Motorsport Formel1
Hamilton startet in Monza vor Sutil und Räikkönen

Mclaren-Mercedes-Pilot Lewis Hamilton hat sich im Qualifying zum Großen Preis von Italien die Pole Position gesichert. Von Platz zwei geht Adrian Sutil im Force India ins Rennen.

Adrian Sutil hat die nächste Sensation seines Teams nur um einen Wimpernschlag verpasst. Der Force-India-Pilot lag bis wenige Sekunden vor dem Ende des Qualifyings zum Großen Preis von Italien am Sonntag (14.00 Uhr/live bei RTL und Sky) an der Spitze. Dann aber entriss ihm Weltmeister Lewis Hamilton (Großbritannien) im Mclaren-Mercedes die Pole Position. Doch auch so feierte Sutil im Königlichen Park von Monza mit dem zweiten Startplatz den bislang größten Erfolg seiner Formel-1-Karriere.

"Das war ein unglaubliches Qualifying, die erste Reihe fühlt sich super an", sagte Sutil, der insgeheim mit diesem Paukenschlag sogar gerechnet hatte: "Wir sind seit einigen Rennen sehr stark. Es geht wirklich vorwärts." Das Team habe toll gearbeitet und ihm ein sauschnelles Auto hingestellt. Sutil: "Ich freue mich aufs Rennen, ich bin heiß und extrem motiviert."

Force India ist das Team der Stunde: Vor 14 Tagen in Spa hatte der inzwischen zu Ferrari gewechselte Giancarlo Fisichella (Italien) die erste Pole Position für den Rennstall des indischen Milliardärs Vijay Mallya geholt und im Rennen mit Platz zwei das beste Ergebnis eingefahren.

Räikkönen dritter

Drittschnellster war im Qualifying Ex-Weltmeister Kimi Räikkönen im Ferrari. Der Finne hat den Tifosi mit seinem Triumph in Spa wieder Hoffnung auf einen Heimsieg gemacht. Räikkönen gewann das Duell mit seinem neuen Teamkollegen Fisichella deutlich. Der Italiener steht bei seinem ersten Rennen für die Scuderia auf dem 14. Platz.

Zweitbester Deutscher war Sebastian Vettel (Heppenheim), der im Red Bull allerdings nur Rang neun belegte. Damit dürfte es für den Hessen schwer werden, den Vorjahreserfolg in Monza zu wiederholen. WM-Spitzenreiter Jenson Button (Großbritannien) steht im Brawn auf Position sechs. In der Gesamtwertung hat Vettel als WM-Dritter 19 Punkte Rückstand auf Button.

Nick Heidfeld (Mönchengladbach) wurde von einem Motorschaden am BMW-Sauber gestoppt und musste mit Position 15 zufrieden sein. Timo Glock (Wersau) blieb im Toyota auf Rang 16 hinter den Erwartungen zurück. Eine Pleite erlebte Nico Rosberg (Wiesbaden), der im Williams nicht über Platz 18 hinauskam und damit deutsches Schlusslicht an diesem Tag war.

Unfall-Skandal weiterhin großes Thema

Rosberg sah sich in seinen zuvor geäußerten Befürchtung bestätigt. "Mit wenig Abtrieb fehlt es unserem Auto an Effizienz. Dazu kommt, dass die Kers-Autos hier große Vorteile haben." Daher hakte er Monza schon ab und schaute nach vorn: "In Singapur geht es für uns wieder bergauf."

Hinter den Kulissen ging das Rätselraten um den Unfall-Skandal von Singapur im September 2008 weiter. Der ehemalige Renault-Fahrer Nelson Piquet junior erneuerte seine Vorwürfe gegen seinen früheren Arbeitgeber und Teamchef Flavio Briatore. "Ich habe nur die Wahrheit erzählt, und deshalb muss ich nichts fürchten", sagte der 24-jährige Brasilianer. FIA-Präsident Max Mosley hatte Piquet zuvor völlige Straffreiheit zugesichert, wenn er im Unfall-Skandal kooperiere.

Renault und Briatore hatten am Freitag gegen Piquet und dessen Vater Nelson Piquet senior Klagen wegen "falscher Behauptungen und versuchter Erpressung" eingeleitet. Piquet hatte den Ex-Arbeitgeber in einem Brief an den Automobil-Weltverband FIA schwer belastet. In dem Schreiben behauptete der Brasilianer, dass er auf Anweisung des Teams in Singapur absichtlich einen Unfall verursachen sollte, um seinem Teamkollegen Fernando Alonso dadurch zum Sieg zu verhelfen. Der zweimalige Weltmeister aus Spanien gewann das Rennen letztlich auch.

Renault droht WM-Ausschluss

Renault vermutet, dass Piquet durch die Anschuldigungen sein Cockpit für die restlichen Rennen der Saison zurückgewinnen wollte. Der Brasilianer war nach zehn Rennen ohne einen einzigen Punkt im August von seinem Team entlassen worden. Sollten Piquets Vorwürfe stimmen, drohen Renault der sofortige WM-Ausschluss und eine hohe Geldstrafe. Am Ergebnis des Singapur-Rennens werde sich jedoch nichts mehr ändern, sagte FIA-Präsident Mosley.

Briatore sagte in Monza, dass er zuversichtlich sei, dass die ganze Wahrheit ans Tageslicht kommen werde. "Ich bin unschuldig. Und ich bin traurig, dass dem Renault-Team mit seinen 600 Angestellten schon jetzt ein Schaden entstanden ist", sagte der 59 Jahre alte Italiener.

© SID

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