Motorsport Formel1
Fota-Teams folgen Williams bei Einschreibung

Nach Williams haben sich nun auch die anderen neun Mitglieder der Teamvereinigung Fota fristgerecht beim Automobil-Weltverband FIA für die Formel-1-Saison 2010 eingeschrieben.

Der drohende Massenausstieg und eine Piratenserie sind vorerst vom Tisch, die Formel-1-Saison 2010 scheint gerettet: Nach dem Vorpreschen von Williams mit dem deutschen Piloten Nico Rosberg schrieben sich am Freitag fristgerecht auch die anderen neun Mitglieder der Teamvereinigung Fota beim Automobil-Weltverband FIA für die kommende Saison ein. Das bestätigte die Fota in einem gemeinsamen Statement, das allerdings zwei Bedingungen für den Verbleib in der Königsklasse nennt.

Ferrari, Mclaren-Mercedes, BMW-Sauber, Brawn, Red Bull, Toyota, Renault, Force India und Toro Rosso dürften damit auch im nächsten Jahr in der Formel 1 vertreten sein. Zuvor waren die kleinen Teams wie noch nie zuvor in der 60-jährigen Geschichte auf die Formel 1 abgefahren. In Lola, Prodrive, US F1, Campos und Litespeed haben sich am Freitag gleich fünf neue Rennställe für die Saison 2010 eingeschrieben.

Nur noch drei Plätze für Neueinsteiger

Nachdem sich praktisch in letzter Minute doch noch alle zehn in dieser Saison vertretenen Rennställe eingeschrieben haben, dürften nur noch drei Plätze für Neueinsteiger frei sein. Die Entscheidung über die Platzvergabe für die höchstens 13 Teams im kommenden Jahr will die FIA am 12. Juni verkünden.

Bis dahin gibt es allerdings weiteren Gesprächsbedarf zwischen den FIA und Fota im Dauerstreit um das Budgetlimit. "Alle Fota-Teams haben sich für die Formel-1-WM 2010 unter bestimmten Bedingungen eingeschrieben", heißt es im Fota-Statement. Die Forderungen an die FIA: "Erstens: Das Concorde Agreement muss von allen Parteien vor dem 12. Juni unterschrieben sein, dann werden sich alle Fota-Teams verpflichten, bis 2012 in der Formel 1 zu bleiben. Zweitens: Die Basis der Regeln von 2010 sind die Regeln von 2009."

Ob sich FIA-Präsident Max Mosley darauf einlässt, ist ungewiss. Im Streit um das vom Briten forcierte Budgetlimit fordert die Fota einen Dreijahres-Stufenplan, der wohl auch im Concorde Agreement, der Verfassung der Formel 1, festgelegt werden soll. Mosley hatte einen letzten Kompromissvorschlag mit einer Budgetgrenze von 100 Mill. Euro für 2010 gemacht, 2011 sollen dann die von ihm ursprünglich geplanten 45 Mill. Euro eingeführt werden. Die Fota-Teams haben zudem angeboten, den Neueinsteigern im kommenden Jahr technische Hilfe zu geben.

"Wir wollen nicht in die Formel 1, um das Starterfeld aufzufüllen", sagte David Richards vom Prodrive-Team. Der Rennstall des Formel-1-erfahrenen Mannes will angeblich eng mit Mclaren-Mercedes zusammenarbeiten. Seine Boliden sollen ab 2010 zunächst unter dem Namen Prodrive starten, ab 2012 würde die Mannschaft voraussichtlich als Aston-Martin-Team fahren.

Lola-Comeback nach 13 Jahren

Der britische Chassishersteller Lola könnte nach 13 Jahren ein Comeback in der Königsklasse geben. Überraschend kommt die Nennung des bislang nur aus der britische Formel-3-Mannschaft bekannten Teams von Litespeed. "Das ist eine aufregende Zeit in der Formel 1, weil sich die technischen und finanziellen Rahmenbedingungen grundlegend ändern", sagte Teamchef Nino Judge. Er würde in der Formel 1 mit einem Cosworth-Motor antreten.

Die neue amerikanische US-F1-Mannschaft von Ken Anderson und Peter Windsor soll bereits einen Motorenvertrag in der Tasche haben. Zudem will Adrian Campos mit seinem Formel-3-Team in die Königsklasse.

Ob sie einen Platz bekommen, hängt davon ab, ob sich die Fota-Teams mit der FIA einigen können. "Alle Fota-Teams sehen optimistisch einer produktuiven Zusammenarbeit mit der FIA entgegen, um eine solide Basis für eine gesunde und erfolgreiche Formel 1 mit Stabilität und gesunder Führung zu legen", heißt es in dem Statement: "Die Fota bestätigt das Langzeit-Interesse aller Teams an der Formel 1 und hat zugestimmt, dass es weitere und signifikante Kosteneinsparungen in den nächsten drei Jahren geben wird. Zugleich soll ein Mechanismus geschaffen werden, der technologischen Wettbewerb und sportliche Herausforderung erhält und neuen Teams den Einstieg in die Formel-1-WM ermöglicht."

© SID

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