Motorsport Formel1
Hamilton triumphiert im Chaosrennen von Kanada

Mercedes-Pilot Lewis Hamilton hat den Großen Preis von Kanada in Montreal gewonnen und seinen ersten Formel-1-Erfolg eingefahren. Den zweiten Platz belegte BMW-Pilot Nick Heidfeld vor Alexander Wurz im Williams.

Wunderkind Lewis Hamilton hat beim Chaosrennen in Montreal den ersten Formel-1-Sieg seiner Karriere gefeiert. Der schwere Unfall des Polen Robert Kubica überschattete allerdings den Großen Preis von Kanada. Der BMW-Sauber-Pilot war mit Tempo 280 von der Strecke abgekommen, hatte sich mehrfach überschlagen und hing danach reglos in seinem völlig zerstörten Auto. "Es ist ihm fast nichts passiert, das ist unglaublich", sagte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen nach Minuten der Ungewissheit und gab erleichtert Entwarnung. Die schrecklichen Bilder des Unglücks hatten zunächst das Schlimmste befürchten lassen.

Hamilton trommelte bei der Zieldurchfahrt vor Freude mit den Händen aufs Lenkrad und reckte danach stolz die Faust nach oben: Der 22 Jahre alte Brite lebt seinen Traum auf der Überholspur weiter und trug sich als erster dunkelhäutiger Rennfahrer in die Siegerliste der Formel 1 ein und ist nach dem sechsten von 17 WM-Läufen alleiniger Spitzenreiter in der Gesamtwertung.

Viele Unfälle, drastische Strafen

Hamilton triumphierte vor mehr als 100 000 Zuschauern in seinem Mclaren-Mercedes auf der malerisch gelegenen Ile Notre Dame vor den Toren Montreals in der Manier eines großen Champions - und das in seinem erst sechsten Rennen in der "Königsklasse". Der "Tiger Woods der Formel 1" verwies in einem völlig chaotischen Kanada-Grand-Prix mit vielen Unfällen, drastischen Strafen und vier Safety-Car-Phasen den Mönchengladbacher Nick Heidfeld im BMW-Sauber auf den zweiten Platz. Dritter wurde überraschend Williams-Pilot Alexander Wurz (Österreich).

Titelkandidat Kimi Räikkönen (Finnland) landete im Ferrari auf Rang fünf. Weltmeister Fernando Alonso wurde nach einem verkorksten Rennen nur Siebter. Der Spanier verpatzte den Start, drehte sich dreimal von der Strecke und musste noch eine Zehn-Sekunden-Strafe absitzen (bei Rot in die Boxengasse). Ralf Schumacher holte als Achter im Toyota einen Punkt und hofft nach einer wochenlangen Talfahrt nun auf die Wende.

Massa und Fisichella disqualifiziert

Ferrari-Pilot Felipe Massa (Brasilien) und Giancarlo Fisichella (Italien) im Renault wurde disqualifiziert, weil sich während einer Safety-Car-Phase bei roter Ampel aus der Boxengasse gefahren waren. Nico Rosberg (Wiesbaden) belegte nach einer wahren Achterbahnfahrt den zehnten Platz. Der Williams-Pilot hatte eine Zehn-Sekunden-Strafe in der Box absitzen müssen, nachdem er bei Rot in die Boxengasse gefahren war.

In der 27. Runde stockte den Zuschauern der Atem, als Kubica mit seinem BMW-Sauber plötzlich abhob und zunächst frontal in eine Streckenbegrenzung krachte. Danach überschlug sich das Auto mehrfach und schleuderte auf der anderen Seite in eine Mauer. Kubica hing zunächst reglos in dem völlig zerstörten Boliden. "Das war brutal, der Aufprall ist für den Körper enorm gewesen", sagte der ehemalige Formel-1-Pilot und heutige Premiere-Experte Marc Surer.

Aufatmen im Fahrerlager

Aufatmen dann im Fahrerlager als die Nachricht aus dem Medical Center die Runde machte, dass Kubica offenbar einen Schutzengel hatte. Der Pole wurde nach einer ersten Untersuchung dann ins Krankenhaus nach Montreal geflogen.

Lehrgeld musste Neuling Adrian Sutil (Gräfelfing) zahlen. Der Spyker-Ferrari-Pilot rutschte in der 22. Runde mit dem Heck seines Autos in die Mauer und schied aus. Schwacher Trost: Im Qualifying war er wieder mal schneller als sein Teamkollege Christijan Albers (Niederlande).

© SID

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