Motorsport Formel1
Istanbul: Massa feiert ersten Grand-Prix-Erfolg

Der Brasilianer Felipe Massa hat den Großen Preis der Türkei gewonnen und damit seinen ersten Formel-1-Sieg gefeiert. Der Ferrari-Pilot gewann in Istanbul vor Weltmeister Fernando Alonso aus Spanien im Renault und seinem Teamkollegen Michael Schumacher. Damit liegt Schumacher in der WM-Wertung zwölf Punkte hinter dem führenden Alonso zurück. Das bedeutet: Schumacher kann seine achte WM-Krone bei nur noch vier ausstehenden Rennen nicht mehr aus eigener Kraft erobern, Alonso würden jeweils zweite Plätze zur erfolgreichen Titelverteidigung reichen.

Schumacher lieferte sich in den letzten 15 Runden ein wahres Herzschlagduell mit Alonso, doch der Spanier fuhr weltmeisterlich und rettete den zweiten Platz mit nicht mal einer Zehntelsekunde Vorsprung ins Ziel. Toyota-Pilot Ralf Schumacher holte als Siebter noch zwei WM-Punkte, Nick Heidfeld (Mönchengladbach) ging im BMW-Sauber auf Platz 14 leer aus. Für Neuling Nico Rosberg (Wiesbaden) war das Rennen schon nach 25 Runden wegen eines technischen Defekts am Williams-Cosworth beendet.

Ecclestone glaubt an Schumacher-Rücktritt

Schumacher misslang damit auch die Generalprobe für das Ferrari-Heimspiel in zwei Wochen in Monza (10. September), wo er die monatelangen Spekulationen beenden und die Entscheidung über seine Zukunft bekannt geben will. Und die ist offenbar schon gefallen, das jedenfalls ließ Formel-1-Boss Bernie Ecclestone vor dem Großen Preis der Türkei durchblicken. "Michael ist immer noch konkurrenzfähig, aber er hat sich wahrscheinlich schon entschieden zurückzutreten", sagte der Brite in einem Premiere-Interview. Laut Ecclestone müsse es eine sehr schwere Entscheidung für Schumacher gewesen sein: "Er tut das, was er in seinen Gedanken hat."

Beim Start im 35 Grad Celsius heißen Glutofen von Istanbul wäre es an der Spitze fast zum Crash zwischen den WM-Rivalen Schumacher und Alonso gekommen, doch der Spanier konnte im letzten Moment der "Ferrari-Zange" ausweichen. Dafür krachte es dahinter in einem vom zweiten Renault-Piloten Giancarlo Fisichella (Italien) ausgelösten Massenunfall. Verwickelt waren unter anderem der nach dem besten Qualifikations-Resultat des neuen BMW-Teams fünftplatzierte Nick Heidfeld und Ralf Schumacher.

Frühes Aus für Räikkönen

Das deutsche Duo musste zum Wechsel der Fahrzeugnase an die Box, Heidfeld fuhr anschließend chancenlos hinterher. Noch schlimmer erwischte es Silberpfeil-Pechvogel Kimi Räikkönen, der mit einem völlig zerstörten Hinterreifen hart in die Streckenbegrenzung einschlug. "Mir tut die Schulter weh", erklärte der unglückliche Vorjahressieger. Zu den Gewinnern des Starts vor 70 000 Zuschauern auf den nur halbgefüllten Tribünen auf dem Istanbul Park Circuit zählte zunächst Nico Rosberg, der von 14 auf sechs nach vorn gespült wurde, später aber frustriert aufgeben musste: "Es ist bitter, heute waren Punkte drin gewesen."

Nach dem turbulenten Auftakt fuhren Massa und Schumacher auf dem 53 Grad heißen Asphalt zunächst einen deutlichen Vorsprung auf Alonso heraus. Doch dann stellte Toro-Rosso-Pilot Vitantonio Liuzzi (Italien) in der ersten Kurve nach der Zielgerade sein Auto quer, das Safety-Car rückte in Runde 15 aus und Ferrari beging mit einem Boxenstopp für beide Piloten einen Regiefehler. So zog Alonso in der Pitlane an Schumacher vorbei auf Platz zwei.

In Runde 29 verlor der siebenmalige Weltmeister mit einem neuerlichen Fehler entscheidende Sekunden auf seinen WM-Erzrivalen, als er in Kurve acht von der Strecke rutschte. Eine ungewöhnliche Aneinanderreihung von Pannen bei Schumacher - schon im Qualifying hatte er mit einem Schnitzer die Pole Position an Massa verloren. Bei den zweiten Boxenstopps des Führungstrios blieb alles wie gehabt, auch wenn Schumacher vier Runden mehr fahren konnte. In den letzten 15 Runden kam es zum Duell zwischen den WM-Erzrivalen um Platz zwei - doch für Schumacher reichte es an diesem Tag nicht mehr. Massa musste sich so der Teamorder zu Gunsten von Schumacher nicht beugen und jubelte wie losgelöst über den ersten Sieg seiner Karriere.

© SID

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