Motorsport Formel1
Erster Dämpfer für Ralf Schumacher in Melbourne

In Australien steht für Ralf Schumacher der erste Formel-1-Grand-Prix nach dem Rücktritt seines Bruders Michael an. Das Training verlief für den Toyota-Piloten allerdings enttäuschend.

In der Formel 1 beginnt nach dem Rücktritt von Michael Schumacher mit dem Grand-Prix in Australien eine neue Ära. Auch für seinen Bruder Ralf hat dies Folgen. Im ersten Rennen der Saison wird sich zeigen, ob Toyota im sechsten Formel-1-Jahr auf die Überholspur drängen kann oder mit dem Rekordetat von 350 Mill. Euro weiter im Mittelmaß versinkt. "Wir hatten ganz gute Testfahrten und haben die Probleme alle in den Griff bekommen. Wenn wir das Rennen zu Ende fahren, kommen wir auch in die Punkte", sagt Ralf Schumacher vor dem Saisonstart 2007 am Sonntag (4.00 Uhr MEZ/live in Premiere und RTL) in Melbourne.

Mechanisch und aerodynamisch habe sich an seinem Auto einiges verändert, meint "Schumi II", der seit drei Jahren für die Japaner fährt: "Das ist sicherlich ein Fortschritt, allerdings ist das noch ausbaufähig." Sein mit 14 Mill. Euro dotierter Toyota-Vertrag läuft zum Saisonende aus. Ans Aufhören denkt der 31-Jährige aber noch lange nicht: "Wenn mir das Fahren weiter so viel Spaß macht, bin ich auch in acht Jahren noch dabei."

Enttäuschung im Training

Die erste Ausfahrt der neuen Saison verlief für Ralf Schumacher aber trotz aller guten Vorsätze enttäuschend. Der Kerpener kam nicht über Rang 16 hinaus und lag dabei mehr als zwei Sekunden hinter der Bestzeit des Ferrari-Piloten Felipe Massa (Brasilien) zurück. Auch Teamkollege Jarno Trulli (Italien) war nicht viel schneller und landete auf dem 12. Platz.

Ralf Schumacher und Toyota warten in der Formel 1 weiter auf den ersten Sieg. Seit dem Einstieg in die Königsklasse 2002 haben die Japaner mehr als 1,5 Mrd. Euro investiert - und fahren immer noch hinterher. Es liegt fast schon vier Jahre zurück, als der Kerpener am 6. Juli 2003 den letzten seiner bisher insgesamt sechs Grand-Prix-Erfolge feierte. Damals gewann er im Williams-BMW den Großen Preis von Frankreich in Magny-Cours.

"Er fehlt mir als Bruder, nicht als Rivale"

Dass er erstmals in seiner Formel-1-Karriere ohne seinen Bruder über die Runden kommen muss, der das Rennen als "Früh-Rentner" daheim in der Schweiz vor dem Fernseher miterlebt, scheint Ralf Schumacher nicht zu stören. "Er fehlt mir als Bruder, nicht als Rivale", meint der Wahl-Salzburger. Der Gedanke, dass er ohne Michael verstärkt im Mittelpunkt stehen wird, schmeckt dem Toyota-Piloten allerdings gar nicht: "Also ehrlich: Ich fand es überhaupt nicht unangenehm, dass er im Rampenlicht stand."

Favorit ist für Ralf Schumacher das Ferrari-Team, für das sein Bruder fortan als Berater tätig sein wird. Ferrari habe sicherlich eine sehr gute Vorbereitung gehabt, meint "Schumi II", daher seien die Italiener für den Auftakt am stärksten einzuschätzen: "Gleich dahinter kommt für mich dann Mclaren-Mercedes." Von den Verfolgern hoffe er, dass Toyota eine bessere Rolle spielen kann als in den vergangenen Jahren.

Dass nach dem Michelin-Rückzug alle elf Teams von Bridgestone mit Reifen beliefert werden, ist für Ralf Schumacher kein großes Problem. Der Einfluss der Gummis spiele eine größere Rolle, wenn das Auto nicht ganz so optimal sei: "Bessere Autos werden in diesem Jahr einen größeren Vorteil haben, weil der Reifen sehr empfindlich auf gewisse Umstände reagiert. Dann wird es schwierig."

© SID

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