Motorsport Formel1
Kubica holt in Bahrain die Pole, Massa Zweiter

BMW-Pilot Robert Kubica startet Sonntag beim Grand Prix von Bahrain von der Pole Position. Zweiter im Training wurde Ferrari-Pilot Felipe Massa vor Lewis Hamilton im Mclaren.

255 Rennen hat es gedauert bis Robert Kubica seinen Arbeitgeber BMW beim Wüstenrennen in Bahrain endlich die erste Pole Position der Geschichte beschert hat und den deutschen Autohersteller gleichzeitig vom Premierensieg in der Formel 1 träumen lässt. Motorsportdirektor Mario Theissen lächelte überglücklich, als der Pole in der Qualifikation für das Rennen am Sonntag (13.30 Uhr Mesz/live bei Premiere und RTL) 23 Tausendstelsekunden schneller als der favorisierte Ferrari-Pilot Felipe Massa fuhr. Der zweite BMW-Pilot Nick Heidfeld landete als bester deutscher Fahrer auf Platz sechs.

"Das ist ein Riesenmoment für BMW. Gerade für die, die früher schon bei Sauber dabei waren, schließlich hat es 255 Rennen bis zu diesem glücklichen Tag gedauert", erklärte Theissen und meinte mit Blick auf das Rennen: "Wir haben immer gesagt, dass wir da sind, wenn die anderen Fehler machen. Ferrari ist noch ein bisschen schneller, aber wir wollen das Loch schließen." Nach zwei zweiten Plätzen in den letzten beiden Rennen durch Heidfeld und Kubica sind die Chancen auf den ersten Sieg diesmal allerdings so gut wie nie.

Massa glaubt weiter an den Sieg

"Ich bin sehr glücklich, dass ich ich die erste Pole Position für BMW geholt habe. Damit hätten wir alle nicht gerechnet", erklärte Kubica und riss jubelnd die Arme in den Himmel. Genau wie bei BMW knallten auch in seiner Heimat die Sektkorken für den polnischen Volkshelden. Mit wenig Sprit an Bord fuhr Kubica in 1:33,096 Minuten die Bestzeit. Er profitierte von einem Schnitzer von Massa, der bis dahin alle Bestzeiten gesetzt hatte, in dessen letzter Runde. "Es ist beschämend, dass wir nicht ganz vorn sind. Aber wir haben gute Chancen auf den Sieg", meinte Massa.

WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton (Großbritannien) musste sich am Tag nach seinem schweren Unfall in 1:33,292 Minuten mit Rang drei im Silberpfeil begnügen. Mercedes-Sportchef Norbert Haug sieht wegen "der guten Rennstrategie" aber Siegchancen und gratulierte dem Erzrivalen: "Glückwunsch an BMW und Robert Kubica zur ersten Pole ihrer Formel-1-Neuzeit als BMW-Sauber. Gut gemacht, ich denke, wir haben ein spannendes Rennen vor uns." Zumal der zweite BMW-Mann Heidfeld mit viel Sprit an Bord immerhin Sechster wurde (1:33,737).

"Ich freue mich sehr für das Team und für Robert. Ich bin hier nicht ganz zurechtgekommen, greife aber im Rennen an", meinte Heidfeld. Der im letzten Training zur Bestzeit geraste Nico Rosberg (Wiesbaden) landete im Williams in 1:34,015 Minuten auf Platz acht: "Wir sind wieder dort, wo wir hinwollen." Der Hesse Timo Glock (Wersau) enttäuschte im Toyota auf Platz 13. Nachwuchstalent Sebastian Vettel (Heppenheim) landete im Toro-Rosso-Ferrari auf Platz 19 vor Adrian Sutil (Gräfelfing) im Force India. Bis auf Rosberg verloren alle Deutschen das Duell gegen ihre Teamkollegen.

Mosley: "War Opfer einer hässlichen Konspiration"

Beherrschendes Thema am Rande der Strecke war erneut die Sex-Affäre um FIA-Präsident Max Mosley. Der 67-Jährige spielt das Unschuldslamm und bezeichnete in einem Brief an den Adac sein Verhalten als "harmlos und komplett legal". Der mit 16 Mill. Mitgliedern größte deutsche Autombilclub, der zugleich das wichtigste Mitglied im Automobil-Weltverband FIA ist, hatte zuvor den Rücktritt des 67 Jahre alten Briten gefordert. Der Forderung schloss sich neben dem niederländischen Verband nun auch der US-Verband an.

"Wenn ich exzessiv schnell gefahren wäre oder das Alkohollimit überschritten hätte, hätte ich am gleichen Tag zurücktreten müssen. Aber ich war ein Opfer in einer hässlichen Konspiration", schrieb Mosley in einem Brief an Adac-Präsidenten Peter Meyer: "Das Nazi-Element ist pure Fabrikation. Das wird vor Gericht kristallklar werden. Ich denke, dass ich nichts falsch gemacht habe." Viele Menschen täten in ihren eigenen Schlafzimmern Dinge, die andere abstoßend fänden. Ein Rücktritt kommt für den sturen Graukopf nicht in Frage.

© SID

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