Motorsport Formel1
Haug sah Performance "wie aus dem Bilderbuch"

Nach dem Großen Preis von Monte Carlo schwärmt die Formel-1-Welt vom "perfekten Paar Alonsilton". Mercedes-Sportchef Norbert Haug bezeichnete die Performance "wie aus dem Bilderbuch".

Die Edelsteine auf den Helmen der Mclaren-Mercedes-Piloten hätten auch größer und schwerer sein dürfen. Auch mit dem zusätzlichem Gewicht wären die Silberpfeile das neue Maß der Dinge in der Formel-1-Welt. Der dominant demonstrierte Doppelsieg des Traumduos "Alonsilton" beim Großen Preis von Monte Carlo ist vielleicht viel mehr Wert als die Punkte in der Fahrer- und Konstrukteurswertung. Und der Konkurrenz bleibt nur das Staunen. "Die haben eine unglaubliche Pace gezeigt. Selbst wenn ich über das Limit gegangen wäre, wäre es so geblieben. Sie waren verdammt schnell. Ich hätte nur nach vorne kommen können, wenn sie einen Fehler gemacht hätten", sagte der geschlagene Ferrari-Pilot Felipe Massa, der als Dritter mit knapp 70 Sekunden Rückstand auf Sieger Fernando Alonso als Einziger im Feld der 22 Fahrer nicht von den "Silbernen Ufos"überrundet worden war.

Weltmeister Alonso, der seinen Vorjahreserfolg wiederholte und vor seinem Teamkollegen Lewis Hamilton (Großbritannien) gewann, war selbst erstaunt, wie locker er den zweiten Saisonsieg herausfahren konnte. "Ich habe in meiner Karriere 17 Rennen gewonnen, aber wohl nie mehr als eine Minute Vorsprung auf den Dritten gehabt", sagte der Spanier.

Mit 38 Punkten führt er gemeinsam mit Hamilton die WM-Wertung an. Massa, zuletzt zweimal in Folge siegreich, folgt mit 33 Zählern. Der Gesamt-Vierte Kimi Räikkönen (23) im Ferrari fuhr noch von 16 auf acht. Derzeit gilt in der Formel 1 offenbar eine ganz eigene Farbenlehre: Ferrari ist Silber, Mclaren-Mercedes ist Gold.

Haug: Performance "wie aus dem Bilderbuch"

Der Einzige, der mit dem zweimaligen Champion Alonso mithalten konnte, war Neuling Hamilton in seinem erst fünften Rennen, das er zum vierten Mal in Folge als Zweiter und wie immer auf dem Treppchen abschloss. Dennoch war der Jungstar enttäuscht, weil er Alonso nicht überholen durfte.

"Mir wurde gesagt, ich soll es langsam angehen lassen", sagte Hamilton und ergänzte, er habe Alonso am Ende nicht in einen Fehler treiben wollen: "Letztlich bin ich Neuling. Dass ich ein ähnliches Tempo wie Fernando gehen kann, ist positiv. Aber ich muss damit leben, dass ich die Zahl zwei auf dem Auto habe. Den Weltmeister durch die Straßen zu jagen, ist eine neue Erfahrung - und die ist auch gut."

Für Mercedes-Sportchef Norbert Haug war die rasante und vor allem ungefährdete Fahrt seiner Piloten durch die Häuserschluchten des Fürstentums eine Überraschung. "Dass wir hier so weit vorne wegfahren, damit habe ich nicht gerechnet", sagte Haug, der die Vorstellung als "Performance wie aus dem Bilderbuch" bezeichnete. Seit 1998 in Melbourne sei ein derartiger Silberpfeil-Doppelsieg nicht mehr vorgekommen. Damals fuhren Mika Häkkinen und David Coulthard allen auf und davon und kamen mit einer Runde Vorsprung direkt hintereinander über die Ziellinie. Am Saisonende wurde Häkkinen Weltmeister - vor Michael Schumacher im Ferrari.

Alonso und Hamilton wie einst Senna und Prost

So weit soll es nicht kommen, wenn es nach dessen Schüler Massa geht. "Fünf Punkte sind gar nichts in der WM", sagte der Brasilianer trotzig, dem Mentor Michael Schumacher diesmal weniger Glück als noch vor zwei Wochen in Barcelona brachte. Man werde hart daran arbeiten, die silberne Dominanz zu brechen.

Die Experten sind sich bereits einig: In dieser Form wird Mclaren-Mercedes kaum aufzuhalten sein. "Es war geil zu sehen, wie Alonso immer wieder kontern konnte", sagte RTL-Experte Christian Danner und war angetan vom teaminternen Duell der "Silbermänner". "Es war schon irre, auf welchem Niveau die beiden gefahren sind. Alonso und Hamilton erinnern mich durchaus etwas an die großen Zeiten mit Senna und Prost."

"Quick Nick" mit falscher Strategie

Von derartigen Höhenflügen sind die deutschen Piloten im Jahr eines nach Michael Schumacher weit entfernt. Nick Heidfeld war mit seinem sechsten Platz als Schnellste aus dem Team Germany durchaus "zufrieden", auch wenn BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen zugab, mit der Ein-Stopp-Strategie falsch gelegen zu haben. "Quick Nick" bleibt Fünfter der Fahrerwertung, BMW-Sauber Dritter bei den Konstrukteuren.

Schlecht lief es für Nico Rosberg (Wiesbaden), der nach einem unglücklich verlaufenen Rennen von Platz fünf auf zwölf abrutschte. "Es hat keinen Spaß gemacht", bilanzierte der Williams-Toyota-Pilot. Noch enttäuschender war der Auftritt von Ralf Schumacher im Toyota, der sich nach Platz 16 selber Mut machte: "Wenn das Qualifying besser gelaufen wäre, hätten wir um Punkte fahren können." Adrian Sutil (Gräfelfing) im Spyker-Ferrari war nach einem Fehler ausgeschieden.

© SID

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