Motorsport Formel1
Ecclestone: "Nachtrennen im Fernen Osten"

Die Zukunft der Formel 1 ist langfristig gesichert. Davon ist Formel-1-Boss Bernie Ecclestone fest überzeugt. Dennoch gebe es eine "eine Menge Dinge", die man noch ändern könne.

Formel-1-Boss Bernie Ecclestone glaubt weiter felsenfest an sein "Baby". Die Formel 1 werde auch in Zukunft erfolgreich sein. Was aber den Engpass an Persönlichkeiten im Rennsport angehe, da hat der Brite auch keine Lösung: "Man kann keine Charaktere züchten".

sid: "Wie wichtig sind die deutschen Autohersteller Mercedes und BMW für die Formel 1?"

Bernie Ecclestone: "Schon bevor wir diese beiden Hersteller in der Formel 1 hatten, gab es ein großes Interesse aus Deutschland. Jetzt haben wir zwei Hersteller in zwei guten Teams. Deshalb sind sie sehr dominant."

sid: "Ist die Zukunft der Formel 1 nach der Einigung mit den großen Automobilherstellern langfristig gesichert?"

Ecclestone: "Da bin ich sicher. Dieser ganze Unsinn war nur ein Unfall und ist nicht aus echten Begehrlichkeiten entstanden. Es sind einfach viele Dinge zur selben Zeit passiert."

sid: "BMW hat durch den Kauf von Sauber ein komplett eigenes Team aufgebaut. Sollte Mercedes nicht auch Mclaren komplett übernehmen?"

Ecclestone: "Vielleicht werden sie das tun, vielleicht haben sie das auch schon getan. Es ist schwierig für so große Hersteller wie Mercedes oder BMW, in einem Unternehmen zu sein, das sie nicht kontrollieren können. Sie sind es gewöhnt, die Kontrolle zu haben."

sid: "Wünschen Sie sich weitere deutsche Automobilhersteller in der Formel 1 - VW, Audi oder Porsche?"

Ecclestone: "Porsche hatten wir schon mal. Es ist sehr schwierig, in die Formel 1 einzusteigen, weil Mercedes als Motorenhersteller und BMW als Team in einer sehr guten und gefestigten Position sind. Es dauert drei Jahre, das aufzuholen."

sid: "Die meisten Fahrer der aktuellen Formel-1-Generation sind zu brav und angepasst. Trauern Sie den alten Zeiten nach, in denen Charaktere wie Mansell, Senna oder Prost die Formel 1 beherrschten?"

Ecclestone: "Man kann keine Charaktere züchten. Alle Leute, von denen man denkt, dass sie Charaktere waren, die waren das noch nicht, als sie angefangen haben. Man muss abwarten, wie sich die heutigen Fahrer entwickeln."

sid: "Sind Sie mit dem jetzigen Format der Formel 1 zufrieden? Was könnte man in Ihren Augen besser machen?"

Ecclestone: "Es gibt eine Menge Dinge, die wir noch ändern werden. Ganz sicher."

sid: "Was denn zum Beispiel? Nachtrennen, Stadtkurse, neue Länder?"

Ecclestone: "Vielleicht bekommen wir ein weiteres Stadtrennen. Nachtrennen waren mein Vorschlag für den Fernen Osten, die würden dann in Europa zur richtigen Zeit laufen. Und das könnte auch spektakulär sein, das hängt von der Strecke ab."

sid: "Könnte es sein, dass traditionelle Formel-1-Länder wie Großbritannien oder Frankreich irgendwann leer ausgehen?"

Ecclestone: "Wenn sie die Standards nicht mehr erfüllen. Wir sind sehr international, eine Weltmeisterschaft, und nicht an irgendwelche Länder gebunden. Wenn der Standard in diesen Länder schlecht ist, dann müssen wir uns woanders umsehen."

sid: "Die Formel 1 sucht immer neue Märkte. Für 2009 haben Sie einen Vertrag mit Abu Dhabi gemacht. In welchen anderen Ländern werden wir die Formel 1 in Zukunft möglicherweise sehen?"

Ecclestone: "In vielen: Mexiko, Indien, Russland."

sid: "Stehen schon welche kurz vor einem Vertragsabschluss?"

Ecclestone: "Hoffentlich. Südkorea ist ein weiterer Kandidat."

sid: "Bedeutet das, dass die Zahl der Rennen steigen muss?"

Ecclestone: "Ja."

sid: "Auf wie viele?"

Ecclestone: "Vielleicht 20. Das kann man sich einfach merken."

sid: "Wie steht es mit Ihnen? Sie sind jetzt 76 Jahre alt. Wie lange wollen Sie noch weitermachen? Haben Sie noch Träume - beruflich und privat?"

Ecclestone: "Nicht wirklich. So lange ich das liefern kann, was ich in der Vergangenheit geleistet habe, so lange werde ich tun, was ich tue. Wenn ich das nicht mehr kann, werde ich gehen."

© SID

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