Motorsport Formel1
Heidfeld: "2009 wollen wir um den Titel mitfahren"

Mit dem fünften Platz in der Fahrerwertung ist Formel-1-Pilot Nick Heidfeld zufrieden, wie der Mönchengladbacher im Interview mit dem Sport-Informations-Dienst verrät. Demnach will Heidfeld "2009 um den Titel mitfahren."

Platz fünf in der Fahrerwertung und damit erster Verfolger der "Großen Vier" in der Formel 1: Nick Heidfeld kann mit der Saison in der Motorsport-"Königsklasse" mehr als zufrieden sein. 2009 wollen der Mönchengladbacher und sein Team BMW-Sauber ganz oben angreifen, wie Heidfeld im Interview mit dem Sport-Informations-Dienst (sid) verrät.

sid: "Sie machen einen sehr entspannten Eindruck. Vermutlich sind Sie als bislang Fünfter in der Fahrerwertung mit der Saison rundum zufrieden?"

Nick Heidfeld: "Natürlich. Mit der Entwicklung bei BMW-Sauber liegen wir ja eigentlich über dem Soll. Und die Perspektive im Team stimmt auch."

sid: "Was haben Sie sich noch für die letzten drei Rennen in diesem Jahr vorgenommen?"

Heidfeld: "Man will jedes Rennen so schnell wie möglich fahren. Aber ehrlich gesagt, kann nach oben und unten nicht mehr viel passieren. Die Konstellation ist fast schon etwas langweilig."

sid: "Langweilig ging es zuletzt in der Spionage-Affäre zwischen Mclaren-Mercedes und Ferrari keineswegs zu. Wie beurteilen Sie diesen Zwist, die Rekordstrafe für Mclaren-Mercedes und die Rolle von Fernando Alonso?"

Heidfeld: "Das ist ein komplexes Thema. Es ist schwierig, einen Einblick zu bekommen, wie das genau abgelaufen ist. Ich habe auch weder Zeit noch Lust, mich intensiver damit zu befassen. Ich habe lieber Spaß auf der Strecke und möchte das Fahren genießen."

sid: "Wie sieht denn die Zielsetzung für das nächste Jahr aus?"

Heidfeld: "Ich möchte in der nächsten Saison mein erstes Rennen gewinnen - und dann am liebsten noch ein paar mehr. 2009 wollen wir dann um den WM-Titel mitfahren. Das wird schwierig, aber die Chance dazu haben wir."

sid: "Nach dem Rücktritt von Michael Schumacher haben sich viele Sorgen um die Zukunft der deutschen Fahrer in der Formel 1 gemacht. Sind diese Zweifel schon widerlegt worden?"

Heidfeld: "Eine Leitfigur wie Michael wird es mit Sicherheit - ob aus Deutschland oder aus einem anderen Land - so schnell nicht wieder geben. Aber die Deutschen sind extrem gut vertreten. Um die Zukunft muss sich niemand Sorgen machen."

sid: "Die Planungen für 2008 laufen schon auf Hochtouren. Was wird sich ändern?"

Heidfeld: "Elektronische Hilfen wie die Traktionskontrollen werden wegfallen. Deshalb wird mehr fahrerisches Können verlangt. Es gibt Piloten, die mit den neuen Vorgaben nicht zufrieden sind. Aber vielleicht kommen sie damit einfach nicht so gut zurecht. Ich finde das gut, und ich freue mich auf die neue Saison. Von Vorteil ist für uns, dass wir schon jetzt mit Blick auf das nächste Jahr getestet und die Entwicklung des neuen Autos vorangetrieben haben."

sid: "Wie groß ist eigentlich Ihr Anteil an der Entwicklung eines neuen Fahrzeugs?"

Heidfeld: "Wir haben ja genügend Experten im Team, die sich damit weitaus besser auskennen. Meine Aufgabe ist eher die jeweilige Abstimmung an der Rennstrecke."

sid: "Ihr Vertrag wurde verlängert. Wie lange wollen Sie noch in der Formel 1 fahren?"

Heidfeld: "Im Moment macht es mir riesig Spaß. Deshalb möchte ich schon so lange wie möglich fahren. Ich denke, so bis 37 oder 38, also durchaus noch sieben bis acht Jahre, und bis dahin ist der WM-Titel mit BMW durchaus realistisch."

sid: "Und haben Sie schon Pläne für die Zeit nach ihrer Karriere?"

Heidfeld: "Da gibt es einige Dinge, die ich gerne machen will. Fallschirmspringen oder Skifahren zum Beispiel - also solche Sachen, die ich im Moment als Pilot nicht machen darf. Außerdem fotografiere ich sehr gerne. Das ist ein Hobby, dem ich gerne mehr Aufmerksamkeit widmen würde."

sid: "Sie leben mit Ihrer Freundin und den beiden gemeinsamen Kindern zurzeit in der Schweiz in der Nähe von Zürich. Gibt es Überlegungen, nach Deutschland zurückzukehren?"

Heidfeld: "Im Moment sind wir in der Schweiz sehr glücklich. Wir haben es dort sehr schön angetroffen. Einerseits ist es ruhig, andererseits ist man schnell in Zürich. Die Lebensqualität ist hoch. Ich kann mir vorstellen, dass unsere Kinder dort aufwachsen."

© SID

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