Motorsport Formel1
Erster "Schumi"-Sieg jährt sich zum 15. Mal

Heute vor 15 Jahren hat Michael Schumacher den Grundstein für eine beispiellose Karriere gelegt. Der damals 22-Jährige gewann im belgischen Spa sein erstes Formel-1-Rennen. Ein Sieg, der eine Ära einleiten sollte.

Als Michael Schumacher am 30. August 1992 in Spa sein erstes Rennen in der Formel 1 gewonnen hatte, schien ihm der Rummel danach fast etwas peinlich. Erst Stunden später begriff der damals 22-Jährige, was er "getan" hatte. Gemeinsam mit Manager und Freund Willi Weber saß er da und wischte sich ganz verstohlen ein paar Freudentränen aus dem Gesicht. 15 Jahre ist das jetzt her, doch der 30. August 1992 wird Formel-1-Deutschland für immer in Erinnerung bleiben - denn nach diesem Tag war nichts mehr, wie es mal war.

"Das war ein bedeutender Sieg. Michael hat da ein neues Kapitel Sportgeschichte geschrieben. Er hat damals in Spa die Formel-1-Welt nachhaltig verändert", sagte Weber am Tag vor dem Jubiläum dem Sport-Informations-Dienst (sid). Einen wie Michael Schumacher werde es laut Weber so schnell sicher nicht wieder geben, "nicht in hundert Jahren". Dem Sieg in Belgien ließ der Rheinländer noch 90 weitere und sieben WM-Titel folgen, wahrscheinlich Bestmarken für die Ewigkeit.

Erschöpft, aber als "der glücklichste Mensch der Welt", kletterte Schumacher nach dem Triumph in Spa aus seinem Benetton-Ford und streckte die Faust nach oben. Mit "Michael, Michael"-Rufen und Transparenten mit der Aufschrift: "Michael, Du bist der Größte", feierten die zahlreichen deutschen Zuschauer ihren Helden.

Der englische Weltmeister Nigel Mansell, der sich damals auf dem verregneten Ardennenkurs mit Platz zwei begnügen musste, klopfte dem 16 Jahre jüngeren Deutschen anerkennend auf die Schulter: "Michael ist schon ein ganz Großer, diesen Erfolg hat er sich wirklich verdient."

Für Manager Weber ist Schumacher der vielleicht größte Sportler aller Zeiten: "Mit seinen sieben WM-Titeln steht er für mich auf einer Stufe mit Muhammad Ali." Jedes Kind auf der Welt würde den heute 38-Jährigen kennen: "Was Michael geleistet hat, ist einzigartig."

Auch wenn sein "Schumi" im vergangenen Oktober in Brasilien nach dem 250. Grand Prix den Helm an den Nagel gehängt hat, telefoniert er noch heute beinahe täglich mit seinem Schützling. "Wir arbeiten ja weiter zusammen. Und - was viel wichtiger ist: Wir sind Freunde fürs Leben", sagt Weber.

Über ständig aufkommende Gerüchte, dass Frührentner Schumacher daheim in der Schweiz nun die Decke auf den Kopf falle und er daher schon bald wieder im Rennauto sitzen werde, kann Weber nur lachen: "Michael ist nun Berater von Ferrari, und in dieser Rolle fühlt er sich sehr wohl." Auch ein Job als Teamchef kommt absolut nicht in Frage. Weber: "Warum soll er sich den gleichen Stress für viel weniger Geld antun?"

BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen, der Michael Schumacher zu dessen aktiver Zeit liebend gern in einem seiner Autos gesehen hätte, spricht voller Bewunderung über den Ausnahmefahrer: "Seine Erfolge haben in Deutschland zu einem Boom geführt, von dem die gesamte Formel 1 profitiert hat."

Schumachers ersten Sieg in Spa habe er damals zuhause vor dem Fernseher verfolgt, sagt Theissen: "Da konnte man noch nicht ahnen, "dass dieser junge Bursche später so ziemlich jeden Rekord brechen würde, den es in der Formel 1 gibt." Michael habe danach 15 Jahre lang den Maßstab gesetzt. Mehr noch als seine fahrerische Klasse habe ihn beeindruckt, wie er in den Aufbaujahren zu einer Führungsfigur im Team gewachsen ist. Theissen: "Sein Anteil am Erfolg geht über die Arbeit im Cockpit weit hinaus."

© SID

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