Motorsport Formel1
FIA-Chef Todt: Ferrari-Teamorder eine Provokation

Das Teamorder-Manöver von Ferrari beim Großen Preis am Hockenheimring im Sommer erregt weiterhin die Gemüter. "Es war eine Provokation gegen die Regeln", sagte FIA-Boss Jean Todt.

FIA-Chef Jean Todt ist nicht generell gegen eine Teamorder in der Formel 1, der von seinem früheren Team Ferrari vollzogene Platztausch in Hockenheim sei aber eine zu große Provokation gewesen. "Teamorder ist seit 2002 verboten. Allerdings frage ich mich, wie oft hat es sie seitdem auf einem 'weichen' Weg gegeben", sagte der Präsident des Automobil-Weltverbandes FIA der italienischen Tageszeitung La Stampa: "Der Unterschied zu der von Ferrari angewendeten war, dass diese alles anderes als 'weich' war. Es war eine Provokation gegen die Regeln." Ferrari war dafür mit 100 000 Dollar Geldstrafe belegt worden.

Todt deutete an, dass die aktuelle Regel eher modifiziert als abgeschafft werden könnte. "Es wird durch die Regeln kontrolliert werden. Die Formel 1 ist ein Teamsport und jedes Team wird für sein eigenes Verhalten verantwortlich sein. Lügen oder codierte Mitteilungen wie 'Spar Benzin' werden nicht toleriert", erklärte der Franzose, der die Arbeitsgruppe Sport mit Vorschlägen für eine Überarbeitung des Paragrafen beauftragt hat und auf ein Ergebnis bis zur nächsten Sitzung des World Motor Sport Council Anfang Dezember hofft. Groteske Kommunikation zwischen der Box und den Autos müssten vermieden werden.

Todt bedauert eigenes Verhalten von 2002

Todt gab zu, dass er selbst im Bereich Teamorder eine große Rolle gespielt hatte, als er 2002 in Österreich Rubens Barrichello anwies, Michael Schumacher überholen zu lassen, was der provokativ kurz vor der Ziellinie getan hatte. Weil Schumacher später bei der Siegerehrung Barrichello auf das oberste Podest geholt hatte, erhielt die Scuderia seinerzeit 500 000 Dollar Geldstrafe und das Verbot der Teamorder wurde vor der Saison 2003 eingeführt.

Heute bedauere er diesen Vorfall, meinte Todt: "Rückblickend hätte er vermieden werden können. Schumacher hätte den Titel ohnehin gewonnen. Aber ich hätte es mehr bedauert, wenn ich den Titel um ein paar Punkte verpasst hätte." Nach Meinung der damaligen Ferrari-Teamchefs hätte aber auch Barrichello die Situation verschärft.

"Ich hätte ihm eigentlich gar nichts sagen müssen, denn wir hatten vorher ausgemacht, dass er Schumacher vorbei ließe, wenn er nach dem Boxenstopp vorne sei. Er hatte zugestimmt. Ein Fahrer wird dafür bezahlt, bestimmte Entscheidungen zu akzeptieren. Stattdessen blieb er vorne. Ich hatte ihn 50-mal angesprochen und es klar wiederholt. Er hat in der letzten Kurve Platz gemacht und die Leute haben gepfiffen."

© SID

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