Motorsport Formel1
Formel-1-Welt feiert Massa und Hamilton

Nach ihren starken Auftritten in Barcelona werden die Piloten Felipe Massa und Lewis Hamilton in der Formel 1 bereits mit Michael Schumacher verglichen. "Hier ist Schumis Erbe", titelt die Corriere dello Sport.

Rund 200 Tage nach dem Karriereende von Rekordweltmeister Michael Schumacher feiert die Formel 1 zwei neue Helden - "Feuervogel" Felipe Massa und "Wunderkind" Lewis Hamilton. Ferrari-Hoffnung Massa werden nach dem Triumph in Barcelona sogar gute Chancen eingeräumt, das schwere Erbe des legendären Ayrton Senna anzutreten und die WM-Krone nach 16 Jahren wieder nach Brasilien zu holen. "Silberpfeil"-Pilot Hamilton hat sich dagegen nach seinem erst vierten Rennen in der "Königsklasse" schon zu einem ernsthaften Titelkandidaten gemausert. Der 22-jährige Brite führt nach dem zweiten Platz in Spanien als jüngster Fahrer der Formel-1-Geschichte die WM-Wertung an.

Massa rettet Ferrari

"Massa und Hamilton umzingeln Alonso", schrieb die spanische Zeitung El Pais und brachte die Situation für Weltmeister Fernando Alonso auf den Punkt, der nach dem verlorenen Zweikampf mit Massa in der ersten Runde den beiden Jung-Stars nur hinterherfahren konnte. Und Pechvogel Kimi Räikkönen im zweiten Ferrari musste nach einem technischen Defekt zuschauen, wie Teamkollege Massa die Kohlen für Ferrari aus dem Feuer holte.

"Das war eine perfekte Leistung von Massa. Die Kleinen haben sich gegen die Alten durchgesetzt", sagte der ehemalige Weltmeister und Ferrari-Kenner Niki Lauda. Ex-Formel-1-Pilot Hans-Joachim Stuck fordert nach Massas zweitem Sieg in Folge bereits: "Er hat mehr Punkte, und Ferrari muss ab jetzt auf ihn setzen."

"Hier ist Schumis Erbe"

Italien verneigt sich vor dem kleinen Brasilianer und sieht in Massa bereits den legitimen Nachfolger Schumachers. "Michael war für mich ein guter Lehrmeister", meinte der neue rote Dominator. "Hier ist Schumis Erbe", titelte am Montag die Sportzeitung Corriere dello Sport. Und die Gazzetta dello Sport war für "Super-Massa", den auch ein Brand beim Boxenstopp nicht aufhielt, "Feuer und Flamme".

Vielleicht war es auch Schumachers Nähe, die den 26-Jährigen im entscheidenden Duell in der erste Kurve ermutigt hatte, gegen Alonso konsequent dagegen zu halten. "Massa holt die Ellbogen raus", befand die spanische Sportzeitung Marca. Nach der vermasselten Fiesta gab es für "Fernando I" in der Heimat sogar ungewohnte Kritik. "Alonso riskierte zu viel. Das Wagnis in der ersten Kurve verhinderte den möglichen Sieg", kommentierte El Pais.

Es wäre klüger gewesen, wenn der Weltmeister nicht so aggressiv in die erste Kurve gegangen wäre, gab später Mclaren-Geschäftsführer Martin Whitmarsh zu: "Aber in dem Moment war es absolut richtig. Man muss attackieren, wenn man gewinnen will. Wenn es Fernando nicht probiert hätte, hätten wir ihm vorgeworfen, dass er nicht alles versucht hat." Auch der frühere Mercedes-Vorstand Jürgen Hubbert nahm Alonso in Schutz: "Es hätte sicher den Verlauf des Rennens geändert, deshalb war es den Versuch wert."

Hamilton übertrifft alle Erwartungen

Bei den Silberpfeilen kann man angesichts der Führung in der Konstrukteurs-WM und den Plätzen eins und zwei bei den Fahrern aber auch großzügig sein, da der erst 22 Jahre alte Hamilton alle noch so hohen Erwartungen übertrifft. In allen vier Rennen stand der Neuling auf dem Treppchen, war zuletzt dreimal in Folge Zweiter und führt die WM-Wertung mit 30 Punkten vor Alonso (28) und Massa (27) an.

"Hamiltons Leistung ist sensationell. Dieser Mann hat bis vor zwei Monaten noch keine Grand-Prix-Runde gefahren", lobte der Daily Mirror. Formel-1-Boss Bernie Ecclestone sieht den zunehmenden Hype um Hamilton sehr gerne: "Der Kerl ist ein Siegertyp, und es wird nicht lange dauern, bis er Rennen gewinnt." Der Brite vergleicht Hamilton bereits mit Schumacher: "Wenn man ihm Michaels Helm aufsetzt, würde man denken, dass es Michael ist."

© SID

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