Motorsport Formel1
Hockenheimring laut Gutachten vor dem Aus

Der Hockenheimring steckt offenbar in ernsten Schwierigkeiten. Wie ein Wirtschaftsprüfer-Gutachten ergab, droht der Traditionsstrecke in Baden-Württemberg schon im April 2006 die Zahlungsunfähigkeit.

Dem Hockenheimring droht angeblich das Aus. In einem unveröffentlichten Gutachten einer Wirtschaftsprüfgesellschaft (Ernst & Young) wird vor der Zahlungsunfähigkeit gewarnt. Auch ein unlängst präsentiertes Rettungskonzept über einen Teilverkauf von Betriebsvermögen würde nur einen Aufschub bis April 2006 bringen. Das berichtet der Mannheimer Morgen, nach dessen Informationen im nächsten Jahr mit einem Fehlbetrag von 1,5 Mill. Euro im operativen Geschäft kalkuliert wird.

Steigende Gebühren, sinkende Zuschauerzahlen

Und für die Zeit danach sehen die Prüfer keine Besserung. "Auch für die Folgejahre wird mit nachhaltigen, beziehungsweise steigenden Verlusten gerechnet." Als Hauptursache für das finanzielle Desaster werden in dem Gutachten die jährlich steigenden Gebühren genannt, die die Hockenheimring Gmbh an die Formel-1-Macher leisten muss. Verschlechtert wird die ohnehin dramatische Situation durch die Aussichten beim Kartenvorverkauf für die Formel-1-WM, der von Oktober bis Dezember einen "deutlich negativen Trend" genommen hätte.

Erst vor fünf Jahren war der Hockenheimring für 65 Mill. Euro um- und ausgebaut worden. Der erhoffte Formel-1-Boom, mit dem dieses Geld schnell wieder eingespielt werden sollte, blieb jedoch bis heute aus. Im Gegenteil. Die Zuschauerzahlen sind schon seit Jahren rückläufig, das Schumacher-Fieber klingt immer stärker ab.

Notfallplan in Frage gestellt

Viel zu spät stellten sich die Verantwortlichen den Realitäten und entwarfen einen Notfallplan, mit dem die Rennstrecke gerettet werden soll. Das Sanierungsmodell sieht vor, dass der vor kurzem neu errichtete Streckenabschnitt sowie die Mercedes-Tribüne an eine Leasinggesellschaft verkauft und für zehn Jahre zurückgemietet werden. Ohne dieses Leasingmodell wären die Liquiditätsreserven bereits im Februar 2006 erschöpft, sagen die Wirtschaftsprüfer.

Allerdings könne laut Gutachten lediglich der Zeitpunkt der Zahlungsunfähigkeit um zwei Monate verschoben werden. Die Hockenheimring-Gruppe erhofft sich indes, durch das Rettungskonzept etwas Luft zu verschaffen, denn im Moment ist man bei den Gläubigerbanken mit 29 Mill. Euro verschuldet. Hinzu kommt eine 18,4 Mill. Euro schwere Bürgschaft der Stadt Hockenheim. Der Verkauf an die Leasinggesellschaft solle 25 Mill. Euro einbringen, heißt es.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%