Motorsport Formel1
Heiße Feiern dank des "Icemans"

Der nicht mehr für möglich gehaltene WM-Gewinn von Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen hat in ganz Italien für großen Jubel gesorgt. Selbst in Spanien freuten sich die Menschen über die Pleite von Alonsos Teamkollegen Hamilton.

Der Finne Kimi Räikkönen hat mit seinem sensationellen WM-Gewinn in Sao Paolo weltweit für großen Jubel gesorgt. In Maranello feierten die Ferraristi nach dem ersten WM-Sieg in der Nach-Schumacher-Ära euphorisch, selbst in Spanien feierten Alonso-Fans die Pleite der Silberpfeile. Auch Rekordchampion Michael Schumacher traute zu Hause vor dem Fernseher kaum seinen Augen: Der überraschende WM-Triumph von "Iceman" Kimi Räikkönen, der im neunten Dreier-Finale der Formel-1-Geschichte als zweiter Fahrer nach Giuseppe Farina 1950 noch von Platz drei zum Titel fuhr, schlug hohe Wellen.

Schumacher hat sich "riesig gefreut"

"Ich habe mich riesig gefreut, als Kimi und Felipe als Erste über die Ziellinie fuhren. Ich meine, ich habe zwar schon immer daran geglaubt, dass man nie aufgeben und auch auf die kleinste Chance hoffen soll, aber dass sich das so bewahrheitet, hätte wohl keiner gedacht", sagte Schumacher auf seiner Homepage und ärgerte sich, dass er das heimische Sofa dem Flug nach Brasilien vorgezogen hatte. "Ein unglaubliches Finale, unwirklich spannend", meinte der heutige Ferrari-Berater: "Schade nur im Nachhinein, dass ich nicht vor Ort war. Mitgefeiert hätte ich natürlich schon gern"

Im Ferrari-Städtchen Maranello hatten rund 1 000 Fans im ausverkauften Theater das "Wunder Ferrari" (Tuttosport) verfolgt und waren dann in absolute Ekstase geraten. Mit Jubelstürmen und Hupkonzerten machten sie die Nacht zum Tag. Italiens Staatspräsident Giorgio Napolitano schickte umgehend einen Glückwunsch: "Kompliment an Kimi Räikkönen, Felipe Massa und das ganze Ferrari-Team für einen außerordentlichen Sieg unter schwierigen Umständen." Champions-League-Sieger AC Mailand "applaudierte dem neuen roten Weltmeister".

"Ein Mann, der wenig spricht"

Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo bezeichnete den Titel als großartigen Erfolg. "Vor allem, weil es der erste Sieg nach dem Ende der Ära Schumacher war", meinte der 60-Jährige: "Wir haben auf ein junges Team gesetzt, das nicht enttäuscht hat. Wir haben bewiesen, dass wir auch nach Michaels Abschied das beste Team sind." Und über Schumacher-Nachfolger Räikkönen meinte er: "Kimi ist ein Mann, der wenig spricht, aber viel handelt und arbeitet." Die italienischen Zeitungen überschlugen sich mit Lobeshymnen. "Nichts ist für Ferrari unmöglich, sogar in dieser verrückten Formel 1, in der es keine Sicherheiten mehr gibt. Ferrari hat gelernt, niemals aufzugeben und bis zuletzt an den Erfolg zu glauben", schrieb die Gazzetta dello Sport.

Jubelfeiern gab es auch in Madrid und Fernando Alonsos Heimatstadt Oviedo, wo viele Fans offen ihre Freude darüber zum Ausdruck brachten, dass wenigstens nicht Alonsos Teamkollege Lewis Hamilton dessen Nachfolger auf dem WM-Thron geworden ist. "Süße Niederlage", titelte die Sportzeitung AS, und die renommierte Tageszeitung El Pais monierte die Atmosphäre bei den Silberpfeilen: "Mclaren ist eine Pseudo-Mannschaft, ein Haufen Egoisten, deren einzige Gemeinsamkeit ein paar Aufkleber sind."

Auch in Deutschland faszinierte der WM-Showdown die Massen. Das spannendste Finale seit 21 Jahren hat dem Privatsender RTL für die Formel-1-Saison 2007 eine Rekordquote beschert. Im Schnitt verbuchten die Kölner 11,13 Mill. Zuschauer. Bei Räikkönens Zieldurchfahrt in Sao Paulo um 19.31 Uhr deutscher Zeit saßen als Spitzenwert sogar 12,95 Mill. Zuschauer vor dem Fernseher.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%