Motorsport Formel1
Massa dominiert Großen Preis von Spanien

Ferrari-Pilot Felipe Massa hat Fernando Alonso bei dessen Heimrennen die Schau gestohlen und den Großen Preis von Spanien gewonnen. Während Alonso sich sogar seinem Teamkollege geschlagen geben musste, feierte der Brasilianer unter den Augen von Michael Schumacher seinen zweiten Grand Prix-Sieg in Folge.

Der Brasilianer Felipe Massa hat vor den Augen von "Maskottchen" Michael Schumacher den Großen Preis von Spanien gewonnen. Der Ferrari-Pilot feierte vor 140 700 Zuschauern in Barcelona trotz eines Feuer-Zwischenfalls seinen zweiten Sieg in Folge."Ich habe mich direkt nach dem Rennen bei Michael dafür bedankt, dass ich im vergangenen Jahr so viel von ihm lernen konnte", meinte der überglückliche Brasilianer.

Zweiter wurde Neuling Lewis Hamilton im Mclaren-Mercedes, der damit als erster dunkelhäutiger Fahrer der Formel-1-Geschichte die Führung in der WM-Wertung übernahm. Der Brite behauptet die Spitze mit 30 Punkten vor seinem Teamkollegen Fernando Alonso (28). Der Weltmeister, der sein "Heimspiel" vor einem Jahr noch gewonnen hatte, kam zur Enttäuschung seiner Landsleute, darunter König Juan Carlos I, nicht über Platz drei hinaus.

Frühes Aus für "Iceman" Räikkönen

Massa schob sich mit 27 WM-Punkten auf den dritten Rang und überflügelte seinen deutlich höher eingestuften Teamkollegen Kimi Räikkönen (22), der mit einem Elektronikdefekt am Ferrari bereits früh ausschied. Bis dahin hatte der Finne auf Platz drei gelegen. Eine Schrecksekunde musste Massa nur bei seinem ersten Boxenstopp überstehen: Auf dem heißen Ferrari entzündete sich auslaufendes Benzin; für wenige Sekunden rollte der rote Renner als Feuerball durch die Boxengasse. "Ganz ehrlich, davon habe ich gar nichts mitbekommen", meinte der 26-Jährige. Danach lief alles wie geschmiert und Massa kontrollierte den Grand Prix bis zum Schluss.

"In der ersten Kurve war es mit Fernando ein bisschen eng. Der Start war der schwierigste Teil des Rennens. Als ich gemerkt hatte, dass mein Auto nichts abbekommen hatte, hatte ich das Rennen in der Hand", sagte Massa, der den Angriff des Lokalmatadoren abgewehrt hatte.

Alonso war natürlich enttäuscht: "Nach dieser ersten Kurve wurde es von Rang vier aus sehr schwierig, weil mein Auto auch noch ein bisschen beschädigt war. Ohne Kimis Ausfall wäre ich nicht mal aufs Podium gekommen. Wenn man von Platz zwei startet, ist das hart."

Sein Teamkollege strahlte dagegen, nachdem er den Rekord des jüngsten WM-Spitzenreiters aller Zeiten von Teamgründer Bruce Mclaren übernommen hatte. "Was soll ich sagen: Ich lebe meinen Traum. Nach meinem vierten Rennen mit den besten Fahrern der Welt die WM anzuführen, ist einfach unglaublich", meinte Hamilton.

Nico Rosberg (Wiesbaden) holte im Williams-Toyota als Sechster drei Zähler und verbuchte damit sein bestes Formel-1-Ergebnis. "Ich freue mich riesig. Das einzige Problem war, dass ich wieder nichts zu trinken hatte", sagte Rosberg.

Nick Heidfeld erlebte einen verkorksten Arbeitstag. Der Mönchengladbacher musste zunächst einen Extra-Halt einlegen, nachdem ein Mechaniker beim Boxenstopp zuvor das rechte Vorderrad offenbar nicht richtig festgeschraubt hatte. Dadurch fiel "Quick Nick" aussichtslos auf Rang 13 zurück. Kurze Zeit später kam wegen eines Getriebedefekts das endgültige Aus. "Schade, Platz drei wäre drin gewesen", sagte Heidfeld.

BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen war zumindest mit dem vierten vierten Platz in Folge zufrieden, den diesmal der Pole Robert Kubica holte. "Deshalb habe ich ein lachendes und ein weinendes Auge", sagte er: "Ich bin froh, dass beide Fehler am gleichen Auto passiert sind."

Ralf Schumacher muss aufgeben

Neuling Adrian Sutil (Gräfelfing) fuhr im Spyker-Ferrari auf Platz 13. Ralf Schumacher schlittert unterdessen mit Toyota immer tiefer in die Krise: Für den 31-Jährigen gab es auch im vierten Saisonrennen nichts zu holen. Abgeschlagen auf Rang 13 fahrend, musste der Wahl-Salzburger in der 45. Runde mit einer defekten Vorderradaufhängung aufgeben.

Nach dem Start wagte Alonso direkt in der ersten Kurve einen Angriff auf Massa, musste nach einer leichten Berührung aber durch das Kiesbett ausweichen. Dabei fiel er vom zweiten auf den vierten Platz zurück. Hamilton schob sich an Räikkönen vorbei auf Rang zwei. Heidfeld profitierte davon, dass der vor ihm stehende Jarno Trulli beim ersten Startversuch ein Problem hatte und für den zweiten Versuch ans Ende des Feldes musste. "Quick Nick" bog als Sechster hinter Kubica in die erste Kurve ein.

Ralf Schumacher musste schon nach einer Runde mit seinem Toyota an die Box, nachdem ihm der Williams-Toyota von Alexander Wurz ins Heck gekracht war. Durch die Reparatur fiel der Kerpener auf den letzten Platz zurück. Wurz entschuldigte sich, dass "ich Ralfs Rennen kaputtgemacht habe".

Während sich Massa in der Anfangsphase von Hamilton absetzte, versuchte Alonso zunächst vergeblich, an Räikkönen vorbeizukommen. In Runde zehn half ihm ein technischer Defekt am Ferrari des "Iceman", der langsam in die Box rollte und sein Auto dort in der Garage abstellte.

Massa lässt nichts mehr anbrennen

Massa und Alonso kamen in Runde 19 zum ersten Reifenwechsel, Hamilton drei Runden später. In Runde 41 fuhr Massa zum zweiten Mal an die Box und kam direkt hinter dem überrundeten Ralf Schumacher wieder auf die Strecke, an dem er danach einige Zeit nicht vorbeikam.

Massa übernahm nach Hamiltons zweitem Reifenwechsel (Runde 47) wieder die Führung und gab diese bis ins Ziel nicht mehr ab. Eine Runde später stoppte auch Alonso zum zweiten Mal und nahm als Dritter knapp vor Kubica die Schlussphase auf.

© SID

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