika Häkkinen.

Ralf Schumacher will den ersten Sieg mit Toyota

Während der siebenmalige Weltmeister Michael Schumacher nach dem Seuchenjahr 2005 mit Ferrari zurück an die Spitze will und sich den an Fernando Alonso verlorenen Titel zurückholen möchte, hat sein Bruder Ralf in seinem zweiten Toyota-Jahr ein großes Ziel. Er will den Japanern, die ihren Formel-1-Boliden komplett in Köln bauen, den ersten Sieg bescheren.

Aufbauarbeit leistet dagegen Nick Heidfeld, der für BMW der absolute Wunschkandidat war. Die Münchner wollen nach der Übernahme des Schweizer Sauber-Teams in Eigenregie mittelfristig den WM-Titel ins Visier nehmen. Im ersten Jahr mit dem komplett eigenen Auto soll der Anschluss an die Spitzenteams wie Mclaren-Mercedes hergestellt werden.

© SID

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