Motorsport Formel1
Ferrari gibt Schumacher grünes Licht für Wechsel

Trotz seines laufenden Beratervertrags bei Ferrari könnte Michael Schumacher in der Formel 1 sein Comeback geben. Die Italiener wollen dem Kerpener keine Steine in den Weg legen.

Michael Schumachers Formel-1-Comeback bei Mercedes ist ein weiteres Stück näher gerückt. Sein früheres Ferrari-Team würde dem 40 Jahre alten Kerpener laut Präsident Luca di Montezemolo keine Steine in den Weg legen, falls er nach drei Jahren Pause in die "Königsklasse" zurückkehren will - trotz einer noch drei weitere Jahre bis 2012 laufenden Vereinbarung als Ferrari-Berater.

"Das ist logisch"

"Es ist klar, wenn er sich entscheidet, einen anderen Weg einzuschlagen, dann wird unsere Vereinbarung nicht länger gelten. Das ist logisch", sagte Ferrari-Chef di Montezemolo der Nachrichtenagentur Reuters und betonte, dass Ferrari nicht auf dem Vertrag bestehen würde.

Damit wäre eine wichtige Hürde für Schumachers Wechsel zum künftigen Mercedes-Werksteam aus dem Weg geräumt, denn Schumacher hatte sich erst im September mit Montezemolo über die Verlängerung des Beratervertrages geeinigt. Dabei sollte der siebenmalige Weltmeister auch weiterhin in die Entwicklung und Abstimmung von Seriensportwagen eingebunden werden.

Darauf würde der Ferrari-Chef, in dessen Team Schumacher von 2000 bis 2004 fünf seiner insgesamt sieben WM-Titel geholt hatte, aber verzichten, wenn der Kerpener bei Konkurrent Mercedes ins Cockpit zurückkehren will. "Man kann nicht mit einem Wettbewerber und mit uns zur gleichen Zeit arbeiten", sagte der 62 Jahre alte Italiener, der allerdings erklärte, bis jetzt noch nicht mit Schumacher über die Angelegenheit gesprochen zu haben.

"Er ist lediglich ein guter Freund, kein Teammitglied"

Auf das eigene Formel-1-Team hätte der Weggang Schumachers dagegen kaum Auswirkungen, meinte Montezemolo: "Er ist lediglich ein guter Freund, kein Teammitglied. Er ist Berater für unsere Straßenautos." Die Tätigkeit als Berater der "Roten" hatte Schumacher 2007 angetreten, nachdem er Ende 2006 seine einzigartige Karriere als Fahrer beendet hatte. Dotiert war der Vertrag mit angeblich fünf Mill. Euro pro Jahr.

Bei Mercedes könnte Schumacher als Teamkollege von Nico Rosberg (Wiesbaden) laut Medienberichten bis zu sieben Mill. Euro verdienen. Rosberg freut sich offenbar auf Schumacher: "Es würde sicher viel Spaß machen, auch wenn es nicht einfach wäre. Wir wären bestimmt ein gutes Team. Er hat viel Erfahrung - und ich inzwischen auch", sagte Rosberg am Montag bei einem PR-Termin für Mercedes auf der Formel-1-Strecke in Abu Dhabi.

Ein-Jahres-Vertrag im Gespräch

Angeblich soll sich der siebenmalige Weltmeister mit den Stuttgartern über einen Ein-Jahres-Vertrag bereits einig sein. Jetzt fehlt möglicherweise nur noch ein positiver Medizincheck, bis die silberne Traumhochzeit perfekt gemacht werden kann. Nachwirkungen eines schweren Motorradunfalls aus dem Februar hatten im August verhindert, dass Schumacher bei Ferrari den verletzten Brasilianer Felipe Massa vertrat.

Für 2010 hätte die Scuderia Schumacher gerne auch selbst ins Rennauto zurückgeholt, allerdings nur für sporadische Einsätze in einem zusätzlichen dritten Auto. Diesem Plan von Montezemolo hatten die übrigen Teamchefs aber eine Absage erteilt, im Reglement ist der Einsatz eines dritten Autos nicht vorgesehen. Das Stammfahrer-Duo der Roten bilden im kommenden Jahr Massa sowie der von Renault verpflichtete zweimalige Weltmeister Fernando Alonso (Spanien), der Schumacher in dessen letzten beiden WM-Saisons 2005 und 2006 jeweils geschlagen hatte.

Wiedersehen mit Brawn

Bei Mercedes würde Schumacher nicht nur auf seine früheren Förderer treffen, die 1991 mit einem finanziellen Zuschuss den Formel-1-Einstieg des Mercedes-Juniors bei Jordan ermöglicht hatten. Es gäbe auch ein Wiedersehen mit "Superhirn" Ross Brawn. Der Brite, der nach dem Verkauf seines eigenen Brawn-Rennstalls an Mercedes auch bei den Schwaben Teamchef sein wird, stand bei Benetton (1994 und 1995) und später bei Ferrari bei allen WM-Titeln Schumachers am Kommandostand.

© SID

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