Motorsport Formel1
Kovalainen unverletzt nach Horror-Unfall

Mclaren-Mercedes-Pilot Heikki Kovalainen hat seinen schweren Unfall am Sonntag in Barcelona unverletzt überstanden. Ob der Finne am 11. Mai in Istanbul startet, ist noch fraglich.

Erleichterung bei Heikki Kovalainen und dem Mclaren-Mercedes-Team: Der Finne kann nach seinem schweren Unfall auf dem Circuit de Catalunya am Sonntag schon wieder lachen. Nachdem Heikki Kovalainen eine Nacht im Krankenhaus in Barcelona verbracht hatte, steht fest, dass er den Unfall wie durch ein Wunder unverletzt überstanden hat. Ob Kovalainen allerdings beim nächsten Formel-1-Rennen am 11. Mai in Istanbul wieder im Silberpfeil sitzen wird, ist derzeit noch ungewiss.

"Ich habe leichte Kopfschmerzen und einen steifen Nacken. Aber davon abgesehen, fühle ich mich gut", sagte der Finne und fügte an: "Ich möchte so schnell wie möglich fit werden, damit ich den medizinischen Check für das Rennen in der Türkei machen kann." Nach eigenen Angaben kann sich Kovalainen an den Unfall nicht mehr erinnern. "Ich möchte mich aber bei allen bedanken, die sich um mich gekümmert haben."

Neben allen Schutzengeln haben vor allem die Reifenstapel das Leben von Kovalainen gerettet. Das sagte Mclaren-Geschäftsführer Martin Whitmarsh nach eingehender Analyse und dem Studium der Videobilder. "Zwischen dem Moment, als er in die Reifenstapel einschlug, und dem endgültigen Stillstand lagen 100 Millisekunden", sagte der Brite.

Stabiles Monocoque als Lebensversicherung

Das klinge zunächst nach relativ viel für einen Crash dieses Ausmaßes. Doch diese Verzögerung dürfte wohl Schlimmeres verhindert haben, so Whitmarsh: "Denn normal sind 20 bis 30 Millisekunden bei einem Unfall mit dieser Geschwindigkeit." Außerdem sei das stabile Monocoque des Silberpfeils eine Zusätzliche Lebensversicherung gewesen.

Laut Whitmarsh sei die Geschwindigkeit bei Kovalainens Abflug viel höher gewesen als zunächst angenommen. "An diesem Abschnitt bremsen die Fahrer bei etwa Tempo 260. Heikki ist kaum langsamer geworden, nachdem er die Kontrolle über das Auto verloren hatte. Beim Einschlag war er immer noch verdammt schnell unterwegs", schilderte der Geschäftsführer die schlimmen Sekunden.

Wie Whitmarsh weiter berichtete habe Kovalainen keinerlei Kopfverletzungen oder Schädigungen des Gehirns erlitten. Das hätte eine Computertomografie ergeben. "Das sind natürlich extrem gute Nachrichten für alle", sagte der Brite. Kovalainen habe nach dem heftigen Einschlag kurzzeitig das Bewusstsein verloren, sei allerdings schnell wieder zu sich gekommen.

Haug: "Sicherheitsstandard in Formel 1 ist sehr hoch"

Der genaue Unfallhergang ist nach Whitmarshs Angaben immer noch nicht vollständig geklärt. Wahrscheinlich sei die Felge des linken Vorderrades am Mclaren-Mercedes schwer beschädigt worden. Das habe schließlich zu dem Reifenplatzer geführt. Was aber hat die Felge derart zerstört? Whitmarsh: "Das können irgendwelche Trümmerteile gewesen sein. Aber genau wissen wir das noch nicht." Schlamperei schloss der Brite allerdings sofort aus: "Das war ein neues Rad." Auch ein Materialfehler lag nach den derzeitigen Erkenntnissen nicht vor, so Whitmarsh.

Mercedes-Sportchef Norbert Haug hob die enormen Verbesserungen im Bereich der Sicherheit hervor. Der Standard sei in der Formel 1 "sehr, sehr hoch". Doch es gebe noch immer Platz für Steigerungen. Haug: "Wenn man jenseits 200 km/h in einen Reifenstapel fährt und bleibt dabei unverletzt, ist das ein Zeugnis für einen enormen Sicherheitsstandard."

Kleinste Details entscheiden bei Tempo 200

Ist es aber nicht auch besorgniserregend, wenn Kleinigkeiten ein Auto komplett aus der Bahn werfen können? "Ich glaube, das ist sogar unvermeidbar bei so einem komplexen Werkzeug oder Sportgerät, das am Limit konstruiert ist. Das ganze Sportgerät funktioniert nur, wenn auch das kleinste Detail funktioniert, ob das ein Reifen ist, ein Motorenteil oder sonst etwas", erklärte

BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen. In dem Moment, in dem ein Teil versage, führe das in der Regel zum Ausfall und nicht selten zum Unfall. Theissen: "Und deshalb sind diese Sicherheitsvorkehrungen notwendig."

© SID

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