Motorsport Formel1
Hülkenberg fährt in Sao Paulo auf die Pole

Nico Hülkenberg ist beim Qualifying zum Großen Preis von Brasilien in Sao Paulo auf die Pole Position gefahren. Sebastian Vettel geht morgen von Startplatz zwei ins Rennen.

Sebastian Vettel hat als Zweiter alle Titelrivalen im Rücken, Nico Hülkenberg sorgte durch die erste Pole Position seiner Karriere für eine Sensation: Zwei deutsche Formel-1-Piloten waren im Qualifying zum vorletzten Rennen der Saison in Sao Paulo die großen Gewinner.

Bei Hülkenbergs Gala-Runde hängte er die komplette Konkurrenz um mehr als eine Sekunde ab, Vettel hielt zumindest alle Rivalen im Herzschlagfinale auf Distanz. Diese stehen aber direkt hinter ihm. Sein Teamkollege Mark Webber startet als Dritter, Lewis Hamilton als Vierter und WM-Spitzenreiter Fernando Alonso als Fünfter.

Die Hoffnung des Spaniers ist nun ausgerechnet Hülkenberg. "Er ist die einzige perfekte Runde gefahren. Jetzt hoffe ich, dass er auch gewinnt. Das wäre ein Geschenk für uns", sagte der Ferrari-Pilot, der hofft, dass die starken Red Bulls dadurch möglichst viele Punkte verlieren.

Vor dem Rennen am Sonntag (17.00 Uhr MEZ/RTL und Sky) führt Alonso mit 231 Punkten vor Webber (220), Hamilton (210) und Vettel (206). Titelverteidiger Jenson Button (189), der lediglich als Elfter ins Rennen geht, hat nur noch theoretische Chancen.

"Chapeau Nico, uns alle um eine Sekunde abzuhängen, ist unglaublich", sagte Vettel: "Zuerst dachte ich, ich hätte die Pole Position um eine Zehntel verpasst. Dann habe ich gesehen, dass da noch eine ganze Sekunde dazwischen lag. Nico war heute einfach besser als wir alle."

Für Sonntag sagte der WM-Vierte seinem deutschen Rivalen aber einen heißen Kampf an: "Unser Auto sollte im Rennen schneller sein als der Williams. Wichtig ist ein guter Start." Mit seiner Platzierung war Vettel "sehr zufrieden. Ich glaube, dass wir im Rennen sehr gute Chancen haben. Es sieht sehr gut aus. Das Auto läuft gut, egal, ob im Nassen oder Trockenen, ja selbst unter so chaotischen Bedingungen wie heute."

Hülkenberg, für den bisher ein fünfter Rang in Malaysia als beste Platzierung notiert war, konnte sein Glück kaum fassen. "Ich kann es gar nicht glauben, dass ich das geschafft habe", sagte der 23-Jährige, der durch die erste Pole für Williams seit fünf Jahren beste Argumente für seine längst nicht sichere Weiterbeschäftigung lieferte. Ziel sei es, im Rennen "nach der ersten Runde noch vorne zu sein. Und dann sehen wir weiter". Erst einmal will er seinen Überraschungs-Erfolg genießen. "Das ist ein ganz besonderer Moment, da fehlen einem fast die Worte. Eine sehr schöne Überraschung, mit der keiner gerechnet hat", sagte Hülkenberg: "Ich hoffe, ich werde morgen einen guten Job machen."

Dies müssen auch Vettels Titelrivalen. Würde das Rennen mit dem Startergebnis enden, hätte Alonso vor dem Saisonfinale die Führung noch inne, Vettel wäre mit 17 Punkten Rückstand Dritter und hätte noch alle Chancen auf den Titel. Webber wäre gar nur sechs Punkte zurück und mit einem Sieg in Abu Dhabi sicher Weltmeister. Deshalb freute sich der Australier über die Platzierung Alonsos fast mehr als über seine eigene. "Fünfter ist immerhin besser, als wenn er auf der Pole steht", sagte er schmunzelnd: "Es könnte ein harter Tag für ihn werden."

Ebenfalls zufrieden sein konnte Rekordweltmeister Michael Schumacher, der im Mercedes von Rang acht ins Rennen geht. "Im Nassen war das eine sehr gute Vorstellung von Michael, der Zweiter war, bevor alle die Reifen wechselten", sagte Mercedes-Sportchef Norbert Haug. Für drei deutsche Piloten endete das Qualifying enttäuschend. Insbesondere für Nico Rosberg, der als 13. im Mercedes so weit hinten startet wie noch nie in dieser Saison. "Das ist schwer zu erklären", sagte er: "Ich hatte mit dem letzten Reifensatz gar keinen Grip, war auf der Hinterachse nur am Rutschen."

Nick Heidfeld wurde im Sauber-Ferrari nur 17., Regenspezialist Adrian Sutil schied als 18. sogar überraschend in der ersten Quali-Runde aus. Dies galt wie gewohnt auch für Timo Glock, der als 19. im Virgin aber schnellster Fahrer der neuen Teams war.

© SID

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