Motorsport Formel1
Hamilton begrüßt Ende der Spionage-Affäre

Vize-Weltmeister Lewis Hamilton hat das bevorstehende Ende der Spionage-Affäre in der Formel 1 begrüßt. "Ich freue mich für das Team und für den Sport", sagte der "Silberpfeil"-Youngster erleichtert.

Vize-Weltmeister Lewis Hamilton blickt nach dem Ende der Spionage-Affäre in der Formel 1 mit Zuversicht auf die kommende Saison und peilt im zweiten Anlauf seinen ersten Weltmeistertitel in der Königsklasse des Motorsports an. Vor allem hat der Mclaren-Mercedes-Pilot am Freitag auf einem PR-Termin in Bielefeld begrüßt, dass FIA-Präsident Max Mosley die Affäre um vertrauliche Ferrari-Daten ohne eine weitere Strafe für die "Silberpfeile" zu den Akten legen will.

"Ich freue mich für das Team und für den Sport. Es ist gut, dass wir uns jetzt auf das nächste Jahr konzentrieren und wieder Rennen fahren können. Denn dafür sind wir eigentlich da", sagte Hamilton bei seinem ersten Besuch bei einem langjährigen Teamsponsor (Schüco) in Ostwestfalen und formulierte selbstbewusst sein Ziel für 2008: "Weltmeister zu werden, ist immer das Ziel. Wir haben in diesem Jahr beide WM-Titel knapp verpasst. Im nächsten Jahr wollen wir beide gewinnen. Und wenn wir hart genug arbeiten, dann können wir das auch schaffen."

Konzentration auf die kommende Saison

Zumal sich die "Silberpfeile" aller Voraussicht nach jetzt ohne Furcht vor weiteren Sanktionen endlich auf die neue Saison konzentrieren können. Mosley hatte als Chef des Automobil-Weltverbandes FIA am Donnerstag erklärt, dem World Motor Sport Council der FIA die Einstellung des noch offenen Verfahrens gegen die "Silberpfeile" vorschlagen zu wollen. Wenige Stunden zuvor hatte sich Mclaren-Mercedes öffentlich bei der FIA, bei Ferrari, der Formel-1-Familie und den Fans für die Spionage-Affäre und ihre Auswirkungen auf die Saison 2007 entschuldigt. Zudem hatte der Rennstall erklärt, Maßnahmen getroffen zu haben, ähnliche Vorfälle in der Zukunft ausschließen zu können.

Ursprünglich hatte das World Council auf seiner letzten Sitzung am 7. Dezember in Monte Carlo die Entscheidung über eine mögliche Mclaren-Strafe für 2008 auf den 14. Februar nächsten Jahres vertagt. Bis dahin sollten nicht nur Mclaren-Mercedes und Ferrari, sondern alle Teams Gelegenheit erhalten, zum Bericht über die Untersuchung des "Silberpfeils" für 2008 Stellung zu nehmen. Die FIA plädiert nun für die Streichung dieses Termins.

Mclaren-Mercedes hätte noch eine Strafe gedroht, wenn die FIA zu dem Schluss gekommen wäre, dass im Auto für 2008 noch Ideengut des Konkurrenten Ferrari stecken würde. Das hatte das World Council ausdrücklich offen gelassen, als es am 13. September die "Silberpfeile" wegen des Besitzes von Ferrari-Daten zum Verlust aller Konstrukteurspunkte für 2007 und einer Geldstrafe von 100 Mill. Dollar verurteilte.

75 Mill. DIN-A4-Seiten

Die FIA hat die Planungen für den "Silberpfeil" von unabhängigen Experten unter die Lupe nehmen lassen. Deren Bericht hatte sie am Donnerstag veröffentlicht, aber zuvor weite Teile davon unkenntlich gemacht. Insgesamt hatten die Experten 20 Ingenieure befragt und 22 Computer untersucht. Es soll eine Datenmenge von 1,4 Terabyte ausgewertet, das wären 75 Mill. DIN-A4-Seiten.

Doch diese Untersuchung wird wohl jetzt keine Rolle mehr spielen, da es sehr unwahrscheinlich ist, dass das World Council Mosleys Bitte nicht folgt. Zumal der FIA-Präsident eine der Personen war, die im September die harte Strafe gefordert und sogar noch eine Bestrafung für die Fahrer gewünscht hatte. In der vergangenen Woche hatte Mosley zudem noch für Spekulationen gesorgt, als er sagte, die FIA habe den Verdacht, dass Mclaren-Mercedes Ferrari-Informationen verwendet habe.

© SID

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