Motorsport Formel1
Massa entscheidet erstes Duell für sich

Im freien Training zum Saisonfinale in Brasilien landete Felipe Massa hinter Fernando Alonso auf Platz zwei. WM-Konkurrent Lewis Hamilton fuhr die viertschnellste Zeit.

Lewis Hamilton hat beim Formel-1-Finale in Sao Paulo einen stürmischen Auftakt erlebt. Der WM-Spitzenreiter belegte im freien Training zum Großen Preis von Brasilien am Sonntag (18 Uhr MEZ/live bei Premiere und RTL) im Mclaren-Mercedes den vierten Platz.

Damit verlor Hamilton die erste Runde im Titelduell mit Felipe Massa. Der Ferrari-Pilot fuhr unter dem Jubel seiner Landsleute auf seiner Hausstrecke in 1:12,305 Minuten die zweitbeste Zeit. Nur die Winzigkeit von neun Tausendstelsekunden schneller war der zweimalige Weltmeister Fernando Alonso aus Spanien im Renault (1:12,296), der die erste Bestzeit vorlegte.

Noch nicht zufrieden war Norbert Haug. "Sicher nicht unser bester Freitag des Jahres - wobei die Reihenfolge von heute wohl kaum das Kräfteverhältnis vom Sonntag darstellt", sagte der Mercedes-Sportchef.

Vettel schnellster Deutscher

Dem 23-jährigen Hamilton würde im Rennen aber ein fünfter Platz reichen, um sich zum jüngsten Weltmeister der Formel-1-Geschichte zu krönen. Der schnellste der fünf deutschen Fahrer war Sebastian Vettel (Heppenheim), der im Toro Rosso auf Position sieben (1:12,687) landete.

Nico Rosberg (Wiesbaden) kam im Williams-Toyota auf Rang neun, der Mönchengladbacher Nick Heidfeld wurde im BMW-Sauber 14. Direkt dahinter steht Toyota-Pilot Timo Glock (Wersau) auf Platz 15. Das deutsche Schlusslicht war Adrian Sutil (Gräfelfing), der im Force-India-Ferrari 19. und Vorletzter wurde.

Für große Aufregung und Empörung im Fahrerlager sorgte eine Anti-Hamilton-Kampagne auf einer spanischen Internetseite. Bereits 20 000 Einträge wurden auf der Internetseite, deren Adresse frei übersetzt so viel wie "Schlitzt Hamilton die Reifen auf" bedeutet, registriert. Hamilton können auf besagter Seite virtuell Nägel oder auch Igel vor das Auto geworfen werden.

Hamilton soll mit der geschmacklosen Aktion offenbar nervös gemacht werden. Mclaren-Mercedes und der Automobil-Weltverband FIA verurteilten die Internetseite entschieden. Die FIA verwies auf ihre Everyrace-Kampagne, die im Frühjahr nach rassistischen Übergriffen gegen Hamilton ins Leben gerufen worden war.

Die Spanier machen Hamilton immer noch dafür verantwortlich, dass ihr Landsmann Fernando Alonso im vergangenen Jahr den Titel verpasste. Hamilton und Alonso waren 2007 Teamkollegen, doch der zweimalige Weltmeister verließ die Silberpfeile nach einem Jahr völlig gefrustet und kehrte zu Renault zurück.

Derweil herrscht in Brasilien der Ausnahmezustand, das ganze Land ist im Formel-1-Fieber und drückt Massa die Daumen. 100 000 Fans an der Rennstrecke in Sao Paulo und viele Mill. vor den Fernsehschirmen wollen ihren Landsmann zum WM-Titel tragen.

Brasilien wartet auf neuen Formel-1-Helden

Seit dem tödlichen Unfall des legendären Ayrton Senna 1994 in Imola wartet Brasilien auf einen neuen Formel-1-Helden. Massa wäre erst der vierte brasilianische Formel-1-Weltmeister nach Emerson Fittipaldi (1972 und 1974), Nelson Piquet (1981, 1983, 1987) und Senna (1988, 1990, 1991).

Massa versucht Hamilton auch mit Worten unter Druck zu setzen. "Lewis hat viel mehr zu verlieren, nach all dem, was er hier im letzten Jahr durchgemacht hat", meint Massa. Damals verspielte der Brite im WM-Finale sieben Punkte Vorsprung. Wird Hamilton Fünfter, kann Massa machen, was er will, dann ist sein Traum vom WM-Titel geplatzt. "Dann versuche ich es nächstes Jahr erneut", sagt der Brasilianer.

Geht es nach Fahrerkollegen, Teamchefs und Experten kann sich Hamilton auf dem Weg zum Titel nur noch selbst schlagen. Das ist das Ergebnis einer WM-Umfrage, die der Sport-Informations-Dienst (sid) vor dem Saisonfinale zusammengestellt hat. Nur Massas Lehrmeister Michael Schumacher tippt auf den Brasilianer. "Er kann nur gewinnen, ich glaube ganz fest an ihn", sagt der siebenmalige Weltmeister und heutige Ferrari-Berater: "Es ist kein Geheimnis, dass mein Herz zu 100 Prozent für Ferrari schlägt."

Renault-Teamchef Flavio Briatore, der Schumacher bei Benetton einst zu zwei Titeln führte, sieht das komplett anders. "Ich würde mein Geld auf Hamilton setzen", sagt der Italiener: "Er hat aus dem vergangenen Jahr gelernt." Auch Räikkönen glaubt offenbar nicht an ein zweites Formel-1-Wunder. "Selbst wenn wir einen Doppelsieg holen, liegt es nicht mehr in unserer Hand. Mclaren muss Fehler machen."

© SID

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