Motorsport Formel1
Hamilton bittet in Fuji zum drittletzten Tanz

Die Formel 1 biegt am Wochenende beim drittletzten Saisonrennen in Fuji auf die Zielgeraden ein. Im Showdown um den WM-Titel hat Mercedes-Pilot Hamilton derzeit die Nase weit vorn.

Mclaren-Mercedes setzt auf Lewis Hamiltons Konstanz, Ferrari hat die totale Offensive angekündigt - und als Außenseiter lauert BMW-Sauber auf die Sensation: Mit dem Großen Preis von Japan in Fuji am Sonntag (6.30 Uhr Mesz/live bei RTL und Premiere) beginnt der Showdown der letzten drei Rennen im Titelkampf der Formel 1.

Ferrari bläst zur Aufholjagd

Felipe Massa, der in der WM-Wertung nach dem peinlichen Tank-Unfall von Singapur mit 77 Punkten sieben Zähler hinter dem WM-Führenden Hamilton (84) aus Großbritannien liegt, bläst am Fuße des 3 776 Meter hohen Berges zum Tanz auf dem Vulkan: "Nach dem Singapur-Rennen kann unsere Devise nur lauten: nach vorne schauen und nicht aufgeben. Wir müssen einfach versuchen, in den verbleibenden Rennen auf Platz eins und zwei zu landen."

Der brasilianische Ferrari-Pilot bezeichnet die Vorgabe seines Teamchefs Stefano Domenicali zwar selbst als "eine heftige Ansage", weiß aber auch, dass die Italiener zum Siegen verdammt sind, um das Titelrennen in der Fahrer- und Konstrukteurswertung offen zu halten. Domenicali fordert vor dem 16. der 18 WM-Läufe noch einmal unmissverständlich: "Es wird in Japan und in den beiden weiteren Rennen unser Ziel sein, die maximale Punktzahl zu holen. Wir haben das Potenzial dafür."

Eine ähnlich düstere Nullnummer wie zuletzt im ersten Nachtrennen der "Königsklasse" in Singapur kann sich das Team des mittlerweile abgeschlagenen Weltmeisters Kimi Räikkönen (Finnland) auf gar keinen Fall leisten. Ansonsten könnten sich die "Silberpfeile" die WM-Krone schon in Schanghai in zehn Tagen aufsetzen. Um einen ähnlichen Fauxpas wie jüngst auszuschließen, verzichtet Ferrari in den letzten drei Saisonrennen auf die Tankampel und greift wieder zum guten alten Lollipop - fürs "maximale Selbstbewusstsein der Boxenmannschaft", wie Domenicali begründet: "Wir brauchen Ruhe."

Hamilton setzt auf "gute Erfahrung" aus Singapur

Bei den "Silberpfeilen" soll derweil Vize-Weltmeister Hamilton mit Bedacht zum Erfolg kommen. Wie bereits zuletzt geht es für den 23-Jährigen vor allem darum, möglichst konstant zu fahren und den roten Rivalen in Schach zu halten. Als eine "gute Erfahrung" bezeichnete der Vorjahressieger das Rennen in Singapur, in dem er seinen Fahrerinstikt bremsen und vor allem auf Ankommen agieren musste. Am Ende wurde er Dritter, Massa ging leer aus.

Mercedes-Sportchef Norbert Haug warnt ohnehin vor zu viel Risiko: "Drei Grand Prix innerhalb von drei Wochen auf zwei verschiedenen Kontinenten in drei verschiedenen Zeitzonen sind für alle Fahrer und Teams eine enorme Herausforderung." Das letzte Rennen findet am 2. November in Sao Paulo/Brasilien statt und könnte wie im Vorjahr Schauplatz eines Finale furioso werden.

Theissen: "Alles ist möglich"

Darauf hofft auch noch das BMW-Sauber-Team. "Alles ist möglich. Wir haben sehr unterschiedliche Leistungen der Spitzenteams gesehen. Wir haben sicherlich die niedrigste Fehlerquote und auch die höchste Zuverlässigkeit", sagte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen dem Sport-Informations-Dienst (sid). Derzeit liegt der Pole Robert Kubica allerdings 20 Punkte hinter Hamilton.

Für den ehemaligen Rennfahrer und heutigen RTL-Experten Christian Danner ist Hamilton zwar durch das Punktepolster Favorit, aufgrund des Potenzials des Ferraris traut er Massa aber eine erfolgreiche Aufholjagd zu. "Der Ferrari ist im Rennen das schnellere Auto", sagte Danner dem sid: "An eine Vorentscheidung in Asien glaube ich nicht." Er freue sich jedenfalls auf das Finale in Brasilien, "denn da weiß erst recht keiner, was passiert".

© SID

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