Motorsport Formel1
FIA: Allein der Besitz vertrauter Daten strafbar

Der Automobil-Weltverband FIA hat erklärt, dass allein der Besitz von geheimen Ferrari-Daten ausgereicht habe, um Mclaren-Mercedes in der Spionage-Affäre zu verurteilen. Die ist die Hauptaussage der Urteilsbegründung.

Um Mclaren-Mercedes in der Spionage-Affäre zu verurteilen, reicht, so der Automobil-Weltverband FIA, der Besitz von geheimen Ferrari-Daten aus. Die FIA müsse nicht beweisen, ob die Ferrari-Daten von den Silberpfeilen auch wirklich genutzt worden sind. Das ist die Hauptaussage der Urteilsbegründung, die insgesamt 15 DIN-A4-Seiten umfasst.

Dass die Silberpfeile nach dem Freispruch in der ersten Anhörung am 26. Juli jetzt am Donnerstag vom World Motor Sport Council der FIA mit der drakonischen Geldstrafe von 100 Mill. Dollar sowie der Aberkennung aller WM-Punkte dieser Saison belegt wurden, erklärte der Verband folgendermaßen: Diesmal sei das Gremium überzeugt gewesen, dass außer dem entlassenen Chefmechaniker Mike Coughlan weitere Personen Informationen über Ferrari-Abstimmungen und Strategien erhalten hätten, darunter auch Testfahrer Pedro de la Rosa, der diese an Weltmeister Fernando Alonso (beide Spanien) weitergegeben haben soll.

"Ein sportlicher Vorteil" wahrscheinlich

Die FIA liefert allerdings keine eindeutigen Beweise, dass Mclaren-Mercedes sich wirklich einen sportlichen oder technischen Vorteil verschafft hat. "Die Hinweise lassen darauf schließen, dass zu einem gewissen Grad ein sportlicher Vorteil vorlag, auch wenn es für immer unmöglich sein dürfte, diesen in konkreten Größen zu belegen", heißt es in dem Schreiben. Ansonsten ist die meist gebrauchte Formulierung der FIA in dem Urteil: "Es scheint unwahrscheinlich, dass nicht ..."

Mclaren-Mercedes hat das Recht, gegen die FIA-Entscheidung in Berufung zu gehen. Sollten die Silberpfeile davon Gebrauch machen, würde das das Urteil aber bis zur Verhandlung nicht außer Kraft setzen.

Stellungsnahme erst nach ausführlichen Studium

Mercedes-Sportchef Norbert Haug hatte dem Sport-Informations-Dienst (sid) zuvor gesagt, dass man erst nach dem ausführlichen Studium der Urteilsbegründung eine Stellungnahme abgeben werde, laut Haug "bis zum Ende des Rennwochenendes".

© SID

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