Motorsport Formel1: Heidfelds Rückkehr sorgt für neuen Formel-1-Rekord

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Heidfelds Rückkehr sorgt für neuen Formel-1-Rekord

Nach der Rückkehr von Nick Heidfeld in den Formel-1-Zirkus werden beim Grand-Prix-Rennen am Sonntag in Singapur erstmals sieben deutsche Fahrer ins Rennen gehen.

Beim Nachtrennen in Singapur setzt die "Formel Deutsch" den nächsten Meilenstein: Zum ersten Mal in der Geschichte der Königsklasse starten am Sonntag (14.00 Uhr Mesz/live bei RTL und Sky) sieben deutsche Fahrer in einen Grand Prix. Dass aus dem bisherigen Six-Pack die glorreichen Sieben werden, dafür sorgt der Mönchengladbacher Nick Heidfeld durch sein Comeback bei Sauber.

"Das sind zu viele Deutsche", sagte Formel-1-Boss Bernie Ecclestone in Singapur dem Sport-Informations-Dienst (SID) mit einem Schmunzeln, fügte dann aber ernsthaft hinzu: "So etwas passiert. Es gab schon auch viele Brasilianer oder viele Engländer. Ich denke, Michael Schumacher hat das vor Jahren angeschoben, und jetzt wird es lange dauern, das wieder aufzuholen."

Deutscher Motorsport-Boom macht Schumacher stolz

Schumacher fühlt sich von solchem Lob geschmeichelt. "Ich glaube schon, dass ich definitiv der Auslöser dafür gewesen bin - und das darf mich stolz machen", meinte der 41-Jährige: "Wenn man die Boxengasse anschaut, ist Englisch nicht mehr die Hauptsprache, man kann auch deutsch reden." Vize-Weltmeister Sebastian Vettel hatte gleich einen humorvollen Rat für die Konkurrenz parat: "Vielleicht sollten die anderen Länder sich überlegen, das Tempolimit abzuschaffen."

Sieben Fahrer aus einem Land hatte es in der Formel 1 zuletzt vor mehr als 14 Jahren gegeben. Am 14. August 1994 waren beim Großen Preis von Ungarn in Budapest sieben Franzosen am Start. Die Grande Nation vertraten damals Jean Alesi, Olivier Panis, Eric Bernard, Erik Comas, Olivier Beretta, Jean-Marc Gounon und Philippe Alliot, Paul Belmondo scheiterte zudem in der Vor-Qualifikation.

Schumacher als Auslöser der "deutschen Welle"

Aber während allein Panis als Sechster für die Franzosen einen mageren WM-Punkt holte, gewann damals Michael Schumacher auf dem Weg zu seinem ersten WM-Titel das Rennen und leitete mit seinen Erfolgen den deutschen Aufschwung ein. Neben dem Rekordweltmeister, der nach drei Jahren Pause in dieser Saison wieder dabei ist, vertreten Sebastian Vettel, Nico Rosberg, Adrian Sutil, Nico Hülkenberg, Timo Glock und eben Heidfeld die deutschen Farben.

"Sieben deutsche Fahrer, das ist schon außergewöhnlich", sagte Rückkehrer Heidfeld: "Michael Schumacher hatte zum einen sicher einen Boom ausgelöst. Zum anderen gibt es aber auch deutsche Hersteller und viele Sponsoren, dazu sind auch die Kartszene und die Förderung sehr gut. Und was besonders schön ist: Keiner der sieben Deutschen ist nur ein Bezahlfahrer, der in der Formel 1 eigentlich nichts zu suchen hat. Alle machen einen guten Job."

Deutsche Experten begeistert

Auch der frühere Formel-1-Pilot Marc Surer sieht Schumacher als Auslöser der deutschen Welle in der Königsklasse. "Irgendwie zieht so etwas immer den Nachwuchs mit. Und im Moment sind die Deutschen auch sehr gut verteilt, einer sitzt im besten Auto, zwei andere im viertbesten. Punktemäßig müsste da eigentlich etwas rausspringen", sagte der Schweizer dem SID. "Ich freue mich sehr darüber", kommentierte Surers früherer Kollege Christian Danner die deutsche Kolonie: "Das zeigt, dass bei uns sehr gut gearbeitet wird." Angespornt von Schumacher hätten "viele Jugendliche angefangen, Kart zu fahren", meinte Hülkenberg.

Heidfeld ist glücklich, in Singapur wieder richtig zum Formel-1-Zirkus zu gehören. "Als ich die Chance bekam, die letzten fünf Rennen für Sauber zu fahren, habe ich natürlich zugegriffen", sagte er am Donnerstag bei der offiziellen Pressekonferenz in Singapur. Damit hatte sich sein Wechsel vom Mercedes-Ersatzfahrer zum Testpilot für den künftigen Reifenlieferanten Pirelli schon nach vier Wochen ausgezahlt. "Ich möchte Rennen fahren, und ich denke, ich kann einen guten Job machen", sagte "Quick Nick": "Dass ich für Pirelli in den letzten Wochen viel getestet habe, sollte mir helfen."

Keine Zeitumstellung für Piloten

Gleich für alle Fahrer ist indes der ungewohnte Tagesablauf. Durch den späten Rennstart um 20.00 Uhr Ortszeit bleiben die Piloten im europäischen Zeitrhythmus. Sie machen die Nacht zum Tag, gehen erst zwischen vier und sechs Uhr morgens ins Bett und schlafen dafür bis mittags.

© SID

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