Motorsport Formel1
Hamilton schlittert in Monaco zum Sieg

Lewis Hamilton ist auf dem rutschigen Kurs von Monaco zum Sieg geschlittert, vor Robert Kubica und Felipe Massa. Sebastian Vettel wurde Fünfter, Adrian Sutil war lange Vierter.

Während Lewis Hamilton und Glückspilz Sebastian Vettel nach dem Großen Preis von Monaco ihrem Jubel freien Lauf lassen konnten, war Adrian Sutil am Boden zerstört. In einem chaotischen, von Unfällen und Drehern geprägten Regen-Grand-Prix, feierte der 23 Jahre alte Brite Hamilton im Mclaren-Mercedes seinen ersten Sieg in Monte Carlo und übernahm damit die Führung in der WM-Wertung.

"Das ist mein bislang schönster Sieg", sagte der überglückliche Hamilton. Für den Vize-Weltmeister war es der zweite Erfolg dieser Saison nach Melbourne und der insgesamt sechste seiner Karriere. Davon habe er immer geträumt, sagte Hamilton, im Fürstentum ein Formel-1-Rennen zu gewinnen: "Das habe ich jetzt geschafft." Und Vater Anthony dachte schon weiter: "Es gibt zwei Dinge, die man in der Formel 1 schaffen will: einen Sieg in Monaco und den WM-Titel. Das erste haben wir jetzt erreicht."

Zweiter wurde BMW-Sauber-Pilot Robert Kubica (Polen) vor dem Brasilianer Felipe Massa (Ferrari). Hamilton zog damit mit nun 38 Zählern in der WM-Wertung an Weltmeister und Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen (35/Finnland) vorbei, der als Neunter leer ausging. Dahinter folgen Massa (34) und Kubica mit 32 Zählern.

Haug: "Ein sensationeller Lewis"

Bei den "Siberpfeilen" herrschte natürlich große Begeisterung über den erneuten Triumph nach dem Doppelsieg des Vorjahres in den engen Straßenschluchten des Fürstentums. "Ein sensationeller Lewis", sagte Mercedes-Sportchef Norbert Haug: "Für uns ist unser sechster Sieg hier der bisher Großartigste."

Für die Überraschung des Tages sorgte allerdings ein Deutscher: Sebastian Vettel (Heppenheim) profitierte vom Renn-Roulette in Spielerparadies, steuerte seinen Toro-Rosso-Ferrari mit Glück und Geschick auf den fünften Platz und holte damit seine ersten vier WM-Punkte in dieser Saison. "Das ist super. Wir haben alles richtig gemacht", sagte der 20-Jährige und freute sich vor allem, dass der Erfolg mit seinem neuen Boliden geglückt war: "Wir haben mit dem neuen Auto einen großen Sprung nach vorne gemacht."

Sutil und Heidfeld im Pech

Großes Pech hatte Adrian Sutil (Gräfelfing), der mit seinem Force-India-Ferrari kurz vor Schluss von Räikkönen an Position vier liegend "abgeschossen" wurde und anschließend aufgab. "Ich kann es immer noch nicht glauben, was da passiert ist. Wir waren so nahe dran. Es tut mir so leid für das ganze Team. Wir haben alles richtig gemacht", sagte der 25-Jährige mit tränenerstickter Stimme und roten Augen.

Bitter lief es auch für die anderen Deutschen: BMW-Sauber-Pilot Nick Heidfeld (Mönchengladbach) landete, auch bedingt durch einen Rempler von Renault-Pilot Fernando Alonso, auf dem 14. und damit letzten Platz. "Damit war mein Rennen gelaufen", sagte Heidfeld verärgert über die zu aggressive Fahrweise des Asturiers. Nico Rosberg (Wiesbaden/Willams-Toyota) fiel nach einem Unfall bei seinem "Heimspiel" aus, und Timo Glock (Wersau/Toyota) kam nach insgesamt drei Drehern und zwei Blechschäden nicht über Platz zwölf hinaus.

Pünktlich zu Rennbeginn hatte starker Regen eingesetzt, der die Hetzjagd durch den engen Leitplankenkanal zum Roulette machte. Erster Leidtragender war Rosberg, der sich im Gedränge seinen Frontflügel beschädigte, schon in der dritten Runde an die Box musste, und sich danach beherzt durch den Verkehr kämpfte. Aber in der 61. Runde war nach einem Fahrfehler am Schwimmbad für Rosberg Schluss. Der in Monaco aufgewachsene und lebende 22-Jährige krachte in die Leitplanke, blieb bei dem Unfall aber unverletzt.

Für Heidfeld, der sich von Startplatz zwölf auf fünf vorgekämpft hatte, gab es nach dem enttäuschenden Wochenende tröstende Worte. "Nick ist außerordentlich gut gestartet, er ist aggressiv gefahren und hat mir heute viel besser gefallen als im Qualifying", lobte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen, der sich letztlich aber nur über Platz zwei für Kubica freuen konnte: "Das war ein starkes Rennen von Robert."

Heidfeld muss um Zukunft in der Formel 1 bangen

Spätestens nach Monaco muss Heidfeld um seine Zukunft in der Formel 1 bangen. "Wenn er den Platz bei BMW-Sauber verliert, sind seine Chancen, Weltmeister zu werden, gleich Null. Wer will ihn dann noch nehmen?", sagte Hans-Joachim Stuck dem sid. Der BMW-Kenner und heutige VW-Repräsentant ist sicher, dass sich die Münchner bereits nach Alternativen umsehen.

© SID

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