Motorsport Formel1
Hamilton: "Hier zu siegen, ist Wahnsinn"

Als einen "Höhepunkt meiner Karriere" hat Lewis Hamilton seinen Triumph in Monaco bezeichnet. Auch die Presse feierte den Formel-1-Piloten nach der Regenschlacht ausgiebig.

Nachdem er im Regen von Monaco den Durchblick behielt, wird der Titelhunger von Sieger Lewis Hamilton immer größer - in Gedanken ist der Brite im Mclaren-Mercedes schon bei seinem größten Vorbild. "In den letzten paar Runden dachte ich an Ayrton Senna, wie er hier gewann. Hier zu siegen, ist Wahnsinn", sagte der 23-Jährige über den 1994 tödlich verunglückten Brasilianer, der mit sechs Formel-1-Siegen in Monte Carlo den Rekord hält: "Ich fühle mich wie im siebten Himmel. Dieser Sieg ist ein Höhepunkt meiner Karriere, an den ich mich immer erinnern werde."

Die britische Presse feierte Hamiltons Triumph in den höchsten Tönen. "Hamilton wieder auf dem Gipfel der Welt", schrieb die Times. Der Daily Telegraph fabulierte: "Die Götter fahren mit Hamilton. Senna hat hier sechsmal gewonnen, Hamilton beginnt erst seinen Weg durch die Rekordbücher." Selbst aus dem Ferrari-Mutterland Italien gab es Lob von der Gazzetta dello Sport: "Hamilton spielt Ferrari einen Streich. Der englische Akrobat hat all seine Fähigkeiten bewiesen."

Sieg nur ein Etappenziel

Durch seinen ersten Erfolg im Fürstentum übernahm der Silberpfeil-Pilot mit nun 38 Punkten die Führung in der Fahrerwertung vor Weltmeister Kimi Räikkönen aus Finnland (Ferrari/35), dessen Teamrivalen Felipe Massa (Brasilien/34) und dem Polen Robert Kubica (BMW-Sauber/32).

Die Spitze rückt enger zusammen, doch für Hamilton ist nur ein Etappenziel erreicht. Das machte auch sein Vater Anthony deutlich: "Es gibt zwei Dinge, die man in der Formel 1 schaffen will: Einen Sieg in Monaco und den WM-Titel. Das erste haben wir jetzt erreicht. "

Dass sein Sohn überhaupt den ersten Triumph eines Engländers an der Cote d'Azur seit Graham Hill 1969 genießen konnte, hatte allerdings auch mit reichlich Glück zu tun. In der fünften Runde war Hamilton auf der regennassen Strecke in die Leitplanke gerutscht. Der Unfall ging glimpflich aus, mehr als einen Plattfuß und einen frühen Boxenstopp musste er nicht wegstecken. Eine Safety-Car-Phase erleichterte die Aufholjagd.

Haug: "Müssen jetzt dranbleiben"

"Wir müssen jetzt absolut dranbleiben. Es ist in etwa Pari an der WM-Spitze, und das Ganze geht von Neuem los", mahnte Mercedes-Sportchef Norbert Haug nach dem sechsten Monaco-Sieg der Silberpfeile in den vergangenen elf Jahren. "Nach seinem Fehler am Anfang hatte Hamilton schlechte Karten, aber dann war er der Schnellste und hat verdient gewonnen", lobte Premiere-Experte Marc Surer.

Doch der Schweizer glaubt nicht, dass im kommenden Rennen am 8. Juni im kanadischen Montreal erneut Silber dominieren wird: "Im vergangenen Jahr war Mclaren-Mercedes da fast unschlagbar, Ferrari hatte keine Chance. Aber ich glaube, dass sich das in diesem Jahr ändern wird, weil Ferrari jetzt auf allen Strecken gut ist. Und ich hoffe, dass BMW nach vorne kommt. Ein Sieg wäre langsam mal fällig."

Danner tadelt Ferrari: "Nur Mist gebaut'

Kubica hatte als einziger der Topfahrer eine fehlerfreie Leistung geboten und BMW-Sauber dem angestrebten ersten Sieg sogar nahe gebracht, doch Hamiltons Bolide war überlegen. "Er fuhr perfekt", lobte RTL-Experte Christian Danner den Polen. Ganz im Gegensatz zu Räikkönen und Massa: "Die Ferrari-Piloten haben nur Mist gebaut."

Vor allem, dass der finnische Champion den sensationell auf Platz vier liegenden Adrian Sutil (Gräfelfing) im Force-India-Ferrari kurz vor Schluss "abschoss", brachte Danner auf die Palme. "Das war von einem amtierenden Weltmeister eine grenzenlose Dummheit und untragbar. Er fährt das schnellste Auto und der andere das langsamste - dümmer geht es nicht", schimpfte der ehemalige Formel-1-Pilot.

Sutil, über den Danner sagte, "es ist schon Weltklasse, mit diesem Auto da vorne herum zu fahren", und sein technischer Direktor Mike Gascoyne hatten offiziell Beschwerde bei der Rennleitung eingelegt, allerdings ohne Erfolg.

Räikkönen, der auch vom dreimaligen Weltmeister Niki Lauda scharf getadelt wurde ("eine Frechheit"), verteidigte sich. "Es tut mir für Sutil leid, aber ich konnte in dieser Situation wirklich nichts machen", erklärte der Finne. Die Bremsen seien zu kalt gewesen. Mit Blick auf die verlorene WM-Führung blieb der "Iceman" ebenfalls ganz cool: In der vergangenen Saison habe man zu diesem Zeitpunkt deutlich weiter zurückgelegen. Derzeit beträgt sein Rückstand auf Hamilton drei Punkte.

© SID

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