Motorsport Formel1: Keine weitere Strafe für Ferrari

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Keine weitere Strafe für Ferrari

Glück für Ferrari: Das italienische Formel-1-Team muss in der Teamorder-Affäre mit keiner weiteren Bestrafung rechnen. Es bleibt bei einer Geldstrafe in Höhe von 100 000 Dollar.

Die "Roten" sind in der Teamorder-Affäre von Hockenheim mit einem blauen Auge davongekommen. Nach mehrstündiger Verhandlung bestätigte der World Motor Sport Council des Automobil-Weltverbandes FIA am Mittwoch in Paris zwar die Geldstrafe in Höhe von 100 000 Dollar gegen den italienischen Traditionsrennstall Ferrari, verzichtete gleichzeitig aber auf weitere drastische Sanktionen: Von einer Sperre bis hin zum WM-Ausschluss schien alles möglich. Die Zähler in der WM-Wertung für den Doppelsieg beim Großen Preis von Deutschland darf das Team ebenfalls behalten.

Damit ist auch das Ferrari-Heimspiel am kommenden Sonntag (14.00 Uhr/live bei RTL und Sky) in Monza gerettet. Mehr als 100 000 rennverrückte Tifosi pilgern in den Königlichen Park, um die "Roten" siegen zu sehen.

Teamorder in Formel 1 strikt verboten

Die 100 000-Dollar-Geldbuße hatten die FIA-Rennkommissaren unmittelbar nach dem umstrittenen Ferrari-Doppelsieg beim Großen Preis von Deutschland am 25. Juli in Hockenheim verhängt. Der zweimalige Weltmeister Fernando Alonso aus Spanien hatte den Grand Prix vor seinem Teamkollegen Felipe Massa gewonnen.

Der Brasilianer hatte Alonso im Rennen in Führung liegend demonstrativ überholen lassen. Möglicherweise hatte es zuvor eine entsprechende Anweisung des Teams gegeben, worauf Massa mit sichtbarer Verärgerung reagierte. Teamorder ist in der Formel 1 strikt verboten.

Alonso ist als zweimaliger Weltmeister die Nummer eins bei Ferrari, auch wenn der Rennstall das offiziell nie zugeben würde. Zudem liegt der Spanier in der WM-Wertung vor Massa.

Schumacher gegen Teamorder-Verbot

Das Ferrari-Manöver in Hockenheim löste zugleich kontroverse Diskussion in der Formel 1 aus. Mehrere Protagonisten wie Rekord-Weltmeister Michael Schumacher und Formel-1-Chef Bernie Ecclestone sprachen sich für eine Abschaffung des Verbots aus.

"Die Art und Weise, wie die Dinge aufgrund der Regel umgesetzt werden, schadet uns allen", sagte Schumacher. Der Mercedes-Pilot hatte seinerzeit allerdings selbst schon einmal von einer Stallregie bei Ferrari profitiert. "Let Michael pass for the Championship", sagte der damalige Ferrari-Rennleiter Jean Todt beim Großen Preis von Österreich 2002. Gemeint war mit dieser klaren Ansage der in Führung liegende Brasilianer Rubens Barrichello, der seinem Teamkollegen Schumacher den Sieg überlassen musste. Übrigens: Todt ist seit knapp einem Jahr FIA-Präsident.

Ähnlich wie Schumacher beurteilte Vize-Weltmeister Sebastian Vettel die Situation: "Was in Hockenheim passiert ist, sieht nicht gut aus für uns alle und für den gesamten Sport. Dass so etwas passiert, ist keine Überraschung, denn das hat es in den letzten Jahren immer wieder gegeben. Aber die Art, wie es passiert ist, war ungewöhnlich."

© SID

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