Motorsport Formel1
Ferrari feiert souveränen Doppelsieg

Der Formel-1-Rennstall Ferrari konnte sich beim Großen Preis von Spanien über einen Doppelsieg freuen. Beim Triumph von Kimi Räikkönen konnten die Deutschen nicht überzeugen.

Ferrari hat in der Formel-1-WM ein großes Ausrufezeichen gesetzt. Weltmeister Kimi Räikkönen und Felipe Massa haben den Italienern in Barcelona einen souveränen Doppelsieg beschert und Nick Heidfelds BMW-Sauber-Team damit wieder von der Spitzenposition in der Formel 1 verdrängt. Der Mönchengladbacher selbst wurde dabei zum großen Pechvogel. Wegen einer unglücklichen 10-Sekunden-Strafe ging er als Neunter erstmals in dieser Saison leer aus und fiel in der Fahrerwertung vom zweiten auf den fünften Platz zurück.

Zumindest behauptete BMW-Sauber durch Rang vier des Polen Robert Kubica mit einem Punkt Vorsprung vor Mclaren-Mercedes Platz zwei in der Konstrukteurs-WM, weil bei den Silberpfeilen nur Vize-Weltmeister Lewis Hamilton als Dritter ins Ziel kam. Sein finnischer Teamkollege Heikki Kovalainen war durch einen spektakulären Unfall, den er nach erster Diagnose unverletzt überstand, vorzeitig ausgeschieden.

Zweiter Saisonsieg für den "Iceman"

"Iceman" Räikkönen blieb vor 132 600 Zuschauern ganz cool und fuhr seinen zweiten Saisonsieg nach Malaysia und Nummer 17 insgesamt ein. Den Siegerpokal erhielt er aus der Hand von Spaniens König Juan Carlos, der ein bekennender Fan von Räikkönens Weltmeister-Vorgänger Fernando Alonso ist. Der Spanier war bei seinem Heimspiel vom überraschenden zweiten Startplatz wegen eines Motorschadens nicht ins Ziel gekommen.

In der Fahrerwertung liegt Räikkönen jetzt mit 29 Zählern deutlich vor Hamilton (20) und Kubica (19). Heidfeld (16) hat zwei Zähler weniger als Massa (18). Bei den Konstrukteuren liegt Ferrari (47) zwölf Zähler vor BMW-Sauber (35) und 13 vor den Silberpfeilen (34). Von den deutschen Fahrern kam neben Heidfeld nur Timo Glock (Wersau/Toyota) als 11. ins Ziel. Nico Rosberg (Wiesbaden/Williams-Toyota), Sebastian Vettel (Heppenheim/Toro-Rosso-Ferrari) und Adrian Sutil (Gräfelfing/Force-India-Ferrari) schieden allesamt aus.

Beim Start hatte Räikkönen seine Spitzenposition behauptet, Massa war gleich an Alonso vorbeigezogen. Auch Hamilton überholte Kubica, und Heidfeld machte gleich zwei Plätze gut und verbesserte sich vom neunten auf den siebten Platz. Rosberg schob sich mit einem guten Start bis auf Rang elf nach vorne, wogegen Glock von Position 14 noch weiteren Boden verlor.

Am Ende des Feldes war dagegen für Sutil und Vettel das Rennen gleich nach wenigen hundert Metern beendet. Sutil drehte sich nach einem missglückten Überholmanöver auf der Strecke, der von hinten kommende Vettel hatte keine Chance mehr, dem Force-India-Ferrari auszuweichen und stieß frontal mit ihm zusammen.

Vettel: "Schlimmer kann es nicht werden"

Für den Heppenheimer, der Sutil ein "hirnloses Manöver" vorwarf, war es im vierten Rennen der vierte Ausfall und nach Australien und Bahrain bereits der dritte in der ersten Runde. "Ich bin sehr enttäuscht von mir selber. Schlimmer kann es nicht werden, nur besser", sagte Sutil.

Während Räikkönen und Massa sich an der Spitze absetzten, räumte Alonso in der 16. Runde freiwillig seinen dritten Platz, als er als Erster zum Nachtanken in die Box fuhr. Damit belegte er die Vermutungen, dass er vor den heimischen Fans seinen sensationellen zweiten Startplatz mit weniger Benzin herausgefahren hatte. Massa und Räikkönen kamen drei beziehungsweise vier Runden später (20.) zum Tanken, Hamilton und Kubica dann in Runde 21, so dass Heidfeld vorübergehend die Führung übernahm.

Allerdings nur kurz: Denn in Runde 22 rauschte Heikki Kovalainen (Finnland) im zweiten Mclaren-Mercedes nach dem Bruch einer Bremsscheibe oder Felge fast ungebremst in einen Reifenstapel und sorgte damit für den zweiten Safety-Car-Einsatz nach dem Crash zwischen Sutil und Vettel. Heidfeld musste aber dennoch in Runde 24 zum Nachtanken, als die Boxengasse noch geschlossen war, weil ihm sonst ohne Benzin liegen geblieben wäre.

Zunächst fiel Heidfeld auf Rang fünf zurück, kassierte aber noch eine zehnsekündige Stop-and-Go-Strafe, die ihn in Runde 33 auf die 16. und letzte Position zurückwarf. Nur kurze Zeit später war zum Entsetzen der spanischen Fans Alonsos Rennen an fünfter Stelle liegend offenbar wegen eines Motorschadens beendet, wodurch Rosberg auf Rang sieben vorrückte. Über den durfte er sich aber nicht lange freuen. In der 42. Runde musste er blitzschnell unmittelbar vor der Boxenmauer seinen Williams-Toyota abstellen, nachdem dicke Rauchwolken aus dem Heck aufgestiegen waren.

Kovalainen hatte nach der Bergung bei seinem Abtransport mit erhobenem Daumen auf der Trage liegend angezeigt, dass er wohlauf sei. Er wurde zur Untersuchung ins Medical Center an der Strecke gebracht. Dort waren keine sichtbaren Verletzungen festgestellt worden, zur Sicherheit wurde er aber für weitere Checks in ein Krankenhaus transportiert.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%