Motorsport Formel1
Druck auf Heidfeld wächst

Nach dem mäßigen Saisonauftakt wird es langsam eng für Formel-1-Pilot Nick Heidfeld. "Wenn das so weitergeht, könnte er sein Cockpit verlieren", glaubt sogar Hans-Joachim Stuck.

Fünf verlorene Duelle im Qualifying, in der WM-Wertung hinter Teamrivale Robert Kubica abgerutscht und zuletzt auch noch öffentlicher Druck vom Chef: Nick Heidfeld steht vor dem wichtigsten Formel-1-Rennen des Jahres am Sonntag (14.00 Uhr/live bei Premiere und RTL) in Monaco am Scheideweg.

Ein Sieg im teaminternen Duell gegen den Polen ist Pflicht, "Quick Nick" fährt in den Häuserschluchten des Fürstentums auch um seine Zukunft. "Wenn das so weitergeht, könnte Heidfeld sein Cockpit verlieren", sagt jedenfalls der BMW-Kenner und heutige VW-Repräsentant Hans-Joachim Stuck.

"Ich arbeite an meiner Fahrweise"

BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen schützt den 31 Jahre alten Mönchengladbacher zwar zumeist in der Öffentlichkeit. Doch nach dem Großen Preis der Türkei in Istanbul gab der Chef einen unmissverständlichen Warnschuss ab. "Ich erwartete von Nick, dass er sein Problem mit den Reifen löst", sagt Theissen. Der Druck auf Heidfeld wächst.

Gemeint hatte Theissen die vermeintliche Ursache für Heidfelds bislang desaströse Bilanz in den Qualifyings. "Ich arbeite an meiner Fahrweise, um die Reifen schneller aufzuwärmen", meint Heidfeld. Die eckige Fahrweise seines Kollegen bringt die Reifen offenbar schneller auf optimale Temperatur.

0:5 liegt der Rheinländer nach fünf Qualifying-Duellen gegen Kubica zurück - und auf dem engen Stadtkurs in Monte Carlo mit nur ganz wenigen Überholmöglichkeiten hätte ein weiteres verlorenes Qualifying-Duell gegen Kubica wohl auch eine Niederlage im Rennen zur Folge.

Erhoffter Sieg in weiter Ferne

Der 23 Jahre alte Teamrivale ist kurz davor, Heidfeld als "gefühlte Nummer 1" bei den Münchnern abzulösen. In der WM-Wertung liegt Kubica bereits mit 24 Punkten vier Zähler vor "Quick Nick", der in den Rennen zwar mit einigen Überholmanövern glänzen konnte, vom Saisonziel erster Sieg aber derzeit weit entfernt scheint.

"Natürlich ärgert mich das", gibt Heidfeld zu: "Robert ist aber nur vier Punkte vor mir, und die Saison ist noch lang. Ich will ihn noch kriegen." Muss er auch, wenn es nach Stuck geht. Heidfeld sei nicht mehr der Jüngste, und Kubica ist trotz seiner Jugend schon verdammt stark und geht sehr konsequent zu Werke. Das alles sei für Heidfeld eine schwierige Situation, sagt Stuck: "Durch den Druck, Kubica schlagen zu müssen, ist er relativ verkrampft."

BMW-Sauber will hoch hinaus

Auch Heidfeld weiß, dass in der Formel 1 nicht lange gefackelt wird, wenn die Leistungen nicht den Erwartungen entsprechen. Für den Sommer hat Theissen eine Entscheidung über die Fahrer-Paarung für die kommende Saison angekündigt. Die Ziele für 2009 sind bereits bekannt: BMW-Sauber will um den Titel mitfahren. Dafür benötigt das junge Team auch Top-Fahrer. Heidfeld muss sich in dieser Saison beweisen - und vor allem gegen Kubica behaupten.

"Ich kann mir gut vorstellen, dass BMW-Sauber für die kommende Saison, wenn man weiter vorne mitfahren will, eine schlagkräftigere Truppe braucht", sagte Struck spox.com: "Mario Theissen weiß ja, wie das Geschäft funktioniert. Er hat sicher schon Verbindungen zu irgendwelchen Superstars geknüpft. Da sind bestimmt im Geheimen schon Gespräche geführt worden."

© SID

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