Motorsport Formel1
Glock bester Deutscher - Vettel vor Button

Im freien Training zum Großen Preis von Belgien war Formel-1-Pilot Timo Glock als Zweiter bester Deutscher. Sebastian Vettel landete vor Jenson Button auf Platz zehn.

Sebastian Vettel fuhr nur auf Spa(r)flamme, dennoch war er im freien Training deutlich schneller als sein WM-Konkurrent Jenson Button. Mehr als eine halbe Sekunde legte der 22 Jahre alte Heppenheimer trotz Kaffeepause und Motoren-Schonprogramm in Spa als Zehnter zwischen sich und den Briten im Brawn-Mercedes. Button hatte auf Platz 17 wieder einmal große Schwierigkeiten mit den niedrigen Temperaturen. Dass dessen Teamkollege Rubens Barrichello (Brasilien) fünf Tage nach seinem Sieg in Valencia noch einen Tick langsamer war, hellte die Mienen in Vettels Red-Bull-Team weiter auf.

Am Nachmittag fuhr Vettel nur 25 Runden, am Vormittag hatte der Heppenheimer sogar nur eine Installationsrunde absolviert und sich danach zur scherzhaft angekündigten "Kaffeepause" zurückgezogen. Dabei spielte ihm zudem noch das typische Spa-Wetter in die Karten. Weil es mitten im Training zum Großen Preis von Belgien (Sonntag, 14.00 Uhr/live bei RTL und Sky) anfing zu regnen, konnten auch die Rivalen kaum wichtige Erkenntnisse sammeln.

Vettel wollte mit seiner Spartaktik einen bereits gebrauchten Renault-Motor so wenig wie möglich belasten, um nicht einen weiteren Motorschaden zu riskieren. In den restlichen sechs Rennen der Saison darf er nur noch zwei neue Triebwerke benutzen, sonst wird er mit zehn Startplätzen Abzug bestraft. Im Qualifying am Samstag wird er aber wieder einen neuen Motor im Auto haben - und hohe Erwartungen: "Die Pole ist unser Ziel", sagte Vettel, der die Konkurrenten noch auf der Rechnung hat: "Obwohl die Brawn sehr weit hinten waren, werden sie wieder stark sein."

Glock trotz Platz zwei nicht vollkommen zufrieden

Auf die ersten Plätze fuhren Weltmeister Lewis Hamilton (Großbritannien) im Mclaren-Mercedes und Timo Glock aus Wersau, der als Zweiter bester Deutscher war. Sein Toyota-Team hatte auf die Erkenntnis reagiert, "dass wir im Rennen mit schwerem Auto sehr gut aussehen und das Auto aggressiver wird, wenn es leichter ist". Daher legte man diesmal mehr Wert auf die Abstimmung für das Qualifying. Richtig zufrieden war Glock trotz Rang zwei dennoch nicht. "Ich weiß nicht so genau, mal schauen", sagte er.

Adrian Sutil (Gräfelfing) belegte im Force-India-Mercedes Platz 13, Nick Heidfeld aus Mönchengladbach im BMW-Sauber Position 17. Deutsches Schlusslicht war Nico Rosberg aus Wiesbaden als 19., hinter ihm - allerdings mit dem deutlichen Abstand von fast einer Sekunde - landete nur noch Ferrari-Ersatzpilot Luca Badoer (Italien).

Badoer hat damit wenig Eigenwerbung für weitere Einsätze im Ferrari betrieben. Dabei hatte er zuvor noch angekündigt, dass es auf der ihm bekannten Strecke in Spa deutlich besser laufen würde als beim pannenreichen "Testlauf" in Valencia. "Jetzt ist es für mich ein echtes Rennen. Das Wichtigste ist, dass ich ein besseres Gefühl für das Auto habe", sagte Badoer. Geholfen hat es nicht, zur Spitze fehlten mehr als zwei Sekunden.

Spekulationen um Hülkenberg im Ferrari

Damit dürften die Spekulationen um seine Ablösung zum Ferrari-Heimspiel am 13. September in Monza noch lauter werden. Zumal Williams GP2-Spitzenreiter Nico Hülkenberg, der am Freitag im Qualifying für das Rennen am Samstag (16.00 Uhr/live bei Sky) auf Startplatz drei fuhr, für ein Intermezzo bei der Scuderia wohl freigeben würde. "Wir würden Nico ausleihen, weil er so Rennpraxis für nächstes Jahr bekommen würde", sagte Williams-Technikchef Sam Michael der Onlineausgabe des Fachmagazins auto, motor und sport. Der 22 Jahre alte Hülkenberg steht in dieser Saison beim britischen Williams-Team als Test- und Ersatzfahrer unter Vertrag.

Buttons Hoffnung, die Reifenprobleme bei niedrigen Temperaturen - am Freitag 18 Grad Celsius - abgestellt zu haben, erfüllte sich unterdessen nicht. Um seine Titelchancen macht er sich allerdings (noch) keine Sorgen. "Ich bin immer noch in der besten Position der vier Führenden, daher spüre ich keinen Druck", sagte Button. Der Brite hat vor dem 12. von 17 WM-Läufen mit 72 Zählern 18 Punkte Vorsprung vor Barrichello (54). Das Red-Bull-Duo Webber (51,5) und Vettel (47) liegt etwas weiter zurück.

© SID

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