Motorsport Formel1
FIA bestätigt Räikkönen als Weltmeister

Nach dem Urteil des Weltverbandes FIA steht fest: Kimi Räikkönen ist Formel-1-Weltmeister 2007. Die FIA wies in Paris den Einspruch von Mclaren-Mercedes gegen die Wertung des Rennens in Sao Paulo ab.

Auch am "Grünen Tisch" konnte Mclaren-Mercedes Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen nicht mehr als Formel-1-Weltmeister 2007 entthronen. Das Berufungsgericht des Automobil-Weltverbandes FIA wies am Freitag in Paris 26 Tage nach dem Saisonfinale einen Einspruch von Mclaren-Mercedes gegen das Ergebnis des letzten Rennens am 21. Oktober in Sao Paulo ab und bestätigte damit den ersten Titelgewinn des Finnen.

"Nach der Anhörung beider Parteien und der Prüfung verschiedener Dokumente sowie anderer Beweise, hat das Gericht entschieden, dass der Einspruch von Mclaren-Mercedes unzulässig ist", teilte die FIA am Freitag in Paris die Entscheidung von Jan Stovicek (Tschechien/Vorsitz), John Cassidy (USA), Vassilis Koussis (Griechenland) und Jose Macedo e Cunha (Portugal) mit.

Hamilton: "Kimi hat es verdient"

Am Donnerstag hatten die vier FIA-Richter in London vier Stunden lang Vertreter von Mclaren-Mercedes, BMW-Sauber, Williams-Toyota und Ferrari angehört und sich danach zur Beratung zurückgezogen. Mehr als 30 Stunden später gaben sie dann am Freitagabend ihre Entscheidung bekannt. "Wie ich immer gesagt habe: Kimi hat es verdient, die Fahrer-WM 2007 zu gewinnen. Weder ich noch irgendjemand von Mclaren-Mercedes wollte ihm das im Gerichtssaal wegnehmen. Ich hoffe, dass ich im nächsten Jahr auf der Strecke einen Platz besser sein werde", erklärte Hamilton kurz nach der Urteilsbekanntgabe in einem offiziellen Teamstatement.

Ferrari bezeichnete das Urteil in einer ersten Stellungnahme als "komplett zufriedenstellend". Der scheidende "Scuderia"-Teamchef Jean Todt meinte: "Diese Entscheidung beendet eine Saison, die sowohl auf, als auch abseits der Rennstrecke sehr intensiv war. Nun gelten alle unsere Anstrengungen der Vorbereitung auf die kommende Saison."

Die "Silberpfeile" waren gegen die Entscheidung der Rennkommissare in Berufung gegangen, am 22. Oktober in Sao Paulo die Williams-Toyota-Piloten Nico Rosberg (Wiesbaden/Platz 4) und Kazuki Nakajima (Japan/Platz 10) sowie das BMW-Sauber-Duo Robert Kubica (Polen/Platz 5) und Nick Heidfeld (Mönchengladbach/Platz 6) nicht zu disqualifizieren, obwohl die Benzintemperatur ihrer Autos bei FIA-Messungen zwischen zwei und vier Grad Celsius unterhalb des erlaubten Grenzwertes gelegen hatte.

Die Richter waren nach der Anhörung der Meinung, dass das Team aber gar nicht zu einem Einspruch gegen die Entscheidung der Rennkommissare berechtigt war, weil es nicht an der vorherigen Untersuchung beteiligt war. Die gegnerischen Anwälte hatten am Donnerstag moniert, dass die Silberpfeile stattdessen gegen das Rennergebnis hätten protestieren müssen. Mclaren-Mercedes hatte ausgeführt, dass ihnen die Kommissare selbst das Vorgehen bestätigt hätten.

Obwohl Hamilton selbst den Titel gar nicht mehr wollte und Mercedes-Sportchef Norbert Haug sowie Mclaren-Geschäftsführer Martin Whitmarsh im Vorfeld der Berufungsverhandlung mehrfach betont hatten, dass es ihnen nicht um die nachträgliche WM-Krönung des 22 Jahre alten Briten gehe, hatte Mclaren-Anwalt Ian Mill am Donnerstag in der Anhörung die Disqualifikation der vier betroffenen Piloten und das Aufrücken von Hamilton gefordert.

Ferrari-Anwalt Tozzi: "Schamlose Heuchler ohne jede Integrität"

Ferrari-Anwalt Nigel Tozzi hatte daraufhin im plakativsten Plädoyer von "schamlosen Heuchlern ohne jede Integrität" gesprochen, falls sich die "Silberpfeile""durch die Hintertür" doch noch den Titel hätten erkämpfen wollen. Whitmarsh hatte nach der Anhörung entgegnet, dass Mills Ausführungen zwar das "aus rechtlicher Sicht das einzige angemessene Argument", aber nicht "unser ultimatives Ziel" gewesen sei. Mclaren hatte immer darauf gedrängt, dass Unklarheiten im Reglement beleuchtet würden.

Unklarheit herrschte über die Messung der Benzin-Temperatur, die laut Artikel 6.5.5 des technischen Reglements im Auto nicht mehr als zehn Grad Celsius unter der Umgebungstemperatur liegen darf. Gemessen wurde von der FIA, wie der Technische Delegierte Charlie Whiting dem Gericht bestätigte, aber nicht im Auto, sondern an der Tankanlage.

Die Anwälte von BMW-Sauber, Williams und Ferrari hatten aber argumentiert, dass das Benzin sich auf dem Weg von der Tankanlage durch den Tankrüssel bis ins Fahrzeug erwärme. Williams hatte Daten von Sensoren im Tank ihres Autos geliefert, dass der Treibstoff von Rosberg zu keiner Zeit kälter als 31 Grad gewesen sei.

Zudem hatte Whiting bei der relevanten Außentemperatur eine Diskrepanz von fünf Grad zwischen den Ergebnis-Monitoren (38 Grad) und den Daten des von der FIA und den meisten Teams üblicherweise genutzten Wetterdienstes Meteo France (33 Grad) eingeräumt.

© SID

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