Motorsport Formel1
Ecclestone kritisiert Hersteller

Bernie Ecclestone hat das mangelhafte Finanzgebaren vieler Autohersteller in der Formel 1 angeprangert und fordert, den Gürtel zukünftig enger zu schnallen.

Formel-1-Boss Bernie Ecclestone hat die Hersteller für die Krise in der Königsklasse verantwortlich gemacht und einen strikten Sparkurs für die Zukunft gefordert. "Die Hersteller haben unsinnig viel Geld ausgegeben. Jeder im Team flog Business, man wohnte in den teuersten Hotels, und jeder höhere Angestellte hatte einen Assistenten, der einen Assistenten hatte", sagte der 78-jährige Brite im Gespräch mit der Stuttgarter Zeitung.

Ecclestone, der mit der Formel 1 in den vergangenen 30 Jahren Mrd. verdient hat, hofft, dass die Wirtschaftskrise auch ein Weckruf für den PS-Zirkus ist: "Alle müssen den Gürtel enger schnallen."

Hersteller prüfen Formel 1 Engagement

Laut Ecclestone sind die Hersteller nicht in der Lage, zu vernünftigen Kosten ein Team zu führen. Deshalb habe man jetzt endlich einen Weg gefunden, dies zu beschränken. "Einigen gefällt das nicht, weil sie lieber im alten Stil weiterleben möchten. Einige Leute müssen wohl von ihren hohen Gehältern runter, andere müssen Stellen abbauen", sagt der Brite.

Der BMW-Ausstieg hätte nach Ecclestones Einschätzung verhindert werden können: "Ich weiß, dass man in der Chefetage von BMW dafür war, die Kosten unter 50 Mill. Euro pro Jahr zu drücken." Die Erkenntnis sei leider spät gereift. Ecclestone: "Wir mussten die Hersteller mit der Nase darauf stoßen, dass man die Notwendigkeit, für den Erfolg viel Geld zu investieren, einschränken muss."

Auch Renault stand auf der Kippe, und Toyota plant offenbar immer noch ein Ende des Formel-1-Engagements. Ecclestone ist aber davon überzeugt, dass sinkende Kosten die Hersteller zurückbringen: "Sie werden schon bald begreifen, dass der Gegenwert für das eingesetzte Geld gut ist." Es gäbe keine billigere Form der Promotion für einen Hersteller als die Formel 1.

Lob für Hockenheim

Auch bei der Rettung des Deutschland-Grand-Prix in Hockenheim sei es letztlich nur um die Finanzen gegangen, meint Ecclestone: "Das war die größte Hürde." Das Rennen findet nur deshalb weiter statt, weil der Promoter sich ab sofort auch am Risiko beteiligt.

Der Kompromiss sei möglich geworden, weil beide Parteien das Gleiche wollten. "Wir wollten nach Hockenheim zurück, sie wollten ein Rennen." Könnte dieses System künftig vielleicht auf anderen Rennstrecken funktionieren? "Wahrscheinlich nicht. Hockenheim ist für uns etwas Besonderes. Wir fahren schon so lange dort", sagt Ecclestone.

© SID

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