Motorsport Formel1
Formel-1-Teams gegen Budget-Obergrenze

Die Formel-1-Teams wollen gemeinsam gegen die FIA-Pläne zur Einführung einer Budget-Obergrenze vorgehen. Künftig sollen für jedes Team nur noch 44 Mill. Euro zugelassen sein.

Im Streit um eine Budget-Obergrenze in der Formel 1 wollen die in der Fota (Formula One Teams Association) organisierten Teams gemeinsam gegen die Pläne des Automobil-Weltverbandes FIA vorgehen. Nach einem Fota-Treffen teilten die Rennställe am Mittwochabend in London mit, man habe nach einer "konstruktiven Zusammenkunft beschlossen, methodisch für ein Vorgehen bei der Kostenreduzierung 2010 und 2011 zusammenzuarbeiten". Deshalb solle es schnellstmöglich Verhandlungen mit der FIA geben.

"Die Fota verfolgt entschieden weiter das Ziel, die Kosten in der Formel 1 einzudämmen und gleichzeitig den Aufmerksamkeitswert der weltweit populärsten Rennserie noch weiter zu steigern", sagte Mercedes-Sportchef Norbert Haug am Donnerstag im Vorfeld des Großen Preises von Spanien in Barcelona (Sonntag, 14.00 Uhr/live bei Premiere und RTL). "Bei diesen Zielsetzungen herrscht Einigkeit bei allen in der Fota vereinten Teams", sagte Haug, der sich einen "konstruktiven Dialog mit der FIA" wünscht.

Budget-Obergrenze von 44 Mill. Euro pro Team

FIA-Chef Max Mosley hatte eine ab 2010 gültige Budget-Obergrenze in der Formel 1 von rund 44 Mill. Euro pro Team durchgedrückt. Wer sich daran hält, bekommt große Freiheiten bei der Aerodynamik und der Motorenleistung der Autos. Dagegen bleiben Rennställen, die weiterhin mehr investieren wollen, diese Vorteile verwehrt.

Zuletzt hatten Ferrari und BMW offen gegen die Einführung einer "Zwei-Klassen-Gesellschaft" protestiert und sogar mit Ausstieg gedroht. Einige kleinere Teams wie Williams, Force India und WM-Spitzenreiter Brawn hatten dagegen angedeutet, durchaus mit einer angemessenen Budget-Obergrenze leben zu können. Daher dürfte es für die Fota nicht einfach werden, in den Verhandlungen mit der FIA eine gemeinsame Linie zu vertreten.

Neue Teams bekunden Interesse an der Formel 1

Zudem haben bereits ein neuer US-Rennstall, der Sportwagenbauer Lola, das Prodrive-Team des früheren Benetton - und BAR-Teamchefs David Richards sowie mehrere GP2-Teams Interesse an einem Einstieg in die Formel 1 geäußert - unter den Bedingungen der Obergrenze. Super Aguri, das im vorigen Jahr wegen finanzieller Probleme ausgestiegen war, denkt an ein Comeback.

Die FIA hat eine Frist vom 22. bis 29. Mai gesetzt, innerhalb der sich Teams für die Formel-1-Saison 2010 einschreiben können und gleich festlegen müssen, ob sie sich der Budgetgrenze unterwerfen oder nicht. Daher drängt für die Fota die Zeit, zumal Mosley nach dem plötzlichen Tod seines Sohnes Alexander am Dienstag mit privaten Dingen beschäftigt ist und seine geplante Reise nach Barcelona abgesagt hat.

© SID

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